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Drei Euro für Parmesan: Restaurantbesitzer verlangt „Schmerzensgeld“

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Von: Vanessa Moesch

Über Geschmack lässt sich nicht streiten? Und ob! Ein Restaurantbesitzer verlangt von seinen Kunden für eine Extraportion Parmesan bis zu drei Euro.

Düsseldorf - Darf es noch etwas Salz oder Pfeffer sein? Oder ein bisschen mehr Chilisoße für die Schärfe? Nicht umsonst stehen auf vielen Restauranttischen kleine Gefäße mit Gewürzen, die das Essen angeblich schmackhafter werden lassen. Aber einem Gastronomen aus Düsseldorf (NRW) wird das Nachwürzen nun zu viel.

Bei einigen Wünschen stutzen so manche Küchenchefs. Kreationen Marke Eigenbau wie Pasta mit Ketchup oder doch Schnitzel mit Maggie lassen den Köchen die Haare zu Berge stehen, grenzt dieses Verhalten ja schon fast an Beleidigung. Immerhin gelten auch Köche als Künstler und Meister ihres Fachs.

Restaurantbesitzer verlangt „Schmerzensgeld“ von Gästen

Das wäre fast so, als würde man einem Künstler den Pinsel aus der Hand nehmen und ein paar Striche auf einem Gemälde hinzufügen, nur weil es danach besser aussehen könnte. Dass man sich nicht alles gefallen lassen muss, zeigt Küchenchef Gianni Vitale, der das gleichnamige Restaurant in der Ackerstraße betreibt.

Er habe oft darüber nachgedacht, warum manche Menschen nicht akzeptieren, wenn einige Gerichte ohne Parmesan aus der Küche kämen. „Ein bisschen Schmerzensgeld muss sein“, dachte sich der Neapolitaner, der keine Lust mehr hatte, sich mit den Kunden über dieses Thema zu streiten.

Gastronom verlangt von Kunden „Schmerzensgeld“: Drei Euro für Parmesan

Aus diesem Grund verlangt er seit zwei Monaten für eine Extraportion Parmesan einen Euro. Wer den Hartkäse dagegen nicht, wie üblich, auf der Pasta, sondern auf dem Fisch wünscht, zahlt sogar drei Euro extra. Für die Kunden sind diese Hinweise unter der Speisekarte angefügt. Über die Straf-Aktion berichtet aktuell die Rheinischen Post (RP).

Die Aktion des Gastronomen führte dazu, dass Gäste tatsächlich ihre Version des „verbesserten Essens“ überdachten, schreibt wa.de. Hätte sonst fünf bis sechs Mal am Abend eine Extraportion Parmesan die Küche verlassen, sei es bislang nur ein einziger Gast mit Geschmacksverirrung gewesen, der den Reibekäse auf seinem Fisch wünschte und gegen die Zahlung von drei Euro Aufschlag auch bekam.

Gratisbeilagen im Restaurant können zum Problem werden

Die neue Regel sorge laut Vitale bei den Gästen größtenteils für Belustigung, doch gilt sie den Menschen nun als Angebot, das auch abgelehnt werden kann. Dass Gratisbeilagen in Restaurants auch zu Problemen führen können, beweisen dreiste Gäste bei dem Sizilianer Guiseppe Saitta in Oberkassel, wie die RP berichtet.

Sie ließen sich ein Glas Wein bringen und machten sich statt über das Angebot auf der Karte über die Tischausstattung, bestehend aus Öl, Balsamico-Essig und einem Korb mit Brot, her. Diese Praxis wurde aber schon bald von Saitta beendet.

„Schmerzensgeld“ für Extraportion Parmesan: Über Geschmack lässt sich (nicht) streiten

Und während andere Küchenchefs noch gegen die Geschmacksverirrung ihrer Gäste ankämpfen, hätten andere diesen Versuch längst aufgegeben, heißt es. Auch, weil es in ihren Augen nichts bringt, mit den Gästen über ihren Geschmack zu streiten.

Ob die Extrawünsche der Gäste auch im neuen Sushi-Restaurant in Hamm eine Rolle spielen werden, bleibt abzuwarten. Im Sommer sollte eigentlich das Sushi-Restaurant „Bach Tra Cuisine“ am Marktplatz in Hamm eröffnen. Jetzt, im Oktober, ist das noch immer nicht passiert; der Betreiber ist unglücklich. Das hat Gründe.

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