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Düsseldorf: Feuer gelegt, um Miete zu sparen? Kioskbetreiber droht lange Haft

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Blick auf das Landgericht und Amtsgericht in Düsseldorf.
Der Prozess gegen den Kioskbetreiber wurde vor dem Landgericht in Düsseldorf neu aufgerollt (Symbolbild). © Rolf Vennenbernd/dpa

Ein Mann aus Düsseldorf steht wegen eines Feuers in seinem Kiosk erneut vor Gericht. Diesmal könnte er wegen zehnfachen versuchten Mordes verurteilt werden.

Düsseldorf – Weil er in seinem Kiosk Feuer gelegt haben soll, muss sich ein 47-Jähriger seit Montag erneut vor dem Landgericht in Düsseldorf verantworten. Ihm droht eine Verurteilung wegen zehnfachen versuchten Mordes. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte die Verurteilung des Kioskbetreibers zu siebeneinhalb Jahren Haft wegen besonders schwerer Brandstiftung aufgehoben und die Neuauflage des Prozesses angeordnet.

Düsseldorf: Kioskbetreiber in erster Instanz zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt

Nach Ansicht des BGH kommt eine Verurteilung des 47-Jährigen wegen zehnfachen versuchten Mordes in Betracht. Das hatte die Staatsanwaltschaft so gesehen und das Urteil in der Revision erfolgreich angefochten. Laut Anklage hatte der 47-Jährige in der Nacht zum 5. März 2018 in seinem ungenutzten, weil unrentablen Kiosk in einem fünfstöckigen Mehrfamilienhaus in Düsseldorf Feuer gelegt, um Mietkosten zu sparen.

In der ersten Instanz war er zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Für die Neuauflage sind bis Ende Januar elf Verhandlungstage angesetzt. Der 47-Jährige sitzt seit drei Jahren in Untersuchungshaft. Er werde sich im Prozess zu einem späteren Zeitpunkt zu den Vorwürfen äußern, kündigte Verteidiger Wolf Bonn an.

Düsseldorf: Brand in Kiosk in Mehrfamilienhaus

Laut Anklage hatte der Mann in seinem ungenutzten Kiosk an der Düsseldorfer Münsterstraße an vier verschiedenen Stellen Benzin ausgeschüttet und Feuer gelegt. Zur Tatzeit schliefen zehn Bewohner in dem Mehrfamilienhaus. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Die Feuerwehr konnte das Übergreifen der Flammen auf die darüberliegenden Wohnungen verhindern.

Die 43-jährige Ehefrau des Angeklagten sagte am Montag als Zeugin, die Eröffnung der neuen Fachhochschule in der Nähe habe sich immer weiter verzögert. Das Café sei aber für die Studenten gedacht gewesen. Ihr Mann habe das Café zwar nach wenigen Wochen geschlossen, aber wieder eröffnen wollen. Der Kioskbetreiber hat die Vorwürfe immer bestritten. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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