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Düsseldorf: Kö Freitag- und Samstagnacht für Verkehr gesperrt

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Von: Benjamin Stroka, Johanna Werning

Die Königsallee in der Innenstadt von Düsseldorf ist bekannt für Auto-Poser, die auf der Luxusflaniermeile ihre teuren Autos oftmals recht lautstark zur Schau stellen.
Sogenannte „Auto-Poser“ stellen ihre teuren Fahrzeuge seit langem lautstark auf der Königsallee zur Schau. (Archivbild) © Ralph Peters/Imago

Nach der Öffnung der Außengastro kam es am Wochenende in Düsseldorf zu Corona-Verstößen. In einem Krisengipfel wurden nun Beschränkungen beschlossen.

Düsseldorf – Die Vorfreude auf die Öffnung der Außengastronomie in Düsseldorf war riesig. Nachdem die NRW-Landeshauptstadt nun bereits seit dem 12. Mai bei einem Corona-Inzidenzwert von unter 100 liegt (62,6; Stand: 25. Mai), durften Brauereien, Restaurants, Bars, Cafés und Kneipen in Düsseldorf am vergangenen Freitag endlich wieder ihre Außengastronomie öffnen. Sechs Monate lang mussten sich die Wirtinnen und Wirte zuvor in einer Corona-Zwangspause gedulden. Allerdings soll es laut Stadt Düsseldorf zu zahlreichen Verstößen gegen die Corona-Regeln, besonders in der Altstadt, gekommen sein.

Düsseldorf: Stadt, Polizei, Gastronomie – OB Keller lädt zum Krisengipfel

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller sprach in einer Mitteilung der Stadt sogar von einer „explosiven Lage“. Knapp 200 Einsätze gab es von Freitag, 21. Mai, bis Pfingstmontag, 24. Mai, im Zusammenhang mit der Überwachung oder Durchsetzung der Coronaschutzverordnung. Insgesamt wurden vom Ordnungs- und Serviceamt (OSD) 313 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet und geschätzt über 1.000 Verwarnungen ausgesprochen, so die Landeshauptstadt. Daher lud Keller für Dienstagnachmittag den Düsseldorfer Polizeipräsidenten Norbert Wesseler zu einem Krisengespräch ins Rathaus ein.

Anschließend soll es ein weiteres Gespräch mit Vertretern des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) und den Altstadtwirten geben. „Wir freuen uns alle über die wiedererlangten Freiheiten und die Öffnung der Außengastronomie und wollen sie alle noch lange genießen können. Was nicht sein kann, ist, dass dies von einigen – vor allem nach 22 Uhr – als Freibrief für alles genommen wird. Das Virus ist noch nicht besiegt und in der Altstadt und auf der Kö darf kein rechtsfreier Raum entstehen“, sagte Keller im Vorfeld.

In der Altstadt hatten es die Ordnungskräfte zunächst vor allem mit fehlenden Mindestabständen oder Verstößen gegen die Maskenpflicht zu tun. Besonders voll wurde es dann aber in der Nacht von Freitag auf Samstag und die Stimmung unter den Besuchern sei laut Stadt „zunehmend uneinsichtiger“ geworden. Daher musste die Kurze Straße sogar von Einsatzkräften der Polizei geräumt werden. Auf der Königsallee kam es zudem zu einer sehr großen Ansammlung von sogenannten Autoposern, die dort einen Autokorso bildeten.

Düsseldorf: Krisengipfel hat entschieden – das soll sich nun ändern

Düsseldorf: Krisengipfel hat entschieden – Kö am Wochenende teilweise für Verkehr gesperrt

Damit sich die Vorfälle nicht wiederholen, wurde festgelegt, dass die Kö teilweise für den Verkehr gesperrt wird, so die Stadt in einer Pressemitteilung vom 25. Mai. „Für die Königsallee, die auch unabhängig von der Corona-Pandemie immer wieder von der Autoposer-Szene stark frequentiert wird, wurde beschlossen, die Straße freitags, samstags und in Nächten vor Feiertagen generell und sonst anlassbezogen für den nächtlichen Autoverkehr zu sperren.“

Ab dem kommenden Wochenende soll das Verbot umgesetzt werden. Zusätzlich setzen Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und Polizeipräsident Norbert Wesseler auf eine verstärkte Präsenz von Einsatzkräften. „Die Bilder des vergangenen Wochenendes von der Königsallee dürfen sich so nicht wiederholen. Daher werden wir diese nächtliche Sperrung zusammen mit der Polizei ab dem kommenden Wochenende umsetzen. Die Details werden noch ausgearbeitet“, erklärt OB Keller weiter. Das soll der Krisenstab am 26. Mai beschließen.

