1. 24RHEIN
  2. Düsseldorf

Düsseldorf: Mutter ermordet und zerstückelt – Sohn winselt vor Gericht: „Ich war es nicht“

Erstellt:

Der Angeklagte steht im Gerichtssaal des Landgerichts Düsseldorf.
Der Angeklagte hat am Dienstag vor Gericht seine Unschuld beteuert. © Martin Höke/dpa

Seit Mitte Dezember steht ein 49-jähriger Mann in Düsseldorf vor Gericht. Er soll seine Mutter 2017 ermordet und zerstückelt haben. Der Angeklagte beteuert hingegen seine Unschuld.

Düsseldorf – Es ist eine grausame Tat, die aktuell vor dem Landgericht in Düsseldorf verhandelt wird. Einem 49-jährigen Mann wird vorgeworfen, seine Mutter im April 2017 ermordet und ihre Leiche danach zerstückelt zu haben. Vor Gericht beteuerte der Mann nun unter Tränen seine Unschuld.

Landgericht Düsseldorf: Angeklagter bestreitet die Tat unter Tränen

Bereits beim Prozessauftakt gab der Angeklagte bekannt, dass er sein monatelanges Schweigen brechen und im Prozess aussagen wolle. Am Dienstag bestritt der 49-Jährige die Tat unter Tränen auf der Anklagebank in Düsseldorf.

„Ich habe nichts getan und meine Mutter nicht umgebracht“, sagte er vor dem Schwurgericht. Zudem habe erst mehrere Tage später in Serbien durch seinen Bruder vom Tod seiner Mutter erfahren.

Staatsanwaltschaft Düsseldorf: Angeklagter soll seine Mutter im Schlaf erschlagen haben

Der Angeklagte sagte aus, dass seine Mutter am Morgen des 29. April 2017 zur Arbeit gegangen und nicht wiedergekommen sei. Er hingegen sei am 30. April mit einem Bus zurück nach Serbien gereist, während sein Bruder in Düsseldorf geblieben sei.

Die Staatsanwaltschaft beruft sich hingegen auf Indizien und Zeugenberichte und geht davon aus, dass der Sohn seine 62-jährige Mutter damals in einem Mietshaus in Düsseldorf im Schlaf heimtückisch erschlagen hat. Um seine Tat zu vertuschen, soll er die Leiche zerstückelt, in schwarze Müllsäcke gepackt und im Keller verstaut haben. Die Leichenteile wurden einen Tag nach dem Mord entdeckt.

Schockierende Details bei Prozessauftakt in Düsseldorf

Beim Prozessauftakt wurden grausame Details von der Gerichtsmedizin veröffentlicht. Demnach sei das Opfer von mindestens zwei bis drei wuchtigen Schlägen auf den Kopf getroffen worden. Da es keine Abwehrverletzungen am Körper der Mutter gegeben hat, muss sie beim Tatzeitpunkt wahrscheinlich gelegen haben.

Am Tatort habe man zunächst nur den Torso der Frau in einem schwarzen Müllsack gefunden. „Der Kopf und die beiden Beine sowie der linke Arm haben gefehlt.“ Die anderen Leichenteile seien erst später gefunden worden.

Düsseldorf: Jahrelanger Familienstreit könnte Motiv im grausamen Mordfall sein

Als Motiv geben die Ermittler einen lange anhaltenden Streit in der Familie an. Der Sohn soll seiner Mutter demnach immer wieder vorgeworfen haben, vor über 30 Jahren den Vater in Serbien aufgrund eines anderen Mannes verlassen zu haben. Später sei die Mutter nach Deutschland ausgewandert und habe ihre fünf Kinder im Heimatland zurückgelassen.

Der 49-Jährige wurde nach dem Tod seiner Mutter mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Erst drei Jahre später konnte er in Kroatien verhaftet werden und wurde daraufhin im Sommer nach Deutschland ausgeliefert. Der Prozess soll noch bis zum 25. März laufen. Es sind noch 18 weitere Verhandlungstage angesetzt. Sollte der Sohn wegen Mordes verurteilt werden, droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe. (bs mit dpa)

Auch interessant