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Düsseldorf: Arzthelferin arbeitet trotz Corona – Laborfehler macht Nachverfolgung unmöglich

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Von: Lydia Mayer

Arthelferin beugt sich über einen Patienten
Ob eine Düsseldorfer Arzthelferin, die mit Coronainfektion arbeiten war, andere infiziert hat, konnte wegen eines Laborfehlers nicht ermittelt werden. (Symbolfoto) © Cavan Images/Imago Images

270 Personen hatten in Düsseldorf Kontakt mit einer Corona-infizierten Arzthelferin. Ob diese tatsächlich andere Personen infiziert hat, bleibt wegen eines Laborfehlers ungeklärt

Update vom 19. März, 13:21 Uhr: Ob die mit dem Coronavirus infizierte Düsseldorfer Arzthelferin Menschen angesteckt hat, kann wegen eines Laborfehlers nicht geklärt werden. Das hat die Stadt am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presseagentur mitgeteilt. Zwar seien zwei der Kontaktpersonen der Frau mit der gleichen Virus-Variante B.1.1.7 infiziert worden, wegen des Fehlers könne der Weg des Virus aber nicht mehr nachvollzogen werden.

Wegen der Infektion der Arzthelferin war für 270 Menschen Quarantäne angeordnet worden. Sie galten als Kontaktpersonen der Kategorie I. Die Arzthelferin war insgesamt sogar mit bis zu 600 Personen in Kontakt gekommen. Die Befürchtung, dies könnte zu einem Superspreader-Ereignis mit der deutlich ansteckenderen britischen Virus-Variante geführt haben, hatte sich aber nicht erfüllt.

Die Frau soll zeitweise ohne Schutzmaske und trotz Krankheitssymptomen gearbeitet haben. Sie hatte dies bestritten. Eine Klärung des Sachverhalts durch das Gesundheitsamt steht noch aus. (dpa/lys)

Düsseldorf: Arzthelferin arbeitet trotz Corona – wurden alle Betroffenen informiert?

Erstmeldung vom 10. März 2021, 12:20 Uhr: Düsseldorf – Eine Arzthelferin aus Düsseldorf ist trotz Krankheitssymptomen arbeiten gegangen. Wenig später wird klar: Sie ist mit der viel ansteckenderen britischen Variante B.1.1.7 des Coronavirus infiziert. Anfang März wird der Fall bekannt. Die Praxis wird vorsorglich geschlossen.

Die Stadt Düsseldorf ermittelt, dass die Arzthelferin mit rund 600 Personen Kontakt hatte. Rund 270 der Personen kann die Stadt als Kontakte der Kategorie I identifizieren. Das bedeutet: Sie hatten mit der Infizierten mindestens 15 Minuten bei einem Abstand von weniger als 1,5 Metern Umgang. 271 Personen werden in Quarantäne geschickt, die Praxis wird vorsorglich geschlossen. Das Ordnungsamt und die Kassenärztliche Vereinigung werden informiert.

Zwei Ärzte, eine Ärztin in Ausbildung sowie drei medizinische Fachangestellte arbeiten in der Praxis, schrieb die Rheinische Post mit Verweis auf Informationen der Stadt. In welchem Bereich die infizierte Arzthelferin tätig ist, wurde nicht mitgeteilt.

Arzthelferin in Düsseldorf arbeitet mit Corona: Wie viele Kontaktpersonen angesteckt wurden, ist unklar

Bis heute ist nicht klar, ob und wie viele der Kontaktpersonen sich tatsächlich bei der Arzthelferin angesteckt haben, wie eine Sprecherin der Stadt Düsseldorf auf 24RHEIN-Nachfrage informiert. Zwar wurde den betroffenen Kontaktpersonen ein Test auf das Coronavirus angeboten. Das Angebot sei aber freiwillig und die Stadt könne nicht nachvollziehen, wer sich hat testen lassen.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt das Land NRW jetzt auch zunehmend auf Schnelltests. Diese sind mittlerweile in Apotheken aber auch in Supermärkten und Dorgerien erhältlich. Die Drogerien dm und Rossmann mussten den geplanten Verkaufsstart der Schnelltests gerade erst verschieben.

Und es gibt ein weiteres Problem In Düsseldorf: Nach wie vor ist bei einem Teil der Kontaktpersonen zusätzlich völlig unklar, ob sie überhaupt von ihrer Quarantänepflicht erfahren haben. Der Grund: etliche der Patienten und Kontaktpersonen hatten falsche Telefonnummern angegeben. Die Stadt hatte versucht, die gültigen Nummern über Recherchen im Internet dennoch in Erfahrung bringen.

Mit Corona infizierte Arzthelferin: Etliche Kontaktpersonen erhielten Quarantäne-Anordnung nur per Post

Das gelang aber nicht in allen Fällen. Der einzige Informationsweg war hier ein Brief. Eine konkrete Zahl, in wie vielen Fällen Kontaktpersonen lediglich per Post informiert wurden, konnte die Stadt Düsseldorf auf Nachfrage nicht nennen. Außerdem überprüfe die Stadt auch nicht, ob die Personen die Anordnung erhalten beziehungsweise gelesen haben.

Das könnte im schlechtesten Fall bedeuten: Die Kontaktpersonen haben das Virus vielleicht mittlerweile unwissentlich weitergetragen.

Da der Stadt die Adressen der Kontaktpersonen vorliegen, wäre es theoretisch möglich diese vor Ort direkt zu kontaktieren. Nach Aussagen der Stadtsprecherin gebe es hier aber keine Garantie, dass die Personen tatsächlich anwesend sind und so erreicht werden können. Zudem sei dies auch eine Personalfrage.

Kontaktpersonen von corona-infizierter Düsseldorfer Arzthelferin: Quarantäne in Eigenverantwortung

Auch, ob die Kontaktpersonen die Quarantäne einhalten, werde nicht überprüft. Hier setze man auf die Eigenverantwortung der Betroffenen, informiert die Sprecherin der Stadt Düsseldorf weiter. Was der Verstoß gegen Quarantäneauflagen für Konsequenzen haben kann, zeigte ein Falls aus Hamm. Ein Montage-Arbeiter steckte infolge dessen mindestens 16 weitere Hausbewohner an.

Nach wie vor ist in dem Fall noch eine weitere Frage offen. So gab es Hinweise, wonach die Arzthelferin zeitweise keine Maske getragen hat. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat dazu und zu der Frage, warum die Arzthelferin krank in der Arbeit war, eine Stellungnahme von der Arztpraxis eingefordert.

Jede zweite Corona-Infektion in Düsseldorf durch britische Mutation

Was dadurch in Erfahrung gebracht werden konnte, ist noch unklar. Eine Anfrage dazu läuft aktuell bei der KV. Der Verzicht auf die Maske wäre ein Verstoß gegen die Coronaschutz-Verordnung. Auch die Stadt wollte strafrechtliche Konsequenzen prüfen.

Die britische Mutation des Coronavirus greift immer weiter um sich. Mittlerweile sind in Düsseldorf nach Angaben der Stadt fast 50 Prozent mit der britischen Mutation des Coronavirus infiziert. In Deutschland wurde jetzt erstmals auch die Mutante B.1.525 nachgewiesen. Der Test stammte von einem Passagiers des Flughafens Berlin-Brandenburg. (mit dpa)

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