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Jussi Adler-Olsens „Verachtung“ im ZDF: Wie spannend ist das Buch?

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Von: Sven Trautwein

Das ZDF zeigt den vierten Teil von Jussi Adler-Olsens Sonderdezernat Q. Worum geht es, und ist es so spannend wie das Buch?

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Um 22:15 Uhr läuft im ZDF „Verachtung“ von Jussi Adler-Olsen. Dies verspricht Hochspannung, denn schon die Bücher des dänischen Bestsellerautors sind ein Garant für erstklassige Unterhaltung. Im vierten Teil führen drei Leichen die Ermittler auf die Spur einer Frauenklinik, die bis in die 1960er Jahre Schauplatz grausiger Experimente gewesen ist.

"Jussi Adler-Olsen: Verachtung"
In einem geheimen Zimmer finden Carl Moerck (Nikolaj Lie Kaas, l) und Assad (Fares Fares) den bizarren Tatort. © Henrik Ohsten/ZDF/dpa

Jussi Adler-Olsen „Verachtung“: Die Verfilmung des Bestsellers

Millionen verkaufter Bücher in mehr als 40 Ländern, immer wieder ein Blockbuster in den Kinos: Die Reihe über das Sonderdezernat Q von Jussi Adler-Olsen, Dänemarks Krimi-Star Nummer eins, ist eine Erfolgsgeschichte. Nach „Erbarmen“, „Schändung“ und „Erlösung“ ist „Verachtung“ der vierte Fall für Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und seinen Assistenten Assad (Fares Fares).

Das ZDF strahlt die Verfilmung von 2018 am 27.9. um 22.15 Uhr aus. Der Film beginnt mit dem bislang gruseligsten aller Tatorte, den Carl und Assad jemals untersuchen mussten: Hinter einer nachträglich eingebauten Mauer in einem alten Haus sitzen drei mumifizierte Leichen an einer gedeckten Kaffee-Tafel – die skelettierten Gesichter zu grauenvollen Fratzen verzerrt. Vor ihnen auf dem Tisch stehen ihre Geschlechtsorgane in Einmachgläsern. Der vierte Platz ist noch frei, so als sei die Kaffeegesellschaft noch nicht vollzählig.

Jussi Adler-Olsen im Interview
Autor Jussi Adler-Olsen © Philip Davali / Imago

Die Spur führt das ungleiche Ermittlerteam auf eine verlassene dänische Insel, auf der sich einmal Unglaubliches zugetragen haben soll. Junge Frauen wurden dort – und das ist tatsächlich eine historische Wahrheit – eingesperrt und zwangssterilisiert. Von 1922 bis 1961 betrieben die „Kellerschen Anstalten“ auf der Insel Sprogø ein Heim für Frauen, die mit dem Gesetz oder der Moral in Konflikt gekommen oder wegen angeblicher Geistesschwäche entmündigt worden waren.

Unter dem Vorwand medizinischer und psychologischer Notwendigkeit wurden sie dort grausamen Behandlungen unterzogen. So erging es auch Nete (Fanny Bornedal), deren fiktive Geschichte der Film in Rückblenden erzählt. Weil sie ihren Cousin liebte, ließ ihr Vater sie in die Anstalt bringen und dort einsperren. Damit lieferte er sie einem sadistischen Arzt, einer gewissenlosen Aufseherin und einer gnadenlosen Mitgefangenen aus, die das Leben des jungen Mädchens zerstörten. Wie genau die tragische Geschichte von damals mit den gruseligen, eingemauerten Leichen zusammenhängt – das herauszufinden ist Carls und Assads große Aufgabe in diesem Fall.

„Verachtung“-Regisseur Christoffer Boe ist nach Mikkel Nørgaard („Erbarmen“/„Schändung“) und Hans Petter Moland („Erlösung“) der dritte Regisseur in der nun schon vierteiligen Reihe. Er fügt seinen Film gut ein in die düstere und – obwohl zum Teil in Hamburg gedreht – klassisch skandinavische Ästhetik, mit der die Geschichten über das Dezernat Q und ihre Cold Cases erzählt werden.

Im Unterschied zum Buch ist der filmisch besetzte Carl jünger. Damit kommt man aber gut klar. Die Buchreihe besteht aus zehn Bänden. Es ist davon auszugehen, dass noch weitere Verfilmungen folgen werden. Wer die aktuelle Verfilmung „Erwartung – Der Marco-Effekt“ gesehen hat, wird das ausgetauschte Team kennenlernen. Mit Ulrich Thomsen ist Carl näher an der Buchvorlage umgesetzt.

Jussi Adler-Olsen „Verachtung“: Über das Buch

Jussi Adler-Olsen: Cover zum Thriller „Verachtung“
Jussi Adler-Olsen: Cover zum Thriller „Verachtung“ © dtv

Eine Reihe vermisster Personen aus dem Jahr 1987, die durch eine Person und deren entsetzliches Schicksal verbunden sind: Nete Hermansen. Eine junge Frau ohne jede Chance auf ein selbstbestimmtes Leben, von Menschen grausam misshandelt, wird zwangssterilisiert durch einen fanatischen Arzt und verbannt nach Sprogø, der Insel für ausgestoßene Frauen. Sie nimmt grausam Rache ...

dtv

Wer die Thriller von Jussi Adler-Olsen kennt, weiß, dass man sie nicht so einfach aus der Hand legen kann. Spannung ist angesagt. So auch im vierten Band rund um das Sonderdezernat Q. Unbedingte Leseempfehlung!

Die weiteren Bände um das Sonderdezernat Q, dessen Reihe des dänischen Autors auf zehn Bände angelegt ist:

Jussi Adler-Olsen „Verachtung“: Mein Fazit

Für Hochspannung ist gesorgt. Jussi Adler-Olsen schafft es gekonnt, die Geschichte zu konstruieren. Nahezu unmöglich scheint eine Steigerung der Spannung von Band zu Band. Adler-Olsen gelingt es. Klug konstruiert und eine klare Leseempfehlung.

Jussi Adler-Olsen „Verachtung“ – Sonderdezernat Q / Band 4

 Aus dem Dänischen von Hannes Thiess

2012, dtv, ISBN-13 978-3-423-41318-3

Preis: Taschenbuch 10,95 €, E-Book 9,99 €, 594 Seiten – Jetzt bestellen (werblicher Link)

Jussi Adler-Olsen

Jussi Adler-Olsen wurde am 2. August 1950 in Kopenhagen geboren. Er studierte Soziologie, Politische Geschichte, Medizin und Film. Nach unterschiedlichen Berufen erschien 1997 sein erster Roman „Das Alphabethaus“ (werblicher Link). Danach folgten einige Kriminalromane. 2007 entwickelte er mit „Erbarmen“ (werblicher Link) die Reihe um den Polizisten Carl Mørck und das Sonderdezernat Q. Zu Recht gilt er als einer der fünf besten Krimi- und Thrillerautoren.

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