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Jugendliche überredeten geistig behinderten Mann zu Raubüberfall – jetzt wurde er verurteilt

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Von: Benjamin Stroka

Das Landgericht in Düsseldorf.
Das Amtsgericht in Düsseldorf verurteilte alle drei Angeklagten eines Kiosk-Überfalls in Gerresheim (Symbolfoto). © Marcel Kusch/dpa

Ein 26-jähriger Mann mit einer geistigen Behinderung wurde im Juli 2019 von zwei Jugendlichen zu einem Überfall auf ein Kiosk überredet. Jetzt wurden alle vor Gericht verurteilt.

Düsseldorf – Zwei Jugendliche nutzten seine Behinderung aus und überredeten einen 26-jährigen Düsseldorfer zu einem Raubüberfall auf ein Kiosk in Gerresheim. Jetzt wurden die beiden Anstifter und der Täter vor Gericht verurteilt.

Düsseldorf: Überfall auf Kiosk in Gerresheim – Täter erbeuteten 20 Euro

Er wollte wohl einfach nur Anerkennung und Freunde finden. Aus diesem Grund soll sich ein 26-jähriger Behinderter im Juli 2019 von zwei 18-Jährigen zu einem Raubüberfall auf ein Büdchen in Düsseldorf-Gerresheim überreden haben lassen. Mit einer Sturmhaube maskiert und einer täuschend echt wirkenden Softair-Pistole bewaffnet betrat der 26-Jährige damals das Büdchen.

Seine Beute: Gerade mal 20 Euro hat ihm der Kiosk-Besitzer mitgegeben. Das Geld soll er sofort seinen beiden Auftraggebern überreicht haben. Doch die Polizei stellte die drei Verdächtigen noch in der Nähe des Tatorts.

Amtsgericht Düsseldorf: Alle drei Männer wurden schuldig gesprochen

Am Montag (11. Januar) standen alle drei vor dem Amtsgericht in Düsseldorf und zeigten sich geständig. Einem Schuldspruch konnte keiner entgehen. Der behinderte Mann wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt. Welche Bestrafung die beiden Jugendlichen erhalten werden, teilte das Gericht indes noch nicht mit.

Wie die „Rheinische Post“ berichtet, soll die Betreuerin des 26-Jährigen vor Gericht betont haben, dass er sehr leicht zu beeinflussen sei. Demnach sei er „unglaublich freundlich, schüchtern, höflich und ehrgeizig“. Er wolle immer einen guten Eindruck hinterlassen und unbedingt Freunde haben.

Allerdings könne er weder lesen, noch schreiben oder rechnen. Auch Geldwerte kann er überhaupt nicht einschätzen. Daher habe er im Kiosk auch nicht einschätzen können, wie viel Beute er wirklich gemacht hatte. „Er wäre aus dem Kiosk auch mit einem Euro herausgegangen“, sagte die Betreuerin vor Gericht. Die Richter berücksichtigten die Behinderung beim Strafmaß. Eigentlich liegt die Mindeststrafe für bewaffneten Raub bei fünf Jahren Gefängnis. (bs)

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