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Düsseldorf: „Let Julien Assange free“ – Brief mit Quecksilbersalz an Konsulat geschickt

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Plakat rechts zeigt Julien Assange, Gründer von WikiLeaks.
Ein unbekannter Verfasser hat mehrere Briefe mit Quecksilbersalz an Behörden nach München, Düsseldorf und Frankfurt geschickt. Er forderte darin die Freilassung von Julien Assange. (Montage) © Mick Tsikas/ Imago/ AAP & Monika Skolimowska / dpa

Briefe mit Quecksilbersalz wurden im März nach Düsseldorf, Frankfurt und München geschickt. Der Verfasser forderte die Freilassung von Julien Assange. Die Polizei vermutet einen Serientäter.

Düsseldorf – Mitte März wurde ein Brief mit giftigem Quecksilbersalz an das britische Generalkonsulat in Düsseldorf geschickt. Das Innenministerium geht nun davon aus, dass der Brief von einem Serientäter stammt. Wie aus einem Bericht des Innenministeriums an den Landtag NRW hervorgeht, ging ein Schreiben des gleichen Täters an das britische Generalkonsulat in München. Drei weitere an die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main.

Düsseldorf: Brief mit Quecksilbersalz an Konsulat geschickt – Täter fordert Freilassung von Julien Assange

Laut dem Bericht an den Innenausschuss des Landtags wurde am 15. März der Brief in Düsseldorf geöffnet. In dem Schreiben hieß es: „You Assholes! Let Julien Assange free!!! Yes, the Powder is poisonous - perhaps you will die.“ Zu Deutsch: „Ihr Arschlöcher! Lasst Julian Assange frei!!! Ja, das Pulver ist giftig - vielleicht werdet ihr sterben.“

Eine Angestellte kam mit dem weißen Pulver kurz in Berührung, sie blieb aber unverletzt. Die Polizei ermittelte zunächst wegen eines versuchten Tötungsdelikts, inzwischen sei die Sache auf versuchte gefährliche Körperverletzung herabgestuft worden.

Julien Assange: Journalist, Aktivist, Computerhacker und Gründer von WikiLeaks

Julian Paul Assange ist ein australischer investigativer Journalist, Politaktivist, ehemaliger Computerhacker, Programmierer, Gründer und Sprecher der WikiLeaks. Assange veröffentlichte auf WikiLeaks einst geheime US-Militärdokumente von Einsätzen in Aufghanistan und dem Irak, die die Whistleblowerin Chelsea Manning besorgt hatte. Er enthüllte damit laut UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer „mutmaßliche Kriegsverbrechen und Korruption“. Seit drei Jahren sitzt Assange im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in London ein. Im März 2022 heiratete er dort seine Anwältin Stelle Moris.

NRW-Innenministerium: Briefe wurden auch an EZB geschickt – Verfasser kündigte Briefbombe an

Wie das NRW-Innenministerium weiter berichtet, gingen am selben Tag bei der EZB drei Briefe ein. In denen forderte der Schreiber auf Englisch, man solle die Inflation stoppen - sonst schicke er das nächste Mal eine Briefbombe. Danach wieder der Satz: „Yes, the Powder is poisonous - perhaps you will die.“

Brief mit Quecksilber auch nach München geschickt – gleicher Text wie in Düsseldorf

Einen Tag später - am 16. März - ging im Münchner Generalkonsulat ein Brief mit dem gleichen Assange-Text wie in Düsseldorf ein. Alle Schreiben wurden laut Innenministerium über das gleiche Briefzentrum abgeschickt. Mit dem Bundeskriminalamt werde gerade geklärt, ob eine Polizei alle Fälle übernimmt. (nb mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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