Düsseldorf: Weitere Verbote und Beschränkungen sollen folgen

Zusätzlich zur nächtlichen Sperre sollen weitere Beschränkungen folgen. Welche das sein werden, entscheide ebenfalls der Krisenstab. Diskutiert wurden unter anderem ein abendliches Verweil- und Alkoholkonsumverbot im öffentlichen Raum der Altstadt und der Rheinuferpromenade.

Dafür haben „sich auch die Polizei in dem Gespräch nochmals stark gemacht hat“, so die Stadt Düsseldorf in der Pressemitteilung. Auch Gastronomen würden dies befürworten, heißt es weiter. Nur so könne die Außengastro coronakonform und „entspannt“ genossen werden. Die Idee, eine Zugangskontrolle in der Altstadt einzuführen, wurde hingegen verworfen. Stadt, Polizei und DEHOGA seien sich einig, dass dies „nicht praktikabel und rechtlich auch nicht möglich“ sei.

Düsseldorf: Mehrere Terrassen in der Altstadt entsprachen nicht den Hygieneregeln

Viele Kneipen, Brauereien und Restaurants in der Altstadt riefen im Vorfeld schon in den sozialen Medien die Gäste dazu auf, sich an die Sicherheits- und Hygienekonzepte zu halten. Dennoch prangert die Stadt Düsseldorf an, dass auch einige „Terrassen nicht den Abstandsregelungen der Coronaschutzverordnung entsprachen“. Diese seien aber nach Ansprachen umgebaut worden. Frank Hermsen, Geschäftsführer der Altstadtgemeinschaft in Düsseldorf, betonte gegenüber 24RHEIN, dass das Problem nicht bei den Wirten läge. Diese hätten nach ihren Möglichkeiten versucht, darauf zu achten, alle Regeln einzuhalten und würden das auch weiterhin tun.

„Trotz schlechten Wetters sind viele Besucher gekommen und die Stimmung war insgesamt gut. Ich habe viele leuchtende Augen gesehen, von Menschen, die froh waren, endlich mal wieder unter Leute gehen zu können und in der Altstadt ein Bier zu trinken. Allerdings muss ich bemängeln, dass man bei vielen Besuchern auf den öffentlichen Flächen schon das Gefühl bekommen konnte, Corona sei vorbei. Das war auch tagsüber schon massiv der Fall und das Ordnungsamt kam mit den Kontrollen gar nicht mehr hinterher“, so Hermsen. Gleichzeitig betont der Geschäftsführer der Altstadtgemeinschaft, dass es zu keinen Ausschreitungen und zu keiner Gewalt gekommen sei. „Die Besucher waren einsichtig und haben den Anweisungen Folge geleistet.“

Vor einer Kneipe auf der Bolker Straße müssen die Gäste warten, um sich anzumelden.
Am Freitag kam es vor den Kneipen und Brauereien in der Düsseldorfer Altstadt teilweise zu langen Schlangen. © David Young/dpa

Nach größtenteils durchwachsenem Wetter an Pfingsten, kündigen sich für das kommende Wochenende vorsommerliche Temperaturen und viel Sonnenschein an. Potenziell dürfte es dann also noch mehr Menschen in die Altstadt ziehen, was gleichzeitig Kontrollen und die Einhaltung der Corona-Regeln nochmal erschweren dürfte. Auch Frank Hermsen hat dafür „kein Patentrezept“. „Wir müssen sehen, dass wir die Regeln besser einhalten, aber wenn es noch voller wird, dann wird das sehr schwer“, gibt er zu. Es bleibt abzuwarten, was aus den Krisengesprächen am Dienstagnachmittag rauskommt und welche Vorkehrungen die Stadt treffen will, um die „explosive Lage“ zu entschärfen. (bs)

Update vom 25. Mai, 19:12 Uhr: Der Artikel wurde um die Beschlüsse des Krisengipfels erweitert.

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