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Düsseldorf: Schwerverletzter Mann außer Lebensgefahr – das Verhalten eines SUV-Fahrers macht fassungslos

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Von: Benjamin Stroka

Blaulicht auf dem Dach eines Polizeifahrzeugs.
Die Polizei Düsseldorf hat die Ermittlungen aufgenommen (Symboldbild). © imago images / Alexander Pohl

Der Fund eines schwerverletzten Mannes vor einem Altenheim in Düsseldorf beschäftigt aktuell die Polizei. Neue Erkenntnisse geben Hinweis auf den mutmaßlichen Täter.

Update vom 7. Dezember, 15.05 Uhr: Der am vergangenen Donnerstag von der Polizei aufgefundene schwerverletzte Mann (52) ist außer Lebensgefahr. Zudem wurden nun neue Informationen zum möglichen Tathergang bekannt.

Demnach sei der 52-Jährige nach einem Einkauf auf der Kaiserswerther Straße mit seinem schwarz-weißen Trolley auf dem Weg stadteinwärts gewesen, als er in der Höhe des Parkplatzes am Aquazoo einen Mann sah, der eine Edeka-Tüte bei sich trug. Als er an ihm vorbeiging, soll der Mann plötzlich und wie aus dem Nichts auf den 52-Jährigen eingestochen haben.

Das Opfer habe schwerverletzt die Flucht ergriffen und Hilfe bei einem dunkelgrauen SUV gesucht. Doch der Fahrer habe nicht reagiert, sodass sich der Mann auf die andere Straßenseite schleppte und dort an der Kreuzung zur Nelly-Sachs-Straße auf die Polizeibeamten traf. Er habe sogar noch sehen können, dass der Fahrer des SUV ausgestiegen sei, um sein Auto zu beäugen. Der Täter soll zu der Zeit noch am Tatort gewesen sein.

Mordkommission der Polizei Düsseldorf sucht dringend nach Zeugen

Nun sucht die Mordkommission der Polizei dringend nach Zeugen. Der mutmaßliche Täter soll 30 bis 35 Jahre alt und etwa 1,80 bis 1,90 Meter groß und schlank sein sowie einen Dreitagebart getragen haben. Er soll eine kurze braune Jacke, ein buntes Hemd und Lederschuhe angehabt haben. Auf der Tüte, die er dabei hatte, soll ein „Edeka“-Aufdruck gewesen sein.

Hinweise zum Verdächtigen, dem Fahrer des SUV und weitere Zeugenangaben nimmt das Kriminalkommissariat 11 unter der Telefonnummer 0211-8700 entgegen.

Schwerverletzter Mann in Düsseldorf musste noch in der Nacht notoperiert werden

Update vom 4. Dezember, 14.45 Uhr: Mittlerweile hat die Polizei Düsseldorf neue Details veröffentlicht. Demnach musste der schwerverletzte Mann noch in der Nacht notoperiert werden.

Bei dem mutmaßlichen Opfer handelt es sich um einen 52-jährigen Syrer. „Er wurde umgehend notärztlich versorgt und wenig später in einem Krankenhaus notoperiert“, gab die Polizei bekannt. Bei dem schwerverletzten Mann sei Lebensgefahr „zwischenzeitlich nicht auszuschließen“ gewesen.

Der 52-Jährige habe sich am Donnerstagnachmittag um 16.35 Uhr Polizeibeamten im Bereich Nordpark, in Höhe der Nelly-Sachs-Straße genähert. Der Mann habe schwere Verletzungen aufgewiesen. Die Düsseldorfer Polizei richtete daraufhin noch gestern eine Mordkommission ein, die umgehend die Ermittlungen aufnahm. Die genauen Tatumstände seien aber aktuell noch unklar. „Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Übergriff liegen derzeit nicht vor“, betont die Polizei.

Die ersten Ermittlungsmaßnahmen sowie die Suche nach Spuren oder einem möglichen Tatort haben sich bis in die letzte Nacht erstreckt. Nun ist die Polizei auf der Suche nach Zeugen. Das Opfer habe vor dem Vorfall einen Lebensmitteldiscounter an der Kaiserswerther Straße/Am Hain aufgesucht und dabei einen markanten schwarz-weißen Einkaufstrolley mit sich geführt. Zeugen werden gebeten, sich an das Kriminalkommissariat 11 unter Telefon 0211-8700 zu wenden.

Die Polizei in Düsseldorf entdeckte am Donnerstag einen schwerverletzten Mann vor einem Altenheim

Erstmeldung vom 4. Dezember 2020:

Düsseldorf – Rein zufällig entdeckten Polizeibeamte in Düsseldorf am Donnerstagnachmittag gegen 16.30 Uhr einen schwerverletzten Mann vor einem jüdischen Alten- und Pflegeheim im Stadtteil Stockum.

Polizei Düsseldorf: Verdacht der versuchten Tötung – Kripo unterstützt bei den Ermittlungen

Die genauen Umstände der Situation sind aktuell noch unklar. Laut Polizei soll sich die mutmaßliche Tat am Nelly-Sachs-Haus in der Nähe des Nordparks und des Aquazoos abgespielt haben. Aktuell ermitteln die Beamten auch wegen des Verdachts der versuchten Tötung, wie zuerst die „Rheinische Post“ berichtete.

Wie genau der Mann verletzt wurde, wollte die Polizei demnach aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht mitteilen. Da allerdings ein versuchtes Tötungsdelikt im Raum stehe, unterstütze auch die Kriminalpolizei bei den Ermittlungen.

Nelly-Sachs-Haus: Alten- und Pflegeheim fällt unter den Objektschutz der Polizei Düsseldorf

Das Nelly-Sachs-Haus wurde vor rund 50 Jahren als jüdisches Alten- und Pflegewohnheim gebaut. Es bietet Platz für 110 Seniorinnen und Senioren. Es gehört zu den Einrichtungen in Düsseldorf, die unter den Objektschutz der Polizei fallen und daher rund um die Uhr bewacht werden.

Unter Objektschutz versteht man die Bewachung der Polizei von Gebäuden und Einrichtungen, die als besonders gefährdet gelten. Dazu zählen ausländische Botschaften, Einrichtungen der jüdischen Gemeinde oder die Landesregierung. (bs)

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