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Henkel: Persil, Schauma, Pattex – alles Wichtige zum Weltkonzern aus Düsseldorf

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Ein Logo der Henkel AG auf einem Gebäudedach hinter einer Produktionsanlage auf dem Werksgelände in Düsseldorf
Seine Marken sind weltbekannt: Henkel gehört zu den bekanntesten Unternehmen in Deutschland © picture alliance / dpa / Jan-Philipp Strobel

Mit rund 52.000 Mitarbeitern erwirtschaftete Henkel im Jahr 2019 einen Jahresumsatz in Höhe von mehr als 20 Milliarden Euro. Bekannt wurde das Unternehmen vor allem für seine Waschmittel, allen voran Persil. Heute agiert es in drei Geschäftsbereichen und ist in 75 Ländern weltweit vertreten.

Düsseldorf – Die Henkel AG & Co. KGaA ist einer der größten Arbeitgeber in Düsseldorf. Am zweitgrößten Produktionsstandort sind rund 5.800 Mitarbeiter direkt bei Henkel angestellt. Dazu kommen etwa 4.200 weitere Angestellte. Das 1,4 Quadratkilometer große Werksgelände nimmt ein Viertel der Fläche des Düsseldorfer Stadtteils Holthausen ein.

Henkel: Gründung und Geschichte

Alles begann mit einem Pulver-Waschmittel: Fritz Henkel gründete 1876 in Aachen eine Waschmittelfabrik. Zwei Jahre später verlegte er aufgrund der besseren Verkehrsanbindung den Firmensitz nach Düsseldorf. Im selben Jahr feierte man bei Henkel erste Erfolge: „Henkel’s Bleich-Soda“ war eines der ersten Waschmittel, das nicht lose, sondern in praktischen Päckchen angeboten wurde. Das war so erfolgreich, dass Expansionen notwendig wurden. Henkel bezog eine Fabrik mit Anschluss an die Eisenbahn in Düsseldorf-Flingern. Im Jahr 1900 wurde der heutige Produktionsstandort in Holthausen bezogen.

Fritz Henkels Sohn Hugo Henkel übernahm im Jahr 1930 die Geschäfte. Henkel wurde unter den Nationalsozialisten zum „Musterbetrieb“. Dieser expandierte stark: 1937 unterhielt das Unternehmen Betriebsstandorte in elf Ländern. Das Düsseldorfer Werk wurde nach Kriegsende durch US-amerikanische Truppen besetzt. Im Juli 1945 erteilte die britische Militärregierung die Produktionserlaubnis unter anderem für Waschmittel.

Henkel: Übernahmen und Marken-Ausweitung

Henkel übernahm im Laufe der Jahre zahlreiche Unternehmen und baute sein Markenportfolio sukzessive aus. Einige Beispiele:

Ab den 50er-Jahren führte der Henkel Konzern, zum Teil durch verschiedene Tochtergesellschaften, zahlreiche bis heute bekannte Marken ein:

Henkel: Entwicklungen und Innovationen

Der zweite wichtige Geschäftszweig des Konzerns, die Klebstoffsparte, war Zufall: Nach dem Ersten Weltkrieg waren Klebstoffe rar, Lieferengpässe drohten. Henkel benötige diese jedoch zum Verschließen der Persil-Pakete. Hugo Henkel ordnete Eigeninitiative an. Im Keller des Packereigebäudes auf dem Düsseldorfer Betriebsgelände stellte das Unternehmen Leim für den Eigenbedarf her. Im ersten Jahr verließen 123 Tonnen Papier-, Karton- und Paketkleber die Produktionsstätte – der Anfang der Adhesive Technologies. Heute betreibt Henkel in China die mit einer Gesamtfläche von 150.000 Quadratmetern größte Klebstofffabrik der Welt.

Im Jahr 1969 brachte das Unternehmen mit Pritt den ersten Klebestift auf den Markt. Klebrige Hände gehörten damit der Vergangenheit an. Die Entwickler ließen sich für die Idee von Lippenstiften inspirieren, die mit einem ebensolchen Drehmechanismus funktionierten.

Henkel: Wichtige Produkte und Marken

Drei Unternehmensbereiche für Privat- und Geschäftskunden gehören heute zu Henkel:

Zu den wichtigen Marken im Bereich Adhesive Technologies zählen unter anderem die Klebstoffe Pattex und Pritt, der Holzklebstoff Ponal und der Tapetenkleister Metylan. Der Konzern übernahm im Laufe seiner Geschichte zahlreiche Unternehmen der Klebstoff-Branche, als eines der größten im Jahr 1997 Loctite. Die Folge: Henkel wurde zum führenden Unternehmen in diesem Bereich.

