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Uniklinik Düsseldorf kündigt umstrittenen Schnelltest-Betreiber

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Der Schriftzug des Universitätsklinikum in Düsseldorf
Die Uniklinik Düsseldorf reagiert auf die aktuelle Kritik und sieht das Vertrauen beschädigt. © IMAGO/Michael Gstettenbauer

Im Zuge des Betrugsverdachts um Schnelltests hat die Uniklinik Düsseldorf Konsequenzen gezogen und Betreiber MediCan gekündigt. Nun müssen andere Zentren genutzt werden.

Düsseldorf – Das landeseigene Universitätsklinikum in Düsseldorf hat dem Testzentrums-Betreiber MediCan, gegen den die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt, den Nutzungsvertrag für ihre Räume gekündigt. Dieser Schritt sei aufgrund aktueller Meldungen über massive Mängel in der Ablauforganisation im Corona-Testzentrum und aufgrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen MediCan erfolgt, wie die Einrichtung am Montagabend in einer Mitteilung zu der Vertragskündigung ausführte.

Düsseldorf: Uniklinik sieht Vertrauen beschädigt – neue Lösung für ortsnahe Testungen in Planung

„Gerade im Bereich eines Krankenhauses muss ein tiefes Vertrauen in die Testangebote vor Ort bestehen. Dies ist aufgrund der aktuellen Entwicklungen nicht mehr gewährleistet“, heißt es in der Mitteilung weiter. Daher werde das aktuelle Testzentrum von MediCan ab Dienstag (1.6.) am Universitätsklinikum Düsseldorf nicht mehr zur Verfügung stehen. In kurzer Zeit solle eine neue Lösung erarbeitet werden, mit der das ortsnahe und unkomplizierte Testen weiter möglich sei. Bis dahin werde darum gebeten, umliegende Testzentren zu nutzen.

Das Universitätsklinikum Düsseldorf hatte nach eigenen Angaben im April Räume auf dem Campus MediCan überlassen. Hintergrund für die Einrichtung des Zentrums seien damals die Corona-Regeln gewesen, nach denen auch Besucher von Patienten der Uniklinik einen negativen Schnelltest vorweisen mussten. Daher sei das Testzentrum als Service gedacht gewesen, so die Uniklinik. Es gibt – abgesehen von der Überlassung der Räumlichkeiten – keinerlei Geschäftsbeziehungen zum Anbieter, erläuterte das Klinikum weiter.

Düsseldorf: Uniklinik zieht Konsequenzen aus Ermittlungen

Noch am Samstag hieß es in einer Mitteilung des Universitätsklinikums Düsseldorf, man beobachte nun die „staatsanwaltlichen Ermittlungen genau“ und werde „Konsequenzen für die Überlassung des Standortes“ ziehen, „sollten Unregelmäßigkeiten bestätigt werden“.

Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Wirtschaftskriminalität in Bochum hatte vergangene Woche Ermittlungen wegen des Verdachts des Abrechnungsbetrugs bei Corona-Bürgertests aufgenommen, wie ein Sprecher der Behörde am Samstag bestätigte. Ermittelt werde gegen zwei Verantwortliche des in Bochum ansässigen Unternehmens MediCan, das an mehreren Standorten Teststellen betreibe. Anlass der Ermittlungen waren demnach die Recherchen von WDR, NDR und SZ. Nach Angaben mehrerer NRW-Städte handelt es sich bei den Betrugsfällen eher um Ausnahmefälle, die meisten Testzentren sollen sehr gut arbeiten. (dpa/lnw)

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