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In Düsseldorf: NRW gedenkt Urteil im Prozess um ehemaliges KZ Majdanek

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Mahnwache vor dem Landgericht in Düsseldorf am 30.06.1981, dem Tag der Urteilsverkündung im Majdanek-Prozess.
Eine Mahnwache vor dem Landgericht in Düsseldorf am 30. Juni 1981, dem Tag der Urteilsverkündung im Majdanek-Prozess. © Peter Sieländer/dpa

In Düsseldorf endete vor 40 Jahren der bis dato längste und teuerste Strafprozess Deutschlands. Es ging um die Ermordung von 250.000 Menschen im KZ Majdanek.

Düsseldorf – NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) erinnert an diesem Dienstag (17:00 Uhr) an das Urteil im sogenannten Majdanek-Prozess vor 40 Jahren. Das Landgericht in Düsseldorf hatte fast sechs Jahre lang gegen Aufseher und SS-Leute des deutschen Konzentrationslagers Majdanek verhandelt.

Mehr als 30 Jahre nach den Taten hatte die Justiz 1975 in Düsseldorf den Versuch gestartet, die individuelle Schuld der Angeklagten mit rechtsstaatlichen Mitteln zu ahnden. Am 30. Juni 1981 endete in Düsseldorf der Prozess um die Nazi-Gräueltaten im KZ Majdanek mit Schuldsprüchen gegen zwei ehemalige KZ-Aufseherinnen und sechs SS-Männer.

Majdanek-Prozess in Düsseldorf: Proteste sprachen von „Fehlurteil“

Mit dem Urteilsspruch ging der bis dahin längste und mit 20 Millionen D-Mark auch der teuerste Strafprozess in der deutschen Justizgeschichte zu Ende.

Doch angesichts der Haftstrafen von dreieinhalb Jahren aufwärts, mehreren Freisprüchen und lediglich einer Verurteilung wegen Mordes waren die meisten internationalen Beobachter enttäuscht.

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin protestierte gegen ein „Fehlurteil“. Die mitleidlose Ermordung von 250.000 Menschen habe „nicht einmal im Ansatz ihre gerechte Sühne gefunden“.

Majdanek-Prozess: Gericht in Düsseldorf verurteilte nur eine KZ-Aufseherin wegen Mordes

350 Zeugen aus aller Welt, darunter 215 ehemalige KZ-Häftlinge, wurden vom Gericht und dem Vorsitzenden Richter Günter Bogen vernommen. Überlebende berichteten dem Gericht von Massen-Erschießungen kranker Häftlinge und der „Kinderaktion“, dem Abtransport von Kindern zur Vergasung vor den Augen ihrer Mütter.

Das Gericht hatte die Mehrzahl der Angeklagten 1981 nur als Mordgehilfen eingestuft, sah in den NS-Machthabern die eigentlichen Massenmörder. Eine Aufseherin, die sich durch besondere Brutalität hervortat, wurde als einzige wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Eine weitere Aufseherin erhielt wegen Beihilfe zum Mord zwölf Jahre Haft. Mit geringeren Strafen kamen die SS-Männer davon: Sie erhielten zwischen dreieinhalb und zehn Jahren. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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