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Düsseldorf: Rosenmontagszug verschoben – Comitee muss den „Karneval neu denken“

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Ein Motivwagen zum Coronavirus zieht beim Rosenmontagszug über die Strecke.
Das Coronavirus wirkt sich erneut auf den Düsseldorfer Karneval aus. (Archivfoto) © Federico Gambarini/dpa

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie ist der Rosenmontagszug in Düsseldorf auf den 8. Mai verschoben worden. Weitere Verschiebungen könnten folgen.

Düsseldorf – In Düsseldorf hat die Corona-Pandemie erneut Auswirkungen auf den Karneval. Der Rosenmontagszug 2022 ist von den Jecken in der Landeshauptstadt vom 28. Februar auf den 8. Mai 2022 verschoben worden. Das entschied am Mittwoch das Comitee Düsseldorfer Carneval.

„Wir sind in einer besonderen Lage, da müssen auch besondere Entscheidungen getroffen werden“, erklärt Hans-Peter Suchand, Pressesprecher vom CC auf Nachfrage von 24RHEIN. Darum habe man sich in den letzten zwei Wochen vermehrt mit dem Gedanken abgefunden, den Umzug zu verschieben.

Düsseldorf: Wegen Corona Rosenmontagszug verschoben – „Karneval neu denken“

Der neue Termin eröffne die Chance, den Düsseldorfer Rosenmontagszug in der gewohnten Weise mit Tausenden von Zuschauern am Straßenrand durchzuführen, begründeten die Narren den Schritt. Vor kurzem war bereits die Kürung des Düsseldorfer Prinzenpaares auf Anfang Januar verschoben worden. Das Comitee Carneval hatte in diesem Zuge auch alle Karnevalsvereine gebeten, im November komplett auf Saalveranstaltungen zu verzichten. Leicht ist die Entscheidung nicht gefallen.

Mit der Möglichkeit, die Karnevalsveranstaltungen in den „wärmeren Monaten“ nachzuholen, sollen Jecken und Gesellschaft die Möglichkeit bekommen, doch noch die 5. Jahreszeit zu feiern. Denn darauf sind Viele angewiesen, wie Suchand weiter erklärt. „Es ist eben keine normale Session. Ein kompletter Ausfall bedeutet für Künstler und Vereine einen finanziellen Ruin. Noch einmal alles abzusagen, können sich viele nicht leisten“ – nicht zwei Jahre hintereinander.

Und genau da soll der Rosenmontagszug im Mai helfen. „Da muss man den Karneval eben neu denken“, so der Pressesprecher weiter. Darum wurde in den letzten zwei Wochen geplant, umorganisiert und das Go von Stadt und Kirche eingeholt. „Es musste ein Termin gefunden werden, der allen passt. Alle waren sehr bemüht.“

Der Rosenmontag 2022

Karneval 2022 im Rheinland: Krisentreffen in Düsseldorf – Köln sieht Verschiebung „sehr kritisch“

Nach der angekündigten Verschiebung des Düsseldorfer Rosenmontagszuges wird in der Staatskanzlei in Düsseldorf über das weitere Vorgehen des Karnevals in Nordrhein-Westfalen beraten. Das erklärte das Festkomitee Kölner Karneval am Donnerstagmorgen. Man sei von der Entscheidung Düsseldorfs extrem überrascht und irritiert, heißt es. „Dieses Vorgehen war nicht innerhalb der vier rheinischen Karnevalsstädte des Immateriellen Kulturerbes abgestimmt.“

Die Stadt Köln sieht eine Verschiebung jedenfalls „sehr kritisch“. „Karneval kann man nicht einfach an einem beliebigen Datum feiern“, teilte ein Stadtsprecher mit. „Zumal für eine Großstadt wie Köln ein Rosenmontagszug mit Tribünen und allem, was dazugehört, an einem Frühlings- oder Sommerwochenende kaum durchführbar ist“. Nun sei man im engen Austausch mit dem Festkomitee Kölner Karneval.

Bei dem Online-Treffen von Vertretern der Karnevalisten aus Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen mit der Staatskanzlei handele es sich nicht um einen außerplanmäßigen Termin, betonte eine Festkomitee-Sprecherin. Vielmehr sei es ein turnusmäßiges Treffen, das ohnehin für Donnerstag geplant gewesen sei.

Düsseldorf Karneval 2022: Werden weitere Veranstaltungen verschoben?

„Wir alle gehen davon aus, dass wir im kommenden Frühjahr die vierte Coronawelle überwunden haben“, sagte der Präsident des Düsseldorfer Comitees, Michael Laumen, am Mittwochabend. Gleichzeitig biete die damit verbundene Verlängerung der Session allen Vereinen die Möglichkeit, ihre für Januar und Februar 2022 geplanten Veranstaltungen zu verlegen. „Wir sehen darin eine echte Chance, den Karneval am Leben zu erhalten und trotzdem zu feier“, sagte Vizepräsident Stefan Kleinehr.

Dennoch soll die Verlängerung der Session bis zum 8. Mai eine Ausnahme bleiben. „Das ist eine einmalige Geschichte: In den nächsten Jahren findet der Rosenmontagszug wieder an Rosenmontag statt.“

Karnevalssession 2021/22: Leverkusen sagt Karnevalsumzüge komplett ab

In Leverkusen wurden die Karnevalsumzüge wegen der Pandemie sogar abgesagt. Die Karnevalsgesellschaften wollten damit ein „klares Signal für die Session 2021/2022“ setzen, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Am Vorabend habe es eine entsprechende Mitgliederversammlung des Festkomitees Leverkusener Karneval (FLK) gegeben. Abgesagt seien nun die Umzüge in den Stadtteilen Wiesdorf, Opladen und Hitdorf. Bei zwei weiteren habe es schon vorher Absagen gegeben, sagte eine Sprecherin.

„Angesichts der nicht zu leistenden, erforderlichen Kontrollmaßnahmen entlang des Zugwegs werden wir auch in dieser Session auf die Karnevalsumzüge verzichten“, teilte Thomas Loef, Geschäftsführer des FLK, mit. Zu groß sei zudem das finanzielle Risiko, sollten die Züge aufgrund verschärfter Maßnahmen kurzfristig abgesagt werden müssen.

Einen besonderen Grund nannten die Karnevalisten für die Absage des Umzugs in Hitdorf, der traditionell am Karnevalsfreitag stattfindet. Er wäre damit der erste Umzug im Umland nach der Pandemie-Pause gewesen, hieß es. „Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Gelegenheit von feierfreudigen Karnevalisten aus der ganzen Region genutzt wird, ist daher groß“, erklärte der Vorstand der Karnevalsgesellschaft „Hetdörper Mädche un Junge vun ‚93“. „Dass wir von den Jecken überrannt werden, ist damit wahrscheinlich.“ (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Text wurde am 25. November inhaltlich aktualisiert. Neuerung: Verschiebung ist einmalige Aktion. Weitere Hintergründe und O-Töne vom Pressesprecher.

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