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Sein Stammplatz vor der Kö-Galerie ist nun leer: Kö-Peter aus Düsseldorf ist tot

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Von: Peter Sieben

Der Eingang der Kö-Galerie auf der Königsallee in Düsseldorf
Hier saß Kö-Peter, Düsseldorfs bekanntester Obdachloser, mit seinen beiden Hunden und schwatzte mit den Passanten. (Symbolbild) © imago

Kö-Peter war der bekannteste Obdachlose von Düsseldorf. Jetzt ist der Aussteiger gestorben. Weggefährten finden emotionale Abschiedsworte.

Düsseldorf – Es war ein bewegtes Leben, das nun vorbei ist: Kö-Peter ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Er war wohl Düsseldorfs bekanntester Obdachloser, lebte mindestens 50 Jahre lang auf der Straße. Einen Großteil davon verbrachte er auf seinem Stammplatz auf der Königsallee vor der Kö-Galerie. Dort, wo die Luxusläden ihre Adressen haben, saß der bekannteste Bettler der Stadt fast täglich mit seinen beiden Hunden und schwatzte mit den Passanten. Ganz am Ende hatte er endlich ein Dach überm Kopf: Ein Unternehmer aus Heerdt hatte ihm einen kleinen Wohncontainer zur Verfügung gestellt.

Kö-Peter reiste durch die Welt, bevor er sich in Düsseldorf niederließ

Dass er eigentlich Peter Otte hieß, hat nur selten eine Rolle gespielt. Zum Beispiel dann, wenn er mal wieder vor Gericht stand. Meistens ging es um Beleidigungen oder darum, dass er seine beiden Hunde nicht ordnungsgemäß angeleint hatte. Manchmal aber wurde Peter Otte auch handgreiflich und laut, war vor allem in früheren Jahren oft voller Zorn auf alles und jeden.

Über seine Biographie sprach Kö-Peter nur wenig: Aufgewachsen ist er in Heimen, reiste viel, lebte zeitweise in Afrika und machte eine Schneiderlehre. Viel mehr ist nicht bekannt über die frühen Jahre des Düsseldorfer Originals. Dann ließ er sich in Düsseldorf nieder. Ein Aussteiger, ein Hippie.

Peter von der Kö hatte selbst nicht viel und half anderen Obdachlosen

Peter von der Kö war sein zweiter Spitzname, der fast klingt wie ein Adelstitel. Soziale Gerechtigkeit war sein Thema. Peter, der selbst kaum etwas hatte, initiierte das „Fest der Hilfe“ in Düsseldorf, eine Aktion, bei der am Rathaus Kleidung und Schlafsäcke für Menschen in Not gesammelt wurde.

Und regelmäßig schmierte er Brötchen für andere Obdachlose, eine Aktion, die er gemeinsam mit dem Straßenmagazin Fiftyfifty ins Leben gerufen hatte.: „Lieber Peter, am Dienstag vor Weihnachten warst du noch bei fiftyifty, hast hundert Brötchen vom Bäcker Hinkel und Aufschnitt von Schinken-Toni mitgebracht. Wir haben die Brötchen dann zusammen geschmiert und an arme Menschen verteilt. So warst du, immer bereit zu helfen. Immer bereit dich einzumischen, wenn es darum ging, sich für die Rechte armer Menschen einzusetzen“, schreibt Streetworker Oliver Ongaro in einem Facebook-Post.

Obdachlosenmagazin organisiert Beerdigung für Kö-Peter

Das Obdachlosenmagazin organisiert nun eine Spenden-Aktion, damit Peter Otte ein anständiges Begräbnis erhalten kann. Am 11. Januar soll es eine Trauerfeier in der Andreaskirche in der Düsseldorfer Altstadt geben. Seine beiden Hunde sind vorerst in einem Tierheim untergekommen.

Am Montag war Peter von der Kö tot auf seiner kleinen Terrasse vor dem Wohncontainer aufgefunden worden. Er starb draußen, unter freiem Himmel, wo er den Großteil seines Lebens verbracht hat. (pen) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in Düsseldorf, NRW und Deutschland passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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