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Schwere Randale nach Missachtung der Corona-Regeln: 50 Jugendliche greifen Polizei in Düsseldorf an

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Von: Benjamin Stroka

Einsatzkräfte der Polizei in der Altstadt Düsseldorf.
Die Düsseldorfer Polizei musste am Wochenende zu einem Großeinsatz in der Altstadt ausrücken. © Gerhard Berger/dpa

Mehr als 100 Jugendliche missachteten am Samstag in Düsseldorf die Corona-Regeln und sorgten für einen Großeinsatz der Polizei. 50 von ihnen griffen einen Streifenwagen an.

Update vom 7. Dezember, 16.05 Uhr: Nach den Vorfällen in der Düsseldorfer Altstadt vom Wochenende fordert NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) nun „klare Konsequenzen“ für die Täter.

„Die Vorfälle am Wochenende in der Düsseldorfer Altstadt erschüttern mich“, sagte Reul am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Wenn junge Leute sich zusammenrotten und Polizistinnen und Polizisten attackieren, dann gehe das weit über das Erträgliche hinaus.

Nach Angriffen gegen Polizei in Düsseldorf: NRW-Innenminister Reul fordert „klare Konsequenzen“

100 bis 120 Jugendliche sollen am Samstagabend in der Düsseldorfer Altstadt randaliert und gegen die Corona-Regeln verstoßen haben. Als die Polizei einen 16-jährigen Rädelsführer festnahm und in einem Streifenwagen zur Wache fahren wollte, wurden die Beamten laut Polizeiangaben von rund 50 Jugendlichen mit Schlägen und Tritten gegen das Fahrzeug daran gehindert.

„Landfriedensbruch und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in dieser Dimension – das muss restlos aufgeklärt werden und klare Konsequenzen haben“, sagte Reul weiter. Die Polizei hatte mehr als zehn Jugendliche vorläufig festgenommen und später wieder entlassen beziehungsweise ihren Eltern übergeben.

Jugendliche Randalierer verursachen Großeinsatz der Polizei in der Düsseldorfer Altstadt

Erstmeldung vom 7. Dezember 2020:

Düsseldorf – Völliges Chaos in der Düsseldorfer Altstadt. Eine Festnahme durch die Polizei führte am frühen Samstagabend zu Ausschreitungen von über 100 Jugendlichen, von denen 50 sogar ein Polizeiauto angriffen.

Eigentlich ist die Altstadt aufgrund der Einschränkungen im Zuge des Coronavirus derzeit deutlich leerer als gewohnt. Dennoch kam es am Wochenende zu einem großen Polizeieinsatz und mehreren Festnahmen. Laut Polizeiangaben meldeten Zeugen am frühen Samstagabend mehrfach auffällig große Menschengruppen in der Altstadt.

Die zum größten Teil Jugendlichen verstießen durch ihr Verhalten gegen die Coronaschutzverordnung. Als das Ordnungsamt Düsseldorf diesbezüglich entsprechende Maßnahmen ergreifen wollte, sollen sie tätlich angegriffen und von einer größeren Gruppe umzingelt worden seien. Daraufhin forderte das Ordnungsamt Polizeiunterstützung an.

Düsseldorf: Jugendliche greifen Polizei an und versuchen Festgenommenen zu befreien

Als die Polizei eintraf, hatten die Mitarbeiter des Ordnungsamts bereits einen 16-jährigen Tatverdächtigen festgehalten. Der Düsseldorfer sollte daraufhin in einem Streifenwagen zur Polizeiwache gebracht werden. Eine rund 50 Personen große Gruppe aggressiver Jugendlicher versuchte dies zu verhindern.

„Der Streifenwagen wurde während der Abfahrt aus der Fußgängerzone von einer ca. 50-köpfigen Gruppe umringt und so zum Anhalten gezwungen“, teilt die Polizei mit. Die Jugendlichen sollen das Fahrzeug mit Schlägen und Tritten angegriffen und beschädigt haben. Einige hätten sogar die Fahrzeugtüren aufgerissen und die Befreiung des Festgenommenen gefordert. „Einzelne Jugendliche kletterten dabei sogar auf den Streifenwagen“, so die Polizei weiter.

Nach Einsatz der Polizei in Düsseldorf: Insgesamt elf Festnahmen, Verdächtige wieder auf freiem Fuß

Als die Beamten Verstärkung anforderten, seien die Angreifer in unterschiedliche Richtungen geflohen. Die Polizei konnte einen 17-Jährigen, der durch Tritte gegen das Polizeiauto besonders aufgefallen war, vorläufig festnehmen. Dabei habe der Jugendliche erheblichen Widerstand geleistet. Zehn weitere Tatverdächtige im Alter von 15 bis 17 Jahren wurden ebenfalls vorläufig festgenommen.

„Es besteht der Tatverdacht des Widerstandes, des Landfriedensbruchs, der Gefangenenbefreiung, der Nötigung und Sachbeschädigung“, gab die Polizei bekannt. Mittlerweile wurden alle Festgenommenen wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen und in die Obhut ihrer Erziehungsberechtigten übergeben. Die Ermittlungen laufen aktuell noch. (bs/dpa)

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