1. 24RHEIN
  2. Düsseldorf

Zweite Bluttat in Düsseldorf – gibt es bald ein Waffenverbot in der Altstadt?

Erstellt:

Kerzen am Burgplatz in Düsseldorf.
In der Düsseldorfer Altstadt wurde ein 19-Jähriger mit einer Flasche attackiert – er starb in einer Klinik. Rund eine Woche später kam es erneut zu einer Bluttat in der Altstadt. (Archivbild vom Tatort) © Oliver Berg/dpa

Schon wieder kam es in Düsseldorf zu einer Bluttat. Neben Polizeipräsident Wessler befürworten auch OB Stephan Keller und NRW-Innenminister Reul ein Waffenverbot.

Düsseldorf – Innerhalb von einer Woche wurden zwei junge Männer in der Düsseldorfer Altstadt brutal angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Einer der beiden starb, der andere überlebte schwer verletzt. Nach der zweiten Bluttat in der nordrhein-westfälischen Hauptstadt werden nun Rufe nach einem Waffenverbot in der Altstadt laut. Er befürworte ein solches Verbot, teilte unter anderem Düsseldorfs Polizeipräsident Norbert Wesseler am Montag mit. Messer und andere Waffen hätten in der Altstadt nichts zu suchen.

„Es gibt aus meiner Sicht keine begründbare Situation, in der ich als friedlich feiernder Altstadtbesucher ein Messer benötige“, so der Polizeipräsident. Waffen und Messer sollten aus der Altstadt von Düsseldorf verschwinden. „Dies muss zum Schutz der vielen friedlichen Besucher möglich sein“, so Wesseler.

Gewalt in Düsseldorf: OB Stephan Keller und NRW-Innenminister Reul für Waffenverbot in der Altstadt

Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) hatte ein solches Verbot am Wochenende ins Gespräch gebracht. Die Altstadt solle zur Waffenverbotszone erklärt werden, forderte er.

Eine Regelung müsste das Land Nordrhein-Westfalen erlassen und von der Polizei durchgesetzt werden. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zeigte sich nicht abgeneigt: „Wer feiern will, braucht dazu kein Messer“, sagte er der Rheinischen Post.

Zwei Bluttaten in Düsseldorf: Jugendlicher in der Altstadt niedergestochen – er wäre fast verblutet

Am vergangenen Samstag war ein Jugendlicher aus dem Ruhrgebiet in der Altstadt niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden. Der Jugendliche überlebte wohl nur, weil zufällig zwei Ärztinnen vorbeikamen und ihn sofort fachgerecht erstversorgten und die Blutungen weitgehend stoppten. Nach Aussage des Notarztes, der die Versorgung des Schwerverletzten dann übernahm, wäre der Minderjährige ohne die rasche Hilfe binnen einer Minute verblutet, wie ein Polizeisprecher sagte.

Tödlicher Streit in Düsseldorf: 19-Jähriger mit Flasche attackiert – er starb wenig später im Krankenhaus

Der Tatort in der Altstadt ist videoüberwacht, die Auswertung läuft. Die Polizei hatte noch in der Nacht zahlreiche Zeugen vernommen, die zur Tatzeit vor Ort waren. Erst vor einer Woche war es in der Altstadt, die wegen ihrer großen Kneipenzahl den Beinamen „längste Theke der Welt“ trägt, zu einem tödlichen Streit gekommen, bei dem ein 19-Jähriger starb. Er war mit einer abgebrochenen Flasche - möglicherweise in Notwehr - traktiert worden.

Die Polizei hatte erst vor wenigen Wochen die Videoüberwachung in der Altstadt ausgeweitet. Die Stadt hatte die Beleuchtung am nahe gelegenen Rheinufer verstärkt, weil es auch dort vermehrt zu Straftaten und Tumulten gekommen war.  (nb mit dpa/lnw)  Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant