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Alkoholverbot gilt nicht für Obdachlose in Düsseldorf – Oberbürgermeister Keller nennt mitfühlenden Grund

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Von: Johanna Werning

Ein Schild mit der Aufschrift „Alkoholkonsumverbot“
Alkohol für Obdachlose und Fingerspitzengefühl beim Ordnungsamt (Archivbild) © Peter Kneffel/dpa

Der Oberbürgermeister Stephan Keller appelliert an das Ordnungsamt in Düsseldorf. Wohnungslose sollen trotz Alkoholverbot in der Öffentlichkeit Alkohol konsumieren können.

Düsseldorf – Aufgrund des Coronavirus und des bundesweiten Lockdowns ist in diesen Tagen vieles anders. Nicht nur die Geschäfte, Kneipen und Fitnessstudios sind geschlossen – das gesamte öffentliche Leben wird heruntergefahren. Unter anderem gilt in der Öffentlichkeit ein striktes Alkoholverbot. Doch nicht alle müssen mit harten Sanktionen bei Missachtung rechnen. Der Oberbürgermeister Stephan Keller ruft das Ordnungsamt Düsseldorf zur Nachsicht auf.

Oberbürgermeister Keller wünscht sich Alkohol für Obdachlose und Fingerspitzengefühl beim Ordnungsamt

Anders als üblich, müssen Obdachlose, die in der Öffentlichkeit Alkohol konsumieren nicht mit hohen Geldstrafen rechnen, so die rp. Der Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Stephan Keller von der CDU, ruft die Mitarbeiter des Ordnungsamts in Düsseldorf zur Nachsicht auf. Keller bittet die Beamten bei Alkohol-konsumierenden Obdachlosen mit Fingerspitzengefühl vorzugehen.

Es gebe zwar keine ausdrückliche Ausnahme für bestimmte Personengruppen, doch das Ordnungsamt am Düsseldorfer Rhein soll nachsichtig mit Obdachlosen sein. Das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit diene nicht dazu, Wohnungslose aus dem öffentlichen Raum zu vertreiben – viel eher sollen durch das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit alkoholbedingte Menschenansammlungen verhindert werden. Daher gelte grundsätzlich das Bußgeld in Höhe von 250 Euro bei Missachtung des Alkoholkonsumverbots.

Düsseldorf: Obdachlosenhilfe Fiftyfifty befürwortet Nachsicht mit suchtkranken Obdachlosen

Die Obdachlosenhilfe in Düsseldorf Fiftyfifty zeigte sich in der Vergangenheit über das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit mit dem einhergehenden Bußgeld besorgt. Denn ein Großteil der Wohnungslosen ist suchtkrank und somit nicht in der Lage, auf den Alkohol zu verzichten. „Die Menschen haben nur die Möglichkeit, Alkohol auf der Straße zu trinken, weil sie keine Rückzugsräume haben“, warnt die Organisation.

Die Wohnungslosen können nicht auf den Alkohol verzichten und müssten daher vom Verbot und dem einhergehenden Bußgeld verschont bleiben. Der Aufruf des Oberbürgermeisters Stephan Keller erfreut den Geschäftsführer der Obdachlosenhilfe Fiftyfifty. „Das war eine gute Reaktion“, lobt Hubert Ostendorf. (jw)

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