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Pernilla Ericson „Im Feuer“: Auftakt der Serie um Lilly Hed

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Von: Sven Trautwein

Pernilla Ericson startet mit der neuen Reihe um Lilly Hed und nimmt gleich den Hitzesommer mit auf. Entfacht der Titel die Leselust? Mein Buchtipp.

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Nynäshamn ist ein kleines, verschlafenes Örtchen, rund 60 Kilometer südlich von Stockholm. Hierhin hat sich Lilly Hed versetzen lassen, um ihrer Vergangenheit und Stockholm zu entkommen. Doch rund um die Idylle hat die Klimakrise die Böden austrocknen lassen und immer wieder auflodernde Brände gefährden die dort lebenden Menschen und Tiere. Als die ersten Opfer geborgen werden, bleibt eine Frage offen: Waren es Unglücksfälle?

Pernilla Ericson „Im Feuer“: Über das Buch

Cover zum Kriminalroman „Im Feuer“ von Pernilla Ericson
Krimi „Im Feuer“ von Pernilla Ericson © Scherz

Schweden erlebt einen Rekordsommer, die Brandgefahr ist hoch. Die junge Ermittlerin Lilly Hed hat sich aus Stockholm ins idyllische Nynäshamn an der Schärenküste versetzen lassen. Doch sie entkommt weder ihrer belastenden Vergangenheit noch den Feuern, die bald den ganzen Ort bedrohen. Menschen sterben in den Flammen - waren es Unglücksfälle? Lilly gerät in eine fieberhafte Ermittlung, während Feuerwehrchef Jesper mit seinen Leuten gegen die unerbittlichen Brände kämpft. Aber was machst du, wenn alle Spuren buchstäblich in Rauch aufgehen?

Scherz

Die Klimakrise findet immer mehr Eingang in aktuelle Romane. Auch bei Krimis macht sie nicht Halt. Jen Liljestrand widmet sich dem Thema komplett in „Der Anfang von morgen“. Und auch in dem aktuellen Thomas-Lynley-Krimi von Elizabeth George kommt in „Was im Verborgenen ruht“ immer wieder der Hitzesommer in den Kapiteln vor. So nutzt auch Pernilla Ericson dies als Aufhänger für einen spannenden Krimi.

Der Wegzug von Lilly Hed raus aufs Land ist ähnlich wie bei Kristina Ohlssons „Die Tote im Sturm“. Lilly Hed versucht hier, wie die Figur es im Buch selbst sagt, „ihren eigenen Dämonen“ zu entkommen. Ob ihr das sofort gelingen mag, bleibt offen. Schließlich kann sie sich in ihrem ersten Fall nicht so richtig ausruhen. Gerade in einen alten Leuchtturm gezogen, möchte sie ihr Leben neu ordnen. Doch die Feuer in der Umgebung sorgen für Arbeit. Ein spannender und rätselhafter Kriminalfall lässt sie schwer zum Nachdenken kommen.

Pernilla Ericson ist ein Spagat gelungen: Wie verknüpfe ich einen spannenden Krimi mit den aktuellen Umweltereignissen, die auch vor dem kühleren Norden nicht Halt machen? Der Mix aus Umweltkatastrophe und Kriminalfall ist jedenfalls geglückt. Wer sich mehr mit dem Thema des Klimawandels auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich auf Sachbuchebene „3 Grad mehr“. In ihm schildern Wissenschaftler, was passiert, wenn sich die Welt um drei Grad und mehr erwärmt. Es wird auch der Frage nachgegangen, wie wir hier zeitnah gegensteuern können.

Pernilla Ericson „Im Feuer“: Mein Fazit

Pernilla Ericson gelingt ein spannender Serien-Auftakt. Die Ermittlerin Lilly Hed überzeugt, und ich bin gespannt, wie sich die Handlung um sie herum weiterentwickelt. Der zweite Band ist bereits beim Verlag angekündigt. Kurz: eine klare Leseempfehlung für alle Fans von Schwedenkrimis.

Pernilla Ericson „Im Feuer“ – Lilly Hed Band 1

„300 grader“ – Aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger

2022, Fischer Scherz, ISBN-13 978-3-651-00109-1

Preis: Broschiert 16 €, E-Book 12,99 €, 397 Seiten (abweichend vom Format) – Jetzt bestellen (werblicher Link)

Pernilla Ericson

Pernilla Ericson ist erfolgreiche Krimi-Autorin und Journalistin. In ihrer Arbeit für Zeitungen und TV befasst sie sich viel mit Klimawandel und sozialer Gerechtigkeit. Diese Themen bringt sie auch in ihre Spannungsromane ein: Ihre neue Reihe um die Polizistin Lilly Hed eroberte in Schweden die Bestsellerlisten und verhalf ihr auch international zum Durchbruch. Pernilla Ericson lebt in Stockholm.

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