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Clubs wegen Corona dicht: Betreiber klagt – „wie ein schlechter Witz“

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Von: Martin Henning

Der Düsseldorfer Gastronom Walid El Sheikh.
Der Düsseldorfer Gastronom Walid El Sheikh kämpft um die Wiedereröffnung der Clubs. © David Young/dpa

Wegen der hohen Inzidenzen sind Clubs und Diskotheken in NRW wieder geschlossen. Einer will dagegen vorgehen: Der Düsseldorfer Clubbetreiber Walid El Sheikh.

Düsseldorf – Die Landesregierung NRW greift wegen der hohen Corona-Inzidenzen hart durch. An immer mehr Orten im Land gilt die 2G-Regelung, für Ungeimpfte wird das soziale Leben beinahe auf Null gestellt. Eine Branche treffen die neuen Regelungen besonders hart: Seit Samstag, dem 4. Dezember müssen Clubs und Diskotheken wieder geschlossen bleiben.

Walid El Sheikh will dagegen vorgehen. Dem Unternehmer gehören in Düsseldorf der Club Oh Baby Anna, die Boston Bar, die Sir Walter Bar und die Elephant Bar. Den Club muss er schließen, die Bars dürfen nur unter – aus seiner Sicht absurden –Voraussetzungen geöffnet bleiben.

Deswegen hat El Sheikh am Montag beim Oberverwaltungsgericht Münster einen Eilantrag gestellt, die aktuell geltenden Vorgaben des Landes NRW auszusetzen. Und zwar möglichst innerhalb von 48 Stunden.

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„Die Landesregierung hat uns ja auch nur zwölf Stunden gegeben, um unsere Clubs zu schließen“, sagt El Sheikh im Gespräch mit 24RHEIN. Aus seiner Sicht fehle die gesetzliche Grundlage für die Club-Schließungen, weil es keine epidemische Notlage mehr gebe.

Er wolle vor allem auf Gleichbehandlung klagen, sagt der Düsseldorfer Gastronom. „Das gemeinsame Schunkeln beim Karnevalsbesuch ist erlaubt, ebenso der Stadionbesuch. Und auf dem Weihnachtsmarkt dürfen die Leute eng an eng Glühwein trinken.“ Dagegen würden die Club-Betreiber bestraft, obwohl sie in ihren Örtlichkeiten mit 2G+ die strengsten Zugangsbeschränkungen hätten.

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Die Lage, die El Sheikh beschreibt, klingt durchaus skurril. In seinen Bars dürfe zwar getrunken, aber nicht getanzt werden. Zu gute Stimmung: also nicht erwünscht. Dazu komme, dass die rechtliche Abgrenzung schwammig sei. So sähe die Regelung zum Beispiel auch vor, Bars mit „Clubcharakter“ zu schließen. Was das genau bedeute, wisse er nicht, sagt El Sheikh.

Für ihn sei es keine Frage gewesen, in seinen Bars 2G+ anzubieten. „Andere Gastronomen sagen, wir verlieren durch die 2G-plus-Regel nochmal 30 Prozent der Gäste.“ Doch für El Sheikh und seine Mitarbeiter geht es um die finanzielle Existenz. „Für uns ist die Situation wie ein schlechter Witz“, sagt der Düsseldorfer Unternehmer im Gespräch mit 24RHEIN. „Fast zwei Jahre war der Club geschlossen. Ich hatte gerade wieder Mitarbeiter gefunden. Und dann war der Club genau ein Wochenende offen.“

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Jetzt heißt es also erneut: ausharren. Seine selbst gesetzte Frist ans Oberverwaltungsgericht ist am Mittwochvormittag abgelaufen. Da es sich um einen Eilantrag handle, müsse sich die Landesregierung eigentlich innerhalb von 72 Stunden zum Sachverhalt äußern, sagt El Sheikh. Er macht sich keine großen Hoffnungen auf ein Happy End. „Das Wohl der Branche liegt der Landesregierung offensichtlich nicht so am Herzen.“

Bei seinem Gang vors Gericht wird der Clubbetreiber finanziell vom Hotel- und Gaststättenverband unterstützt. Schon 2020 war El Sheikh rechtlich gegen Coronaschutzmaßnahmen vorgegangen. Im Oktober hatte er einen Eilantrag gegen die damals eingeführte Sperrstunde eingereicht. Dem Antrag wurde damals allerdings nicht stattgegeben. (mah) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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