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„Ein dunkler Ort“ von Frank Goldammer – Auftakt für Dresdner Krimireihe

Erstellt:

Von: Sven Trautwein

Frank Goldammer gilt als Nachwuchshoffnung der deutschen Krimiszene. Nach historischen Romanen widmet er sich jetzt der Gegenwart. Mein Buchtipp.

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Ein Mädchen verschwindet und setzt einen Stadtteil in Dresden in Aufruhr. Es erinnert an einen Vermisstenfall von vor zwei Jahren. Die Ermittler Bruch und Schauer stehen ganz am Anfang ihrer Ermittlungen. Auch als Team müssen sie erst einmal einen gemeinsamen Nenner finden, nicht ständig anzuecken. Immer wieder knarzt es im Gebälk und die zugezogene Kollegin muss aufpassen, nicht über die Stränge zu schlagen.

Frank Goldammer „Bruch – Ein dunkler Ort“: Über das Buch

Cover zum Krimi „Bruch – Ein dunkler Ort“ von Frank Goldammer
Frank Goldammer „Bruch – Ein dunkler Ort“ © Wunderlich

Ein Stadtteil am Rande Dresdens ist in Aufruhr: Ein Mädchen ist verschwunden. Felix Bruch wird mit der neuen Ermittlerin Nicole Schauer auf diesen Fall angesetzt. Schauer merkt schnell, dass Bruch ein Einzelgänger ist. Ihre einzige Spur: Vor zwei Jahren verschwand bereits ein Mädchen aus derselben Nachbarschaft – und kehrte nach zwei Wochen nahezu unversehrt zurück. Bis heute weiß niemand, was damals geschah, und das Kind schweigt weiterhin. Zunehmend irritiert sie Bruchs Verhalten, er ist wortkarg, empathielos, unzuverlässig. Er verfolgt Spuren, die nur für ihn Sinn ergeben. Sie erfährt, dass Bruch den Unfalltod seines Kollegen zu verkraften hat, aber sie vermutet, dass hinter seinem eigentümlichen Verhalten noch etwas anderes steckt als Schock und Trauer. Sie beobachtet, wie er Tabletten nimmt und erlebt, was geschieht, wenn er das nicht tut. Bruch lebt zwischen den Extremen. Den Ermittlern fehlt eine heiße Spur – und Schauer muss sich auf Bruchs ungewöhnliche Ermittlungsmethoden einlassen. Diese bringen sie an ihre Grenzen und zunehmend wird deutlich, was mit Bruch passiert …

Wunderlich

Vier Seiten pro Tag, sieben Tage die Woche. Das ist das Schreibpensum, dass sich Frank Goldammer seit etlichen Jahren verordnet hat. Meistens abends, wenn die Kinder im Bett sind und die Alltagspflichten erledigt sind. Das ist ein ganz schönes Mammutprogramm. Ivar Leon Menger erzählte mir auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, dass er lange unter einem Schreibtrauma gelitten habe. Hier halte er sich an sein Idol, Hemingway, der eine Normseite pro Tag veranschlagte.

Und diese Schreibdisziplin hat Frank Goldammer mehr als 20 Jahre durchgehalten, verriet er gegenüber Deutschlandfunk Kultur. Schließlich gelang ihm der Durchbruch. Ein Anruf eines großen Verlagshauses änderte für ihn den Tagesablauf. Nun hat Goldammer mit „Bruch – Ein dunkler Ort“ auch einen Zeitsprung hingelegt. Waren es bisher die historischen Kriminalromane, wagt er sich jetzt der aktuellen Zeit zu.

Auch mit seinem aktuellen Kriminalroman bleibt er der Heimat rund um Dresden treu. Das Ermittlerduo Bruch und Schauer überzeugen durch ihre Ecken und Kanten, das Buch durch atmosphärisch dichte Beschreibungen und gelungene Dialoge. Es ist kein bluttriefender Thriller mit kurzen Szenen wie bei Vincent Kliesch, sondern ein gekonnter, ruhig erzählter Krimi, der mich ein wenig an „Was im Verborgenen ruht“ erinnert hat. Der Folgeband ist in Arbeit und dürfte nicht nur bei mir auf der Wunschliste landen.

Frank Goldammer „Bruch – Ein dunkler Ort“: Mein Fazit

Für Fans handwerklich solider Krimis, die Lust auf ein neues Ermittlerteam haben. Wer sich auf detailreiche Spannung einstellen möchte, ist hier genau richtig.

Frank Goldammer „Bruch – Ein dunkler Ort“

2022, Wunderlich Verlag ISBN-13 978-3-805-20090-5

Preis: Broschiert 17 €, E-Book 9,99 €, 364 Seiten (abweichend vom Format) – Jetzt bestellen (werblicher Link)

Frank Goldammer

Frank Goldammer, 1975 in Dresden geboren, ist Handwerksmeister und kam, neben seinem Beruf, schon früh zum Schreiben. Mit seinen Büchern landet er regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Der Autor lebt mit seiner Familie in seiner Heimatstadt.

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