Nach Hochwasserkatastrophe: Kabinett berät im Kloster Weltenburg – „Massiv beschleunigen“

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Von: Tanja Kipke

Das bayerische Kabinett berät über Hochwasserschutzmaßnahmen. Die SPD fordert mehr Geld und eine Beschleunigung des Baus von Flutpoldern und Hochwasserrückhaltebecken.

München – Rund sieben Wochen nach den teils dramatischen Hochwasserereignissen in Bayern plant das Kabinett, sich am Dienstag (30. Juli) mit dem Schutz vor solchen Naturkatastrophen auseinanderzusetzen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat seine Ministerinnen und Minister dazu ins Kloster Weltenburg eingeladen. Die Anreise des Ministerrates erfolgt ab Kelheim per Schiff.

Nach Hochwasserkatastrophe: Kabinett kommt zusammen

Im Juni gab es aufgrund von Starkregen in vielen Flüssen und Bächen in Bayern tagelang schweres Hochwasser. Laut Innenministerium waren mehr als 84.000 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Rund 7.000 Evakuierungen waren aufgrund der Überschwemmungen erforderlich. Die deutschen Versicherer prognostizierten versicherte Schäden von etwa zwei Milliarden Euro durch das Hochwasser in Bayern und Baden-Württemberg.

Schutz vor Hochwasser: Ausbau von Poldern dauert

Eine Möglichkeit, Menschen und Gebäude entlang der Flüsse vor extremen Hochwasserereignissen zu schützen, sind sogenannte Flutpolder. Dies sind durch Deiche abgegrenzte Flächen, die bei extremen Hochwasserereignissen geflutet werden können. Obwohl diese Erkenntnis schon lange bekannt ist, schreitet der Ausbau nur langsam voran. Nach dem Hochwasser von 1999 hatte die Staatsregierung den Bau von sieben großen Flutpoldern beschlossen, aber bisher sind nur zwei dieser Projekte realisiert worden.

Das Umweltministerium kann nicht sagen, wann die Donau-Polder fertiggestellt werden. „Der Zeitpunkt der Fertigstellung ist vor allem abhängig vom Verlauf der weiteren Genehmigungsverfahren und ggf. daraus resultierenden Auflagen (z. B. Bauzeitbeschränkungen)“, so die Antwort auf eine aktuelle Anfrage der SPD im Landtag.

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SPD kritisiert Staatsregierung am Vorgehen

„Die Antwort des Ministeriums zeigt, wie endlos lange es dauert, bis Hochwasserschutz fertig ist. Das geht nicht! Das furchtbare Hochwasser Anfang Juni hat gezeigt: Wir brauchen mehr Geld für den Hochwasserschutz und müssen den Bau von Flutpoldern und Hochwasserrückhaltebecken massiv beschleunigen“, äußerte sich SPD-Politiker Florian von Brunn. Die Staatsregierung dürfe die Kommunen auch bei den sogenannten kleinen Gewässern nicht im Stich lassen, diese könnten bei Starkregen sehr schnell, sehr gefährlich werden. Die Bürgermeister und Gemeinden vor Ort könnten das nicht alleine bewältigen.

Regentropfen prasseln ins Hochwasser der Donau bei Kloster Weltenburg.
Auch beim diesjährigen Hochwasser wurde das Kloster Weltenburg von den Wassermassen eingeschlossen. (Archivbild) © Pia Bayer/dpa

Kloster Weltenburg war selbst vom Hochwasser betroffen

Das malerische Kloster Weltenburg, das oberhalb des Donaudurchbruchs in einer Donau-Schlinge direkt am Wasser liegt, war im Juni ebenfalls stark vom Hochwasser betroffen. Das Donauwasser stand zeitweise außen schon über den Fensterbänken. Dank des Einsatzes vieler Helfer und technischer Hilfsmittel konnte eine Überflutung jedoch knapp verhindert werden – zuletzt stand das Kloster 1999 komplett unter Wasser. (mit dpa)

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