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Düsseldorf: Polizisten wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt – sie wurden jedoch nicht suspendiert

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Das Landgericht Düsseldorf von außen.
Zwei Polizisten werden wegen Körperverletzung im Amt in Düsseldorf angeklagt (Symbolbild). © Marius Becker/dpa

Das Amtsgericht hat zwei Polizisten, die einen Mann in Düsseldorf schwer verletzt haben sollen, schuldig gesprochen und verurteilt. Vom Dienst wurden sie jedoch nicht suspendiert.

Update vom 27. Januar, 20:30 Uhr: Das Urteil gegen die zwei Polizisten, die in einen Altstadtbesucher in Düsseldorf schwer verletzt haben sollen, ist gefallen. Sie wurden am Mittwoch, dem 27. Januar, vom Düsseldorfer Amtsgericht verurteilt. Ein 29-jähriger Beamter erhielt eine neunmonatige Bewährungsstrafe. Er muss außerdem dem Opfer außerdem eine Geldsumme von 3000 Euro zahlen. Sein Kollege, ein 35-jähriger Polizeibeamter wurde zu einem halben Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Auch er muss dem Altstadtbesucher 2.500 Euro zahlen. Beide Beamte wurden wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt schuldig gesprochen.

Nach Urteil in Düsseldorf: Polizeibeamte wurden nicht vom Dienst suspendiert

Nach einem Rechtsgespräch erklärten die Verteidiger, dass sich ihre Beamten nicht mehr gegen die Vorwürfe wehrten. Neben dem Strafverfahren wurde auch ein dienstrechtliches Verfahren gegen die Beamten eingeleitet. Nach Angaben des Düsseldorfer Polizeipräsidiums sind die beiden Beamten nicht suspendiert. Bei einer rechtskräftigen Verurteilung zu mehr als einem Jahr Haft hätte ihnen der Ausschluss aus dem Polizeidienst und der Verlust ihrer Pensionsansprüche gedroht. Körperverletzung im Amt kann mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft werden. (nb mit dpa)

Düsseldorf: Altstadtbesucher schwer verletzt – zwei Polizisten stehen vor Gericht

Düsseldorf – Weil sie einen Altstadtbesucher schwer verletzt haben sollen, stehen am Mittwoch zwei Polizisten in Düsseldorf vor Gericht. Sie werden wegen Körperverletzung im Amt angeklagt.

Nach Vorfall in Düsseldorfer Altstadt: Zwei Polizisten stehen vor Gericht

Die 29 und 35 Jahre alten Beamten sollen um 5 Uhr morgens in der Düsseldorfer Altstadt zwei Männer bei einer Prügelei getrennt haben. Daraufhin soll laut Anklage ein 38-jähriger Mann die Flucht ergriffen haben, wurde allerdings vom 35-jährigen Polizisten daran gehindert.

Der soll das mutmaßliche Opfer zunächst am Boden festgesetzt haben, bevor der 29-jährige Beamte den Mann wieder aufgerichtet, geschlagen und erneut mit Knie und Schienbein minutenlang auf dem Boden fixiert haben soll. Die Anklage beruft sich diesbezüglich auf die Aussagen von sechs weiteren Polizisten.

Mutmaßliche Polizeigewalt in Düsseldorf: Opfer soll schwere Verletzungen erlitten haben

Der 38-jährige Mann sei wehrlos gewesen und habe keinen Widerstand geleistet. Die Gewalt der Polizisten sei demnach nicht gerechtfertigt gewesen. Das Geschehen wurde zudem von Überwachungskameras aufgezeichnet.

Bei dem Vorfall soll sich das mutmaßliche Opfer schwer verletzt haben. Laut Anklage erlitt der 38-Jährige dabei einen doppelten Nasenbeinbruch, einen Bruch der Augenhöhle sowie Blutergüsse und Schürfwunden

Angeklagte Polizisten in Düsseldorf bestreiten die Vorwürfe

Die Polizisten bestreiten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Ihnen zufolge habe der 38-Jährige erhebliche Gegenwehr geleistet. Sie hätten sich daher mit Schlägen gewehrt. Neben dem Strafverfahren wurde auch ein dienstrechtliches Verfahren gegen sie eingeleitet.

Suspendiert wurden die beiden Beamten nach Angaben des Polizeipräsidiums Düsseldorf nicht. Sollten sie zu mehr als einem Jahr Haft verurteilt werden, dann droht den beiden Polizisten der Ausschluss aus dem Polizeidienst und der Verlust ihrer Pensionsansprüche. Körperverletzung im Amt kann mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft werden.

Bereits im vergangenen November wurde ein Polizist in Düsseldorf verurteilt. Damals hatte der Beamte einen Mann in der Düsseldorfer Altstadt umgestoßen und dabei verletzt. (bs/dpa)

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