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Feuerwehr Düsseldorf: „Falschparker gefährden Menschenleben“

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Von: Benjamin Stroka

Ein Feuerwehrauto steckt zwischen falsch geparkten Autos fest.
Die Feuerwehr Düsseldorf machte bei der Durchfahrt von Straßen in Oberbilk auf die Gefahr aufmerksam, die durch Falschparker entstehen. ©  Landeshauptstadt Düsseldorf/Uwe Schaffmeister

Immer wieder wird die Feuerwehr in Düsseldorf von Falschparkern auf dem Weg zu einem Einsatz behindert. Das kann auch Menschenleben gefährden.

Düsseldorf – Die Suche nach einem Parkplatz kann in vielen Stadtteilen von Düsseldorf zu einer regelrechten Qual werden. Wer meint, plötzlich doch eine Lücke entdeckt zu haben, wird häufig von einer Einfahrt oder einer Feuerwehrzufahrt eines Besseren belehrt. Viele Menschen stellen ihr Auto dann frustriert und widerrechtlich irgendwo auf der Straße ab. Was dabei oft nicht bedacht wird: Diese falsch geparkten Fahrzeuge können zu einem großen Hindernis für die Feuerwehr werden. Mit einer Aktion in Düsseldorf-Oberbilk machte die Feuerwehr nun auf die Probleme aufmerksam.

Feuerwehr Düsseldorf: „Falschparker gefährden Menschenleben“

Bei einem Feuerwehreinsatz, egal, ob wegen eines Feuers, eines in Not geratenen Menschen oder eines schweren Unfalls, kommt es auf jede Minute an. Doch immer wieder kommt es vor, dass das Auto eines Falschparkers die Rettungskräfte bei der Einsatzfahrt behindert. „Wenn die Einsatzfahrzeuge dann verspätet oder gar nicht am Unglücksort ankommen, kann das schlimme Folgen haben. Für viele Autofahrer ist es noch immer eine vermeintliche Bagatelle, wenn sie ihre Fahrzeuge falsch parken“, erklärt ein Sprecher der Stadt Düsseldorf. Tobias Schülpen von der Feuerwehr ergänzt: „Jedem muss bewusst sein, Falschparker gefährden Menschenleben, denn die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst brauchen Platz um schnelle Hilfe leisten zu können.“ Auch zugeparkte Hydranten seien immer wieder ein Problem.

Falschparker in Düsseldorf behindern die Feuerwehr

2020 sprach die städtische Verkehrsüberwachung in Düsseldorf insgesamt 2322 Verwarnungen für Falschparker aus, die Feuerwehrzufahren- oder bewegungszonen blockierten. 600 Autos wurden deswegen abgeschleppt. Allein in der ersten Jahreshälfte 2021 wurde die Zahl der abgeschleppten Autos schon beinahe erreicht. Bis Ende Juni wurden schon 586 Fahrzeuge abgeschleppt, weil sie Feuerwehrwege blockierten. 1440 Verwarnungen wurden bereits ausgesprochen.

Falschparker in Düsseldorf: Feuerwehr verliert „wertvolle Zeit“

Um besonders in Düsseldorf-Oberbilk darauf aufmerksam zu machen und die Menschen für die Problematik zu sensibilisieren, war die Feuerwehr am Dienstag (3. August) gemeinsam mit dem Ordnungsamt, der Verkehrsüberwachung und dem Amt für Verkehrsmanagement vor Ort.

Die Feuerwehr durchfuhr die Borsigstraße, Sonnenstraße, Flügelstraße, Linienstraße und Kirchstraße und zeigte, „wie schwer ein Durchkommen oftmals ist und dass wertvolle Zeit verloren gehen kann, weil Autos achtlos abgestellt werden“, berichtet ein Sprecher der Stadt. „Wir schreiben selbst keine Strafzettel, uns geht es vielmehr darum, darzustellen, dass wenn auch ein Auto an einer engen Stelle noch durchkommt, ein großes Feuerwehrfahrzeug dort seine Grenzen findet“, betont Schülpen. Sollte es erforderlich sein, werde die Stadt auch bei Beschilderungen und Fahrbahnmarkierungen nachbessern.

Als Falschparker einen Feuerwehreinsatz behindert? Das kann teuer werden

Wer eine Feuerwehrzufahrt blockiert, muss grundsätzlich mit einem Bußgeld von 35 Euro rechnen. Wenn das Auto abgeschleppt werden muss, kommen noch mindestens 200 Euro dazu. Aber auch rechtliche Folgen sind durchaus möglich. „Neben der Ordnungswidrigkeitenanzeige werden die Falschparker auch bei den Beschädigungen an den Feuerwehr- sowie dem eigenen Fahrzeug beteiligt. Wenn durch das Falschparken jemand zu Schaden kommt, können zusätzlich noch Ersatzansprüche gestellt werden“, erklärt die Stadt Düsseldorf.

Falschparker in Düsseldorf: Mehrfach musste die Feuerwehr zu Fuß gehen

In mehreren Fällen sorgten Falschparker in diesem Jahr schon dafür, dass die Feuerwehr mit den Löschfahrzeugen nicht bis zu einem Einsatzort fahren konnte. Dann mussten die Wehrleute die letzten Meter zu Fuß zurücklegen. So geschehen im April, als mehrere Anrufer einen Wohnungsbrand in Gerresheim meldeten. „Die anrückenden Feuerwehrkräfte konnten durch im Kurvenbereich abgestellte Pkw nicht in die Straße einfahren. Die letzten 100 Meter legten die Einsatzkräfte dann zu Fuß zurück“, berichtet ein Sprecher der Stadt.

Schon Ende Januar wurde ein Brand in einem Dachstuhl in Gerresheim gemeldet. „Am späten Abend des 28. Januar versuchten die Einsatzkräfte über verschiedene Straßen das Haus zu erreichen. Trotz aller Bemühungen blockierten Falschparker im Bereich der Lakronstraße und der Pfeifferstraße das Vorankommen der Rettungskräfte. Auch dort gingen die Feuerwehrleute die letzten Meter zu Fuß zum Gebäude.“ In beiden Fällen ging es glimpflich aus. In einer anderen Situation können so verlorene Minuten aber schlimme Folgen haben. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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