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Düsseldorf: Jeder vierte Corona-Infizierte ist ein Urlauber

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Von: Benjamin Stroka

Eine Anzeige mit Reisezielen am Flughafen Düsseldorf.
Viele Infizierte in Düsseldorf bringen aktuell ihre Corona-Infektion aus dem Urlaub mit (Symbolbild). © Rupert Oberhäuser / Imago

Etwa jede vierte Corona-Neuinfektion in Düsseldorf bringen Urlauber von ihrer Reise mit. Das erklärte Stadtdirektor Burkhard Hintzsche am Donnerstag.

Düsseldorf – Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 41,8 (Stand 5. August; Quelle: RKI) gehört Düsseldorf immer noch zu den fünf Kreisen und kreisfreien Städten mit der höchsten Inzidenz in NRW. Ein Großteil der zuletzt registrierten Neuinfektionen ist dabei direkt auf Urlauber zurückzuführen, die von Reisen zurückkehren, wie Düsseldorfs Stadtdirektor und Krisenstabsleiter Burkhard Hintzsche am Donnerstag auf einer Pressekonferenz mitteilte.

Corona in Düsseldorf: „50 Prozent der Infektionen in direktem Zusammenhang mit Reiserückkehrern“

So seien etwa 29 Prozent aller Neuinfektionen in den vergangenen vier Wochen „unmittelbar auf Reiserückkehrer zurückzuführen“, erklärte Hintzsche. „In der Regel steckt dann einer von ihnen noch eine weitere Person an, sodass circa 50 Prozent der Infektionen in direktem Zusammenhang mit Reiserückkehrern stehen.“ Verantwortlich dafür ist der R-Wert, der in NRW aktuell bei 1,33 liegt (Quelle: Forschungszentrum Jülich).

Was ist der R-Wert?

Der R-Wert, auch Reproduktionszahl oder R-Zahl genannt, gibt an, wie viele Menschen von einer mit dem Coronavirus infizierten Person in einem bestimmten Zeitraum angesteckt werden. Grundsätzlich bedeutet ein R-Wert über 1, dass die Infektionszahlen im Land zunehmen. Ziel der Politik und des Gesundheitswesens war es seit Beginn der Pandemie daher immer, den R-Wert unter 1 zu halten.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) betont bezüglich der Reproduktionszahl aber auch: „Sie kann nicht alleine als Maß für Wirksamkeit/Notwendigkeit von Maßnahmen herangezogen werden.“ Grundsätzlich kann der R-Wert nur geschätzt werden, weil er auf statistischen Verfahren beruht. Das RKI nutzt dafür das sogenannte „Nowcasting“-Verfahren und betrachtet bei der Berechnung den Verlauf der Anzahl von bereits erfolgten Corona-Fällen unter Berücksichtigung des Diagnose-, Melde- und Übermittlungsverzugs.

Düsseldorf: Vor allem junge Menschen infizieren sich zurzeit mit Corona

Weiter betonte Hintzsche in Düsseldorf, dass die meisten derzeit Infizierten in der NRW-Landeshauptstadt unter 40 Jahre alt sind. „32,5 Prozent der mit Corona infizierten Menschen in Düsseldorf sind zwischen 20 und 29 Jahren alt, 68,2 Prozent zwischen 10 und 39 Jahre alt“, berichtete der Krisenstabsleiter. Gleichzeitig sagte er aber auch, dass trotz der vergleichsweise hohen Inzidenz in Düsseldorf keine Auslastung des Gesundheitswesens befürchtet werde. Die Stadt mache „sich keine Sorgen“ um die Betten in den Krankenhäusern.

Derweil wurden in Düsseldorf bislang 741.809 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht. Darunter sind über 309.000 Zweitimpfungen. „Wir bemerken zudem ein steigendes Interesse am Impfmobil“, so Hintzsche. Gerade die niederschwelligen Impfangebote, die die Stadt momentan täglich ohne Termin von 10 bis 19 Uhr anbietet, würden gut funktionieren und bei den Menschen ankommen. „Wir verzeichnen zurzeit 2500 dezentrale Impfungen pro Woche“, bilanziert der Stadtdirektor.

Corona in Düsseldorf: Überraschend viele Kinder und Jugendliche geimpft

Überrascht zeigte er sich über die bereits verhältnismäßig hohe Zahl bei Geimpften unter 17 Jahren. Laut Kassenärztlicher Vereinigung Nordrhein (KVNO) wurden in Düsseldorf bis Dienstag (3. August) im Impfzentrum bereits 2307 Erst- und 849 Zweitimpfungen verimpft. Dazu kommen 4032 Erst- und 1964 Zweitimpfungen bei den niedergelassenen Ärzten. Als Richtwert und zur Einordnung der Zahlen erklärte Hintzsche, der gleichzeitig die Wichtigkeit der Aufklärung bei der Impfung von Kindern und Jugendlichen hervorhob, dass „jeder Schuljahrgang in Düsseldorf im Schnitt 5000 Kinder hat“.

Mit dem Start ins neue Schuljahr sollen diese Zahlen weiter steigen. Die Stadt plant, „jedem schulpflichtigen Kind ab 12 Jahren ein Impfangebot nach den Sommerferien“ zu machen. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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