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Arzt in Düsseldorf vor Gericht: Patientinnen bei Po-Vergrößerungen gestorben

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Von: Nina Büchs

Prozess um Titelmissbrauch eines Schönheitschirurgen
Bei einer Schönheitsoperation sind zwei Patientinnen ums Leben gekommen. Ein Arzt aus Düsseldorf steht nun vor Gericht. (Symbolbild) © Oliver Berg/dpa

Zwei Frauen wollten sich in Düsseldorf einer Po-Vergrößerung unterziehen und sind dabei ums Leben gekommen. Dem Arzt werden Behandlungsfehler vorgeworfen.

Düsseldorf – Zwei Frauen im Alter von 20 und 42 Jahren haben den Wunsch nach einem größeren Po in Düsseldorf in die Tat umgesetzt und sich ihr Gesäß mit körpereigenem Fett aufspritzen lassen. Kurze Zeit später waren sie tot. Nun steht ihr Schönheitschirurg wegen Körperverletzung mit Todesfolge von Dienstag an (10.00 Uhr) vor dem Düsseldorfer Landgericht. Im drohen zwischen 3 und 15 Jahre Haft.

Zu Beginn des Prozesses hat der Arzt nun jedoch sämtliche Vorwürfe bestritten. Der Mediziner werde freizusprechen sein, sagte sein Verteidiger am Dienstag nach einer rund zweistündigen Einlassung am Düsseldorfer Landgericht.

Patientinnen sterben nach Po-Vergrößerung in Düsseldorf – Arzt vor Gericht

Der Arzt bot jahrelang Po-Vergrößerungen („Brazilian Butt Lift“) mittels Eigenfett-Implantation an. Eine Methode, die von plastischen Chirurgen wegen ihres Sterberisikos kritisch gesehen wird, weil Fettgewebe in die Blutbahnen gelangen und eine Embolie auslösen kann.

Schönheitschirurg in Düsseldorf vor Gericht – ihm werden mehrere Behandlungsfehler vorgeworfen

Die Anklage stützt sich auf Gutachten, die dem Operateur mehrere Behandlungsfehler vorwerfen: Er habe nicht ausreichend über die Risiken der Eingriffe aufgeklärt, zu viel Flüssigkeit eingespritzt, Eingriffe ambulant ohne Nachsorge und Anästhesisten durchgeführt, die stationär mit Anästhesist hätten erfolgen müssen.

Tod nach Po-Vergrößerung: Mediziner in Düsseldorf vor Gericht – er darf aktuell nicht praktizieren

Der Mediziner, der derzeit nicht praktizieren darf, bestreitet die Vorwürfe und führt mehrere Gegengutachten ins Feld.  Demnach sei sein Handeln „lege artis“ gewesen, habe also den Regeln der ärztlichen Kunst entsprochen. (dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Artikel wurde am 28. September aktualisiert. Neuerung: Arzt hat Vorwürfe bestritten. Verteidiger glaubt an Freispruch.

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