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Demonstration in Düsseldorf: Polizei soll Schlagstöcke eingesetzt haben

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Von: Johanna Werning

Polizisten kesseln einen Teil der Demonstranten, die gegen das geplante Versammlungsgesetz in Nordrhein-Westfalen protestieren, ein.
Bei der Demonstration in Düsseldorf kam es zu Ausschreitungen © Roberto Pfeil/dpa

Bei einer Demonstration in Düsseldorf soll ein Journalist von einem Polizisten attackiert worden sein. Eine Polizeisprecherin kündigte eine Strafanzeige an.

Düsseldorf – Bei einer Demonstration in der Düsseldorfer Innenstadt gegen ein geplantes Versammlungsgesetz für NRW sind am Samstag Journalisten von Polizeibeamten attackiert worden. Ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur berichtete, dass er von einem Beamten mehrfach mit einem Schlagstock geschlagen worden sei. Er berichtete zudem von mindestens einem weiteren Kollegen, der ebenfalls angegriffen worden sei. 

Demo in Düsseldorf: Polizei setzt Schlagstöcke und Reizgas ein – Strafanzeige gegen Beamten angekündigt

Wie die Polizei in der Nacht zum Sonntag mitteilte, wurden mehrfach Pyrotechnik und Rauchtöpfe abgebrannt. Teilnehmer hätten auch Beamte angegriffen. Daraufhin hätten die Polizisten Schlagstöcke und Reizgas eingesetzt. Ein Journalist sei dabei zwischen die Einsatzkräfte und eine aggressive Störergruppe geraten. Weitere Angaben zum Hergang machte die Polizei zunächst nicht. Eine Sprecherin hatte bereits am Samstag eine Strafanzeige gegen den Beamten angekündigt - wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt.

Demo in Düsseldorf: Polizei setzt Schlagstöcke und Reizgas ein – NRW-Politik fordert „lückenlose Aufklärung“

Die Deutsche Presse-Agentur protestierte gegen den gewaltsamen Übergriff auf ihren Mitarbeiter und andere Journalisten. dpa-Chefredakteur Sven Gösmann nannte den Vorgang einen „nicht hinnehmbaren Angriff auf die Pressefreiheit“. In einem Schreiben an den zuständigen nordrhein-westfälischen Innenminister Herbert Reul (CDU) forderte er die lückenlose Aufklärung der Geschehnisse. Der Vorsitzende der NRW-SPD, Thomas Kutschaty, kündigte zu dem Vorfall die Beantragung einer Aktuellen Stunde im Landtag an. „Wir verlangen lückenlose Aufklärung“, twitterte er.

Zu der Demo hatte ein Bündnis „VersammlungsgesetzNRW stoppen! Grundrechte erhalten“ aufgerufen, an dem sich vor allem politisch links stehende Gruppen und Organisationen beteiligten. Auch größere Gruppen von Fußballfans aus Köln und Düsseldorf demonstrierten anfangs mit. Die Sprecherin der Veranstalter, Lola Münch, schätzte die Zahl der Teilnehmer am Nachmittag auf 6.000. Die Polizei ging in der Spitze von ungefähr 3.000 Demonstranten aus. 

Demo in Düsseldorf: Polizei löst Veranstaltung frühzeitig auf

Die Abschlusskundgebung war am frühen Abend vor dem nordrhein-westfälischen Landtag geplant gewesen. Die Polizei stoppte den Zug jedoch am späten Nachmittag in der Innenstadt und setzte zwei größere Gruppen mit insgesamt mehreren hundert Teilnehmern weitgehend fest. Zuvor sollen einzelne Teilnehmer Transparente und Regenschirme zu hochgehalten und damit gegen das Vermummungsverbot verstoßen haben. Auch Pyrotechnik soll gezündet worden sein.

Den Angehörigen des sogenannten Antifa-Blocks verbot die Polizei die weitere Teilnahme an der Demo. Im weiteren Verlauf forderten die Beamten diese Demonstranten auf, ihre Ausweise bereitzuhalten. Zur Identitätsfeststellung sollten sie dann einzeln aus der „Umschließung“ geführt werden. Laut Polizei handelte es sich um etwa 300 Menschen. Die Maßnahmen dauerten bis kurz vor Mitternacht. 

Düsseldorf: Demo gegen geplantes Versammlungsgesetz

Das Bündnis befürchtet nach eigenen Angaben die Abschaffung des Grundrechts der Versammlungsfreiheit durch das neue Gesetz. „Wir wollen eine lebendige, bunte Demonstration gegen die repressive Gesetzesverschärfung und darauf aufmerksam machen, wie wichtig unsere Versammlungsfreiheit ist“, hatte Sprecherin Münch gesagt.

In dem Gesetz will die NRW-Landesregierung mit einem sogenannten Militanzverbot der Polizei eine bessere Handhabe bei Aufmärschen von Extremisten geben. Versammlungen unter freiem Himmel, die Gewaltbereitschaft vermitteln und Einschüchterung betreiben, sollen grundsätzlich verboten werden.

Als Erscheinungsbild wird dabei neben dem Tragen von Uniformen, Uniformteilen und uniformähnlicher Kleidung auch ein paramilitärisches Auftreten der Teilnehmer genannt. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte als Beispiele Aufmärsche uniformierter Rechtsextremisten, aber auch den sogenannten Schwarzen Block der linksextremistischen Szene genannt.

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