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Düsseldorf: Mann über eine Stunde reanimiert – junges Paar rettet sein Leben

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Von: Benjamin Stroka

Ein Mann wird wiederbelebt.
Erste Hilfe durch ein junges Pärchen rettete einem Mann in Düsseldorf nach einem Herzinfarkt das Leben (Symbolbild). © Cavan Images / Imago

Ein 53-jähriger Mann aus Düsseldorf erlitt Ende Juli plötzlich einen Herzinfarkt. Ein junges Paar kommt vorbei, leistet dramatisch Erste Hilfe und rettet sein Leben.

Düsseldorf – Es klingt wie eine Szene aus einem Film. Über eine Stunde lange kämpfte der Düsseldorfer Michael Pütz (53) Ende Juli um sein Leben. So lange musste er reanimiert werden, nachdem er plötzlich bei einem Treffen mit Freunden am Rhein einen Herzinfarkt erlitten hatte. Vor allem dank eines jungen Pärchens, das sofort und ohne zu zögern, Erste Hilfe leistete, kann er heute sagen: „Ich feiere von jetzt an zwei Geburtstage.“

Düsseldorf: Mann erleidet Herzinfarkt – Helfer reanimieren mit Infos über Handy-Lautsprecher

Die Uniklinik Düsseldorf berichtet am Montag (9. August) von dem nahezu unglaublichen Fall. Ende Juli trifft sich der 53-jährige Michael Pütz mit Freunden am Rhein, als er plötzlich wie aus dem Nichts umkippt. „Seine Freunde halten das zunächst für einen Scherz, merken aber schnell, dass etwas nicht stimmt. Sie rufen den Notarzt“, berichtet ein Sprecher der Uniklinik Düsseldorf. Der 53-Jährige hat einen Herzinfarkt. Sein großes Glück: Genau zu der Zeit kommt ein junges Pärchen auf Fahrrädern vorbei und eilt zur Hilfe.

„Der Vater meiner Retterin ist Arzt. Sie hat ihn sofort angerufen, das Handy auf Lautsprecher gestellt und unter seiner Anleitung mit der Herzdruckmassage begonnen. Abwechselnd mit ihrem Freund hat sie das so lange gemacht, bis der Notarzt da war“, berichtet Michael Pütz sichtlich bewegt. Selbst mitbekommen hat er das natürlich nicht, er war in diesen bangen Momenten bewusstlos. Aber seine Freunde und Familie erzählten ihm den Ablauf.

Uniklinik Düsseldorf: Reanimation läuft seit einer Stunde

Der Notarzt trifft ein und bringt den 53-Jährigen in die Notaufnahme der Uniklinik. Inzwischen wird seit 45 Minuten um sein Leben gekämpft, zunächst von dem jungen Pärchen, danach von den Rettungskräften. In der Uniklinik war Dr. Georg Wolff der erstbehandelnde Kardiologe für Michael Pütz an diesem Tag. „Als er zu uns in die Uniklinik gekommen ist, hatte Herr Pütz seit etwa fünf Minuten wieder einen eigenen Kreislauf – dieser war jedoch höchst instabil. Wenige Minuten nach Eintreffen mussten wir erneut mit der Reanimation beginnen“, erinnert sich der Arzt.

Im sogenannten „Cardiac Arrest Center“, spezialisiert auf die Rettung von Menschen mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand, wird Pütz weiterbehandelt. Weiterhin unter Reanimation schließen die Ärzte ihn an eine Herz-Lungen-Maschine an, die die Leistung der beiden Organe für den Düsseldorfer übernimmt. „So wird der Körper wieder mit Sauerstoff versorgt“, erklärt ein Sprecher der Uniklinik. Genau eine Stunde ist der Zusammenbruch nun bereits her, fast die komplette Zeit wurde Michael Pütz reanimiert.

Düsseldorf: Michael Pütz nach Herzinfarkt – „Jetzt feiere ich zwei Geburtstage im Jahr“

Die Behandlung verläuft erfolgreich, das Herz wird wieder mit Blut versorgt. Nach ein paar Tagen auf der Intensivstation erfolgt die Entwarnung und die Herz-Lungen-Maschine kann die Arbeit einstellen. Eine künstliche Beatmung ist nicht mehr notwendig. Nach eineinhalb Wochen wird Michael Pütz auf eine normale Station im Krankenhaus verlegt, rund zwei Wochen später kann er die Klinik wieder verlassen. „Herr Pütz hatte großes Glück, dass das rettende Pärchen bei seinem Herzinfarkt vorbeigekommen ist, ohne zu zögern geholfen hat und wusste was zu tun ist. Seine Geschichte zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass möglichst viele Menschen wissen, was für eine Erste-Hilfe im Ernstfall nötig ist. Dieses Wissen rettet Leben“, fasst Dr. Wolff zusammen.

Der Gerettete selbst ist nun wieder im Kreise seiner Familie und vor allem eines – dankbar. „Ohne meine mutige und engagierte Retterin und Retter sowie dem unermüdlichen Einsatz der Rettungskräfte und der Teams an der Uniklinik Düsseldorf würde ich heute hier nicht stehen. Mein Leben lang werde ich ihnen dankbar sein: Von jetzt an feiere ich zwei Geburtstage im Jahr“, sagt Michael Pütz. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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