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Düsseldorf schaltet nachts tausende Gaslaternen aus

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Von: Benjamin Stroka

Eine Gaslaterne leuchtet in Düsseldorf.
In Düsseldorf gibt es noch rund 14.000 alte Gaslaternen. 8000 von ihnen werden ab Oktober nachts ausgeschaltet. © Michael Gstettenbauer/Imago

Die Energiekrise trifft jetzt auch die historische Beleuchtung in Düsseldorf. Rund 8000 Gaslaternen will die Stadt ab 15. Oktober nachts abschalten.

Düsseldorf – Die Stadt Düsseldorf ist stolz auf ihre Gaslaternen. Etwa 14.000 davon stehen aktuell noch in der NRW-Landeshauptstadt. Doch rund 8000 davon bleiben ab dem 15. Oktober nachts dunkel. Grund dafür ist die Energiekrise. Der Krisenstab der Stadt Düsseldorf hat die Maßnahme zum nächtlichen Abschalten der historischen Beleuchtung am Donnerstag (1. September) beschlossen.

Düsseldorf macht 8000 Gaslaternen nachts aus – um Energie zu sparen

Demnach sollen rund 8000 der 14.000 Gaslaternen im Stadtgebiet ab dem 15. Oktober immer nachts von 1 Uhr bis 5 Uhr abgeschaltet werden. Die Abschaltung läuft analog zur Betriebspause der Rheinbahn. „Die Polizei prüft gegenwärtig, ob in Teilbereichen aus Sicherheitsaspekten eine Kompensationsbeleuchtung ersatzweise eingerichtet werden muss“, teilt die Stadt mit.

Wie ein Sprecher der Stadt Düsseldorf bereits im Juli gegenüber 24RHEIN erklärte, machen die Gaslaternen in Düsseldorf circa 20 Prozent der gesamten Straßenbeleuchtung aus. „Die Beleuchtung von öffentlichen Straßen und Plätzen dient der Sicherheit und muss grundsätzlich aufrechterhalten werden. Ein ‚hartes Abschalten‘ von im Verbund verknüpften Gaslaternen ist daher nicht ohne Weiteres möglich“, so der Sprecher Ende Juli. Angesichts der laufenden Energiekrise entschied sich die Stadt nun aber doch für das Abschalten von mehr als der Hälfte aller Gaslaternen.

Düsseldorf will Energie sparen: Weitere Maßnahmen festgelegt

Gaslaternen in Düsseldorf

Historische Beleuchtung: In Düsseldorf gibt es aktuell noch etwa 14.000 Gaslaternen. Sie sind Teil der Straßenbeleuchtung der NRW-Landeshauptstadt und stehen seit September 2020 unter Denkmalschutz. Über 60 Prozent der Gaslaternen sind älter als 50 Jahre. Die Stadt hatte im Mai 2020 beschlossen, dass rund 10.000 Gaslaternen langfristig erhalten bleiben sollen. Für die Sanierung der historischen Leuchten soll auch der Bund rund 400.000 Euro beisteuern.

Neben dem Abschalten der Gaslaternen hat der Krisenstab der Stadt auch noch weitere Energiesparmaßnahmen beschlossen. Dazu gehören unter anderem die Absenkung von Raumtemperaturen in Sporthallen und Umkleiden sowie Bürgerhäusern und Jugendfreizeiteinrichtungen. Zudem ist auch die Beleuchtung von Außengebäuden und Baudenkmälern verboten, „außer sie dient der Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit oder zur Abwehr anderer Gefahren“.

In Düsseldorf wird nach Angaben der Stadt damit ab sofort an rund 150 Standorten die Beleuchtung ausgeschaltet. Auch die Beleuchtung von Werbung ist zwischen 22 Uhr und 16 Uhr verboten. Eine Ausnahme gibt es für die Altstadt. Dort soll die Beleuchtung wie bisher funktionieren. Die Maßnahmen sind Teil der sogenannten „Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen“ der Stadt.

Die Energiekrise trifft so gut wie alle Städte in NRW. Auch in Köln wurden bereits Maßnahmen beschlossen. Dort soll nachts unter anderem der Kölner Dom nicht mehr angestrahlt werden. (bs) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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