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Arttu Tuominen „Was wir verschweigen“: Finnischer Krimi

Erstellt:

Von: Sven Trautwein

Arttu Tuominen legt mit „Was wir verschweigen“ den ersten von sechs Bänden einer neuen Reihe vor. Hat er Aussichten, ein Bestseller zu werden? Mein Buchtipp.

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27 Jahre ist es her, dass Jari und Antti in der Schule die besten Freunde waren. Freundschaft, in der jeder für den anderen da ist, sollte er in der Klemme sitzen. Gemeinsam sind sie stark gegen den Mobber Rami, der es auf Jari abgesehen hat und auch vor exzessiver Gewalt nicht zurückschreckt. Als Rami 27 Jahre später erstochen wird, scheint der Fall für die örtliche Polizei, dessen Chef Jari jetzt ist, glasklar. Wirklich?

Arttu Tuominen „Was wir verschweigen“: Über das Buch

Cover zum Krimi „Was wir verschweigen“ von Arttu Tuominen
Arttu Tuominen „Was wir verschweigen“ © Lübbe

„Freundschaft hat nichts mit Recht oder Schuld zu tun. Das wüssten Sie, wenn Sie auch nur einmal in Ihrem Leben jemanden gekannt hätten, dem Sie bedingungslos vertrauen konnten.“Pori, Finnland. An einem stürmischen Herbsttag wird ein sturzbetrunkener Mann mit mehreren Messerstichen in einem Holzhaus ermordet. Ein typisch finnischer Mord - so der lakonische Kommentar der hinzugerufenen Kommissare. Der Fall scheint zunächst schnell gelöst: Im nahe gelegenen Wald wird noch am gleichen Abend ein verdächtiger Mann festgenommen. Doch für den Ermittler Jari Paloviita entpuppt sich der Mord als schwierigster Fall seines Lebens. Der Verdächtige war in der Jugend sein allerbester Freund. Und Jari Paloviita verdankt ihm sein Leben ...

Lübbe

„Was wir verschweigen“ wurde 2020 als bester finnischer Krimi ausgezeichnet. In Finnland erscheint derzeit der dritte Band von Arttu Tuominen, dessen Reihe auf sechs Bände angelegt ist. In einem Gespräch nach einer Lesung in Berlin, veranstaltet von der auf nordische Literatur spezialisierten Buchhandlung „Pankebuch“, erzählt Tuominen, dass jeder Band eine Figur des Ermittlerteams ins Rampenlicht setzt. Geschrieben hat er das erste Buch der Reihe innerhalb von zwei Monaten. Der zweite Band erscheint im Oktober auf Deutsch.

Lesung „Was wir verschweigen“ Arttu Tuominen und seine Übersetzerin Anke Michler-Janjunen
Arttu Tuominen auf der Lesung zu „Was wir verschweigen“ mit seiner Übersetzerin Anke Michler-Janhunen © S. Trautwein

„Was wir verschweigen“: Bestseller aus Finnland

Hauptberuflich ist Tuominen Ingenieur für Umwelttechnik in Pori, wo auch die Handlung der Krimireihe angesiedelt ist. Sein Ziel war, 500 Wörter pro Tag – besser gesagt pro Nacht – zu schaffen. Als Vater, das zweite Kind war beim ersten Buch gerade unterwegs, war die Zeit zum Schreiben knapp. „Mir kam die Arbeit als Ingenieur gut zupass“. Festgehalten hatte er seinen Schreibfortschritt in einer Excel-Tabelle.

Schon als Kind hat er sich für das Krimi-Genre interessiert. Seine ersten Bücher, die er verschlungen hat, waren aus der Fünf-Freunde-Reihe von Enid Blyton. Im Alter von 7 Jahren wollte er schon Krimischriftsteller werden. Seine Tante schenkte ihm eine Reiseschreibmaschine, auf dem sein erster Krimi entstand. Nach A. M. Ollikainens „Team Helsinki – Die Tote im Container“ und Max Seecks „Teufelsnetz“ und „Feindesopfer“ hat Lübbe nun mit Arttu Tuominen einen neuen finnischen Bestseller-Kandidaten im Programm.

Arttu Tuominen „Was wir verschweigen“: Mein Fazit

Wahre Freundschaft ist das höchste Gut. 27 Jahre vergehen, bis Jari Paloviita seinen Freund Antti wiedersieht. Viel Zeit, doch es ist eine Freundschaft, die diese Zeitspanne nahezu unbeschadet überstanden hat. Und für Jari der bisher persönlichste Fall. Spannungstechnisch entwickelt sich der Krimi langsam, aber nach gekonntem Muster und hochspannendem letzten Drittel. Ich bin auf die Folgebände sehr gespannt.

Arttu Tuominen „Was wir verschweigen“

Aus dem Finnischen von Anke Michler-Janhunen

Bastei Lübbe, ISBN-13 978-3-404-18850-5

Preis: Paperback 16 €, E-Book 12,99 €, 412 Seiten (abweichend vom Format) – Jetzt bestellen (werblicher Link)

Arttu Tuominen

Arttu Tuominen, geboren 1981, wurde für seinen Kriminalroman „Was wir verschweigen“ in Finnland vielfach ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in der Küstenstadt Pori, in Mittelfinnland, dem Schauplatz des vorliegenden Krimis. Neben dem Schreiben hervorragender Kriminalromane arbeitet der Autor auch als Ingenieur für Umwelttechnik.

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