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Nach tödlichem Unfall auf A3 bei Köln: Düsseldorf sichert Betonplatten im Rheinalleetunnel zusätzlich ab

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Von: Benjamin Stroka

Mehrere Fahrzeuge fahren durch den Rheinalleetunnel in Düsseldorf.
Rund 80.000 Fahrzeuge fahren täglich durch den Rheinalleetunnel. © David Young/dpa

Ein Unglück wie auf der A3 bei Köln soll sich auf keinen Fall wiederholen. Daher reagiert die Stadt Düsseldorf nun auf gefundene Schäden im Rheinalleetunnel.

Düsseldorf – Der tödliche Betonplatten-Unfall auf der A3 bei Köln sorgte deutschlandweit für Aufsehen und Bestürzung. Die Stadt Düsseldorf will im Rheinalleetunnel nun Vorsorge betreiben.

Denn: Die dort verbauten Lärmschutzwände haben eine ähnliche Konstruktionsart wie ihre Gegenstücke auf der A3. Das teilte die Landeshauptstadt am Mittwoch mit. Ab heute werden die Betonplatten an den Wänden in dem viel befahrenen Straßentunnel am Rhein zusätzlich abgesichert.

Stadt Düsseldorf: Schäden an den Betonplatten bei aktueller Prüfung entdeckt

Die aktuell durchgeführte Hauptprüfung 2020 brachte laut der Stadt Düsseldorf Schäden an der „unteren Aufstandsfläche“ der Betonplatten im Rheinalleetunnel hervor. Aus diesem Grund plane man nun im gesamten Tunnel einen zusätzlichen Betonverguss. „Damit soll ein Verrutschen der Platten auch weiterhin ausgeschlossen werden“, so die Stadt.

Die Arbeiten im Düsseldorfer Rheinalleetunnel werden Sperrungen für den Verkehr zur Folge haben. Bis Mitte Dezember soll jeweils die rechte Fahrspur außerhalb der Hauptverkehrszeiten gesperrt werden. Konkret heißt das: in Richtung Neuss von 6 bis 15 Uhr und stadteinwärts von 10 bis 19 Uhr.

Betonplatten aus den 90er-Jahren: Düsseldorf plante bereits mit Erneuerungen

Der Rheinalleetunnel wurde vor rund 51 Jahren, im Oktober 1969, in Betrieb genommen. Die Baukosten lagen damals bei 39 Millionen D-Mark. Die 4,30 Meter hohen Betonplatten sind laut Stadt Düsseldorf dort aus brandschutztechnischen und optischen Gründen angebracht.

Eine Erneuerung der aus den 1990er-Jahren stammenden Betonplatten habe man unabhängig von aktuell notwendigen Sicherungen „bereits als Vorplanung vorgesehen“. Die Verankerungen der Platten seien zudem bereits vor einigen Jahren zusätzlich gesichert worden.

Unfall auf A3 bei Köln: Problem an Betonplatte schon seit 2008 bekannt

Beim tödlichen Unfall auf der A3 (Kölner Ring) am 13. November löste sich eine tonnenschwere Betonplatte aus der Schallschutzmauer und stürzte auf das Auto einer 66-jährigen Kölnerin. Die Fahrerin wurde laut der Obduktion von der Betonplatte erschlagen. Bei der Untersuchung hatte sich herausgestellt, dass die Platte fehlerhaft befestigt worden war.

Mittlerweile teilte der Landesbetrieb Straßen NRW sogar mit, dass das Problem bereits seit 2008 bekannt war. Die damals beauftragte Baufirma soll mittlerweile insolvent sein. Kurios: Bei der letzten Prüfung 2013 wurde die umgestürzte Betonplatte noch mit „Sehr gut“ bewertet. (bs/dpa)

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