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Düsseldorf: Streit um Franz-Marc-Gemälde – Rückgabe an Erben des Besitzers liegt auf Eis

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Eine Frau betrachtet das Gemälde «Füchse» von Franz Marc (1880-1916).
Die Beratende Kommission für Raubkunstfälle hatte die Rückgabe des Werks „Die Füchse“ von Franz Marc an die Erben des ursprünglichen Besitzers Kurt Grawi empfohlen. (Archivbild) © Marcel Kusch/dpa

Eigentlich hatte der Düsseldorfer Stadtrat beschlossen, das Franz-Marc-Gemälde an die Erben des Besitzers zurückzugeben. Doch daraus wird erstmal nichts.

Düsseldorf – Wegen einer Strafanzeige liegt die von der Stadt Düsseldorf beschlossene Rückgabe eines wertvollen Gemäldes von Franz Marc an die Erben des einstigen jüdischen Besitzers vorerst auf Eis. Wenige Tage nach dem Beschluss des Stadtrates zur Restitution des kubistischen Bildes „Die Füchse“ (1913) sei bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf Strafanzeige wegen zumindest versuchter Untreue gestellt worden, sagte eine Sprecherin der Stadt am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Anzeige richte sich gegen die verantwortlichen Mitglieder der Stadtverwaltung, die die Rückgabe der „Füchse“ empfohlen hatten, sowie gegen die Mitglieder des Stadtrates, die dem Beschluss Ende April zustimmten.

Raubkunst-Streit in Düsseldorf: Stadtrat beschloss Rückgabe an Erben des einstigen Besitzers

Nach einem jahrelangen Raubkunst-Streit hatte der Düsseldorfer Stadtrat einstimmig beschlossen, das Gemälde an die Erben des von den Nationalsozialisten verfolgten Kurt Grawi (1887-1944) zurückzugeben. Das Kommunalparlament war damit einer in Fachkreisen umstrittenen Empfehlung der Beratenden Kommission für Raubkunstfälle gefolgt.

Düsseldorf: Rückgabe von Franz-Marc-Gemälde gestoppt – Unterlagen fehlen

Nun ist die Rückgabe vorerst gestoppt. Die Staatsanwaltschaft habe die entsprechenden Unterlagen von der Verwaltung eingefordert, sagte die Stadtsprecherin. „Vor diesem Hintergrund konnte die Landeshauptstadt Düsseldorf die Rückgabe des Werkes noch nicht vollziehen.“

Erbin von Franz-Marc-Gemälde will „Rückgabe gerne noch erleben“

Der Anwalt der Erbengemeinschaft, Markus Stötzel, sprach mit Blick auf die Anzeige von einem „politischen Manöver bestimmter Gruppierungen, die gegen Restitution sind und denen späte Wiedergutmachung ein Dorn im Auge ist“. Seine Mandantin sei inzwischen 91 Jahre alt. „Sie würde die Rückgabe gern noch erleben“, sagte Stötzel der dpa.

Übrigens: Ein anderes, wertvolles Kunstwerk wäre in Düsseldorf fast im Altpapier gelandet. Das Werk des surrealistischen Malers Yves Tanguy hatte ein Geschäftsmann aus Belgien am Flughafen Düsseldorf verloren und später bestürzt das Fehlen des Kunstwerks bemerkt. Sein Neffe erstattete deshalb bei der Polizei eine Verlustanzeige. Zum Glück tauchte das 280.000 Euro teure Gemälde später am Boden eines Altpapiercontainers noch auf. Der Besitzer kam selbst aus Belgien angereist und nahm das Fundstück überglücklich entgegen. (nb mit dpa)

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