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Lebenslange Haft: Dinslakener IS-Terrorist will doch nicht aussagen

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Nils D., verurteilter IS-Terrorist, im Jahr 2019 beim Prozessauftakt im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts.
Dem IS-Terroristen Nils D. aus Dinslaken droht lebenslange Haft. (Archivbild) © Rolf Vennenbernd/dpa

Der IS-Terrorist Nils D. aus Dinslaken will sich doch nicht äußern. Die Bundesanwaltschaft hat für den Dinslakener lebenslange Haft wegen Mordes gefordert.

Düsseldorf – Kehrtwende von der Kehrtwende: Der wegen Mordes angeklagte IS-Terrorist Nils D. will sein Schweigen doch nicht brechen. Der Prozess werde am kommenden Mittwoch mit dem Plädoyer der Verteidigung fortgesetzt, sagte eine Sprecherin des Oberlandesgerichts in Düsseldorf am Freitag auf Anfrage.

Das Gericht hatte die Beweisaufnahme nach mehr als zwei Jahren Prozessdauer schon geschlossen und der Staatsanwalt schon plädiert, als der 31-Jährige plötzlich eine Aussage ankündigte. Zuvor hatte er zu den neuen Tatvorwürfen geschwiegen und sich auf seine Aussage aus dem ersten Prozess gegen ihn berufen.

IS-Terrorist aus Dinslaken: Angeklagter will sich doch nicht äußern

Die Bundesanwaltschaft hat für den Dinslakener lebenslange Haft wegen Mordes gefordert und die Feststellung der besonderen Schwere seiner Schuld. „Er hat regelmäßig und systematisch gefoltert“, hatte der Anklagevertreter gesagt. Dabei sei einer der von ihm gefolterten Gefangenen zu Tode gekommen.

Der inzwischen 31 Jahre alte Angeklagte wurde im März 2016 als IS-Terrorist zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Er gehörte der berüchtigten „Lohberger Brigade“ von Salafisten aus dem Zechenviertel Dinslaken-Lohberg an, die sich in Syrien dem IS angeschlossen hatten. Nach seiner ersten Verurteilung tauchten ehemalige Gefangene auf, die aussagten, er sei in einem Gefängnis einer der Folterer gewesen. Der Prozess soll am kommenden Mittwoch mit dem Plädoyer der Verteidigung fortgesetzt werden. Der Prozess hatte im September 2019 begonnen. (jaw/dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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