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Douglas rudert zurück – Parfümerie schließt doch noch seine Filialen

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Von: Johanna Werning

Passanten laufen vor dem geschlossenen Eingang eines Kaufhauses der Parfümerie-Filialkette Douglas in der Innenstadt von Hamburg entlang.
Douglas schließt nun doch und entschuldigt sich für das Handeln (Archivbild) © Axel Heimken/dpa

Douglas wollte trotz Lockdows geöffnet bleiben. Nach harscher Kritik entscheidet sich der Parfümerie-Gigant nun doch für die bundesweite Schließung der Filialen.

Düsseldorf – Was für ein hin und her. Nach heftiger Kritik ruderte die Parfümeriekette Douglas mit Sitz in Düsseldorf zurück. Die Chefin des Duft-Konzerns Tina Müller gab nun die zeitweilige bundesweite Schließung der Filialen auf der Plattform Twitter bekannt. Die Entscheidung folgte aufgrund harscher Kritik.

Denn das Unternehmen plante ursprünglich trotz Lockdown rund ein Viertel der Filialen offenzuhalten. Als Grund für die Entscheidung argumentierte die Parfümeriekette, Drogerie-Produkte anzubieten und somit von der zeitweiligen Schließung nicht betroffen zu sein.

Düsseldorf: Douglas rudert zurück und schließt doch Filialen

Kritiker hatten sich daran gestört, dass Douglas auf diese Weise den Lockdown unterlaufen würde und eigentlich nicht als Drogerie eingestuft werden dürfe. „Für Viele war die Entscheidung, einige Filialen mit Drogerie-Sortimenten offenzuhalten, nicht nachvollziehbar. Ab heute bleiben alle deutschen Filialen geschlossen“, verkündete Konzern-Chefin.

Denn eigentlich wollte die Parfümeriekette mit mehr als 2.000 Filialen trotz des coronabedingten Lockdowns die bundesweiten Filialen teilweise öffnen. Als Erklärung dafür gab das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf an, auch Drogerie-Produkte, wie beispielsweise Duschgel oder Reise-Utensilien, anzubieten. Rund ein Viertel der bundesweiten Filialen sollten somit weiterhin geöffnet bleiben. Das zweifelhafte Handeln war für viele ein absolutes Unding – für den Konzern hagelte es ziemlich viel Kritik.

Düsseldorf: Douglas-Chefin Tina Müller entschuldigt sich für zweifelhafte Handeln

Die Gewerkschaft Verdi in Hessen hatte zuvor von einem „anrüchigen Unterlaufen des Lockdowns“ gesprochen. Der Parfümerie-Gigant aus Düsseldorf deklariere sich über Nacht zur Drogerie um, warf die Gewerkschaft dem Duft-Konzern vor.

Für viele Menschen sei die Entscheidung, einige Filialen offenzuhalten, nicht nachvollziehbar gewesen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. „Wir bitten alle um Entschuldigung, die wir mit unserem Vorgehen befremdet oder vor den Kopf gestoßen haben“, so Tina Müller in ihrem Twitter-Beitrag weiter. Bereits mit dem heutigen Tag gelte der bundesweite Lockdown für alle Douglas-Filialen in Deutschland.

Tina Müller leitet Douglas seit November 2017. Zuvor war sie Marketingvorstand bei Autohersteller Opel. (jw mit dpa)

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