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Düsseldorf: Pole fühlte sich beleidigt – da brachte er seinen Saufkumpel fast um

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Von: Nina Büchs

Die Aufschrift „Landgericht Düsseldorf“ steht am Gebäude des Landgerichts.
Ein 38-Jähriger Mann wurde nun in Düsseldorf zu vier Jahren Haft verurteilt (Symbolbild). © Martin Gerten/dpa

Das Düsseldorfer Landgericht hat einen 38-Jährigen wegen lebensgefährlicher Tritte zu vier Jahren Haft verurteilt. Bei dem Angriff wurde ein Lungenflügel des Opfers durchbohrt.

Düsseldorf – Ein 38-Jähriger Mann musste sich heute vor dem Düsseldorfer Landgericht wegen einer brutalen Gewalttat verantworten. Wegen lebensgefährlicher Fußtritte gegen einen Zechkumpanen verurteilte das Gericht den Angeklagten nun zu vier Jahren Haft.

Brutale Attacke in Düsseldorf – Opfer erlitt Schädelbruch und Rippenbrüche

Der Angeklagte hatte nach einem Wortgefecht im Vollrausch auf den 55 Jahre alten Bekannten in dessen Wohnung eingetreten und ihn schwer verletzt. Das Opfer erlitt im vergangenen Juli einen Schädelbruch und mehrere Rippenbrüche. Eine der Rippen hatte dabei einen Lungenflügel durchbohrt. Das Opfer zog sich damit lebensbedrohliche Verletzungen zu. Das habe der Angeklagte in Kauf genommen, sagte die Staatsanwältin.

Prozess in Düsseldorf: Staatsanwältin hatte fünf Jahre Haft gefordert

Die Staatsanwältin hatte den 38-Jährigen wegen versuchten Totschlags angeklagt und am Dienstag fünf Jahre Haft gefordert. Das sah die erste Strafkammer anders und verurteilte den Mann nur wegen gefährlicher Körperverletzung, ordnete aber seine Unterbringung in einer Entziehungsklinik an.

Der Angeklagte hatte nach der Tat noch eine Zechtour in die Altstadt unternommen. Er gab im Prozess an, er könne sich an den Vorfall nicht erinnern. Auch dem Opfer fehlte jede Erinnerung.

Zeugin sagt aus: Rassismus war Grund für die brutale Attacke

Nach Aussage einer Zeugin, die damals in der Wohnung war, war der Angeklagte ausgerastet, nachdem das Opfer ihn wegen seiner polnischen Herkunft beleidigt hatte. Ein weiterer, mutmaßlich rassistischer Angriff ereignete sich in Düsseldorf vor einem Monat. Bei der Attacke wurde ein Jugendlicher mit markokkanischen Wurzeln an einer S-Bahn-Haltestelle ins Gesicht geschlagen, gewürgt und bedroht. Der Jugendliche erzählte, sein Angreifer habe „ich bringe dich um“ geschrien. Er konnte sich nur knapp vor dem Täter in Sicherheit bringen, berichtete die „Rheinische Post“. Wie die Mutter des Jungen berichtete, habe ihr Sohn seitdem mit psychischen Problemen wie Schlaflosigkeit zu kämpfen. Über die Opferberatung Rheinland hat er inzwischen einen Termin bei der Traumatherapie erhalten. (nb)

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