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Flughafen Düsseldorf erinnert an Feuer-Inferno vor 25 Jahren – stilles Gedenken am Jahrestag

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Von: Nina Büchs

Rolf Tups, Vorsitzender des Flughafen-Aufsichtsrates, Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Landeshauptstadt Düsseldorf, Hendrik Wüst, Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, und Thomas Schnalke, Vorsitzender der Geschäftsführung Flughafen Düsseldorf
Auch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (3.v.l.) nahm an dem stillen Gedenken teil. © Flughafen Düsseldorf/dpa

Am 11. April 1996 kam es am Flughafen Düsseldorf zu einem Feuerinferno. 17 Menschen starben, 88 wurden verletzt. Zum 25. Jahrestag wurde deshalb eine Gedenkminute abgehalten.

Update vom 11. April, 16:30 Uhr: Heute vor genau 25 Jahren ereignete sich am Düsseldorfer Flughafen die schreckliche Katastrophe, die 17 Todesopfer forderte. Am heutigen Jahrestag hat NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst zusammen mit Düsseldorfs OB Dr. Stephan Keller und Vertretern des Flughafens im Gedenkraum des Airports einen Kranz niedergelegt, sich in ein Kondolenzbuch eingetragen und den Opfern des Brandes in einem würdigen Rahmen gedacht, teilt der Flughafen mit.

Der Jahrestag werde – auch in Absprache mit den Angehörigen – seit dem zehnjährigen Jahrestag in aller Stille und nicht mehr im öffentlichen Rahmen begangen. Um 15:31 Uhr waren alle Gäste, Mitarbeiter und Besucher zu einer Gedenkminute eingeladen. (sk)

Flughafen Düsseldorf: Schweigeminute am Sonntag

Erstmeldung vom 9. April: Düsseldorf (dpa) - Eine gewaltige Feuerwalze frisst sich durch den Ankunftsbereich des Düsseldorfer Flughafens. 17 Menschen sterben, 88 werden verletzt. Die Opfer, darunter ein Kind, verbrennen oder ersticken. Feuerwehrleute finden die Toten in einer VIP-Lounge, auf der Toilette und in zwei Fahrstühlen, mit denen sie ahnungslos von den Parkdecks direkt ins Inferno gefahren waren. Am 11. April 1996 blieben die Uhren des Airports um 16.11 Uhr stehen.

Düsseldorf: Zum Jahrestag der Katastrophe wird am kommenden Sonntag in einer Gedenkminute innegehalten

25 Jahre später, am kommenden Sonntag, werden die Fluggäste, Besucher und Mitarbeiter des Airports über eine Durchsage dazu eingeladen, für eine Gedenkminute an die Opfer innezuhalten. Um 15:31 Uhr soll das geschehen, um diese Uhrzeit ging 25 Jahre zuvor der erste Alarm bei der Flughafenfeuerwehr ein.

Ab dann wird der Gedenkraum des Flughafens an diesem Tag den Angehörigen der Opfer zur Verfügung stehen. Die Flughafenseelsorge bietet ihnen Gespräche und Begleitung an. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (beide CDU) wollen ebenfalls vor Ort sein - abseits der Öffentlichkeit.

Feuer am Flughafen Düsseldorf: „Tragisches Ereignis ist tief im Bewusstsein des Flughafens verankert“

Feuerwehrfahrzeuge auf dem Gelände des Düsseldorfer Flughafens am 11.04.1996.
Das Feuer vom 11. April 1996 am Düsseldorfer Flughafen hatte 17 Menschen getötet und 88 verletzt. (Archivbild) © Achim Scheidemann/dpa

„Dieses tragische Ereignis ist tief im Bewusstsein des Flughafens verankert. Es wird immer Teil unserer Geschichte sein und wir stehen in der Verantwortung, dass es sich nie mehr wiederholt“, sagt Flughafengeschäftsführer Michael Hanné.

Das Datum markiert die bislang schwerste Brandkatastrophe auf einem deutschen Passagierflughafen. Mehr als 1000 Rettungskräfte waren vor 25 Jahren im Einsatz. Der Schaden wird später auf rund eine Milliarde D-Mark beziffert - es ist der größte Brandschaden der Nachkriegszeit in Deutschland. Das dioxinverseuchte Zentrum des Flughafens muss abgerissen und neu gebaut werden.

Flughafen Düsseldorf: Das war die Ursache für den Brand 1996 – Gerichtsverfahren eingestellt

Als das Feuer 1996 nach einigen Stunden gelöscht ist und die Spurensicherung mit ihrer Arbeit beginnt, stoßen die Ermittler auf illegal verbaute brennbare Dämmstoffe, die maßgeblich zum Inferno beigetragen haben.

Der Strafprozess am Düsseldorfer Landgericht bringt eine Liste von Fehlern und Mängeln ans Licht. 2001 wird das Verfahren ohne Schuldspruch gegen Zahlung von Geldauflagen eingestellt. Die angeklagten Manager, Schweißer, Architekten und Verantwortlichen von Flughafen und Feuerwehr bleiben damit straffrei.

Der Flughafen Düsseldorf gilt nun als einer der sichersten der Welt

Heute gilt der Airport in Düsseldorf mit seiner Ankunftshalle aus Glas und Stahl als einer der sichersten der Welt. Mehr als zehn Prozent der Baukosten wurden für den Brandschutz ausgegeben. Tausende Rauchmelder, Sprinklerköpfe und triebwerksgroße Entrauchungsanlagen wurden verbaut.

Erneute Katastrophe im März 2015: Germanwings-Flug 9525 zerschellt in den Westalpen

Vor sechs Jahren, am 24. März 2015, müssen erneut trauernde Angehörige am Airport versorgt werden. Eltern brechen zusammen, die vom Tod ihrer Kinder erfahren. Der Germanwings-Flug 9525 landet nicht wie geplant in Düsseldorf, weil die Maschine in den Westalpen zerschellt ist.

Sorgenfalten gibt es auch im Corona-Jahr: Pandemie bescherrt dem Flughafen Düsseldorf rote Zahlen

Im Jahr 2021 blicken die Mitarbeiter erneut sorgenvoll in die Zukunft, aber das hat mit Bränden und Abstürzen nichts zu tun: Die Corona-Pandemie hat den Airport in die tiefste wirtschaftliche Krise seit der Brandkatastrophe gerissen und ihm 2020 mit über 182 Millionen Euro einen gewaltigen Verlust beschwert. Es ist der erste Verlust seit 1997, als die Brandfolgen die Bilanz in die roten Zahlen zogen.

Die Zahl der Passagiere sank im vergangenen Jahr dramatisch um etwa 74 Prozent. Einsparungen und Stellenabbau sind angekündigt. Vor kurzem legte das Bodenpersonal dort außerdem bei einem Warnstreik die Arbeit nieder. Erst im Jahr 2025 erwarten die Verantwortlichen eine Rückkehr zum Niveau des Jahres 2019. (nb mit dpa)

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