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Düsseldorfer Taxifahrer lässt Wut an Sanitäter im Einsatz aus – seine Reue stimmt die Richterin milde

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Von: Benjamin Stroka

Das Landgericht Düsseldorf von außen.
Das Amtsgericht Düsseldorf verurteilte einen Taxifahrer wegen eines Angriffs auf einen Sanitäter. © Marcel Kusch/dpa

Weil ein Rettungswagen seinen Privat-Pkw während eines Einsatzes zugeparkt hatte, griff ein Taxifahrer aus Düsseldorf einen Sanitäter an. Jetzt wurde er vor Gericht verurteilt.

Düsseldorf – Mit einer so milden Strafe hat wohl nicht mal der Angeklagte gerechnet. Für einen Angriff auf einen Sanitäter am 20. Dezember 2019 wurde ein 32-jähriger Taxifahrer aus Düsseldorf nun vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt.

Er hatte den Sanitäter während eines Einsatzes am Kragen gepackt, ihm Schläge angedroht und ihn als „Wichser“ beleidigt. Das gab der Angeklagte während des Prozesses zu.

Nach Angriff auf Sanitäter in Düsseldorf: Angeklagter entschuldigt sich vor Gericht

Vor rund einem Jahr sei der Angeklagte mit seiner Frau vom Stadtteil Bilk in die Düsseldorfer Innenstadt gefahren, um ein Bett zu kaufen. Als er zu seinem damals an der Steinstraße abgestellten Privatfahrzeug zurückkehrte, parkte ein Rettungswagen mit Blaulicht ihn zu und verhinderte, dass er weiterfahren konnte.

„Ich war sehr sauer, sehr aufgeregt“, sagte der 32-Jährige vor Gericht, wie die Rheinische Post berichtet. Er sei bereits „vorgeheizt“ gewesen, da seine Frau sich für kein Bett entscheiden konnte. Er rastete aus, packte einen 29-jährigen Sanitäter, beleidigte ihn und bedrohte ihn mit erhobener Faust.

Vor Gericht zeigte der Angeklagte Reue: „Ich habe mich nicht korrekt verhalten.“ Er habe sich da reingesteigert, „das sollte man natürlich nicht machen“. Als er dem Sanitäter vor Gericht begegnete, entschuldigte er sich.

Amtsgericht Düsseldorf: Überraschend milde Geldstrafe für 32-jährigen Taxifahrer

Das berücksichtigte die Richterin bei der Auswahl des Strafmaßes. Sie verurteilte den 32-jährigen Düsseldorfer zu einer überraschend milden Geldstrafe von 90 Tagessätzen. Für einen tätlichen Angriff auf Einsatzkräfte liegt das Strafmaß eigentlich zwischen drei Monaten und fünf Jahren Haft.

Auch bei der Höhe des Tagessatzes kam die Richterin dem Angeklagten entgegen. Da er aufgrund der aktuellen Corona-Beschränkungen momentan nicht Taxi fahren kann und von Sozialleistungen lebt, wurde der Tagessatz auf zehn Euro festgesetzt. Der Angeklagte akzeptierte das Urteil. Ob die Staatsanwältin Berufung einlegt, ließ sie bislang noch offen. (bs)

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