Im Bereich Beauty Care sind die folgenden Marken besonders bekannt:

Schwarzkopf kam 1995 zum Henkel Konzern. Nach der Übernahme konnte das Unternehmen seinen Umsatz im Beauty-Bereich verdoppeln. Die Marke ist heute die größte im Henkel Universum. Eines der bekanntesten Produkte ist das Haarshampoo Schauma, das seit 1949 auf dem Markt ist. Das US-amerikanische Unternehmen The Dial Corporation wurde 2004 von Henkel erworben. Unter anderem werden Seifen, Flüssigseifen und Duschgele unter diesem Markennamen produziert.

Laundry & Home Care umfasst neben weiteren die folgenden Marken:

Henkel: Standorte in Deutschland und der Welt

Henkel ist weltweit in mehr als 75 Ländern aktiv. Auf dem Betriebsgelände der Düsseldorfer Zentrale produziert man Klebstoffe, Wasch- und Reinigungsmittel. Weitere deutsche Standorte befinden sich in diesen Städten:

Darüber hinaus unterhält die Tochtergesellschaft Schwarzkopf & Henkel Production Europe GmbH & Co. KG Niederlassungen in Viersen und Wassertrüdingen.

In Europa ist Henkel unter anderem in diesen Ländern vertreten:

Weltweit gehören die folgenden Standorte zu den wichtigsten:

Der Henkel-Konzern an der Börse

Im Jahr 1975 wurde die Henkel GmbH in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien umgewandelt. Diese umfasste 70 Tochtergesellschaften und weitere angeschlossene Unternehmen. Seit 1985 ist der Konzern an der Börse notiert. Mit Stand 2018 war dessen Grundkapital in rund 260 Millionen Stamm- sowie 178 Millionen Vorzugsaktien aufgesplittet. Seit 1988 ist Henkel ohne Unterbrechung am Deutschen Aktienindex (DAX) vertreten.

Im Zehn-Jahres-Durchschnitt gewann die Henkel Aktie um rund 97 Prozent an Wert. Das entspricht einem Jahresmittel von 7,1 Prozent (Stand Ende 2020). Das Anlegerisiko stufen Experten als moderat ein: Die Gewinne überwiegen, Verluste sind gering.

Henkel: Werbung mit Geschichte

Im Jahr 1907 kam das Waschmittel Persil auf den Markt. Die Werbung war vielversprechend: Das „erste selbsttätige Waschmittel der Welt“ sollte es sein. 1927 schickte Henkel Flugzeuge in den Himmel, die den Schriftzug des Waschmittels in den Himmel schrieben.

Persil war auch das erste Produkt, das im deutschen Fernsehen mit einem Spot beworben wurde. Die Protagonisten waren lokale Bekanntheiten: Die Münchner Volksschauspieler Liesl Karlstadt und Beppo Brem stellten eine Restaurantszene nach, in der „Xaver“, der kleckernde Ehemann, dank Persil wieder saubere Kleidung erhielt. Damit war Henkel zukunftsweisend: Die Persil-Werbung sollte in den 70er- und 80er-Jahren zum Kult werden und der Slogan „da weiß man, was man hat“ ein geflügeltes Wort.

Auch mit dem Geschirrspülmittel Pril schrieb Henkel Werbegeschichte: Die Prilblumen, 1972 eingeführte, bunte Blumenaufkleber, erreichten ebenfalls Kultstatus. Im Jahr 2015 brachte das Unternehmen eine limitierte Neuauflage heraus.

Henkel: Werksverkauf und Shops

Eine Besichtigung der Konzernzentrale in Düsseldorf ist nur unter bestimmten Umständen möglich, etwa im Rahmen von Studien-, Verbands- oder Unternehmenszwecken. Öffentliche Termine bietet der Konzern nicht an. Auch ein Werksverkauf findet auf dem Unternehmens-Hauptstandort nicht statt.

Produkte von Henkel gibt es in zahlreichen Geschäften wie Bau- und Supermärkten. Wasch- und Reinigungsmittel, Shampoos, Pflegemittel und Co. kauft man in Drogerien, Kaufhäusern, Discountern und Supermärkten. Spezielle Klebestoffe führen die meisten Baumärkte. Industriestoffe führen spezialisierte Großhändler.

Henkel: Jobs

Weltweit sind mehr als 52.000 Menschen für Henkel tätig; rund 85 Prozent von ihnen arbeiten außerhalb von Deutschland. Der Konzern wurde für seine Unternehmenskultur und seine Leistungen als Arbeitgeber bereits mehrfach ausgezeichnet:

Ein Job bei Henkel findet in interdisziplinären Teams statt. Mit offenen Arbeitsbereichen, Gleitzeit und Kinderbetreuung im betriebseigenen Kindergarten bietet das Unternehmen arbeitnehmerfreundliche Leistungen. Ein Einstieg ins Unternehmen ist für Schüler, Studenten, Absolventen und Berufserfahrene möglich. Dafür bietet Henkel Betriebspraktika, ein duales Studium, Ausbildungsplätze, Trainee-Stellen, Jobs im Management, der Produktion, PR, Marketing und Werbung sowie zahlreichen weiteren Unternehmensbereichen.

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