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Düsseldorf: Kredite in Höhe von 240 Millionen Euro – „Schuldenfrei-Uhr“ wird nach 13 Jahren abgestellt

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Der damalige Oberbürgermeister von Düsseldorf, Joachim Erwin (CDU), vor der Uhr, die die Schuldenfreiheit der Stadt anzeigt.
Der damalige Oberbürgermeister Joachim Erwin weihte 2007 die „Schuldenfrei-Uhr“ in Düsseldorf ein. © Felix Heyder/dpa

Die sogenannte „Schuldenfreiheitsuhr“ am Rathaus in Düsseldorf wurde am Montag abgestellt. Wie OB Stephan Keller mitteilte, belasten die Stadt schon seit Jahren Kredite in Millionenhöhe.

Düsseldorf – Jahrelang waren die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer stolz auf ihre „Schuldenfreiheitsuhr“ am Rathaus. 2007 wurde sie vom damaligen OB Joachim Erwin eingeweiht, nachdem die Stadt Düsseldorf offiziell schuldenfrei geworden ist. Die Uhr zeigte an, seit wie vielen Jahren, Tagen, Stunden Minuten die NRW-Landeshauptstadt schuldenfrei ist. Am Montag (1. Februar) um 9:30 Uhr wurde die Uhr abgeschaltet.

Schulden in Düsseldorf: Kredite belaufen sich aktuell auf 240 Millionen Euro

Der Grund: Wie die Stadt mitteilte, habe man schon seit Jahren immer wieder Kredite zur Liquiditätssicherung aufgenommen. Diese Kredite belaufen sich bereits auf 240 Millionen Euro. Durch die Corona-Pandemie werde sich die Stadt noch weiter verschulden.

„Das war ein längst überfälliger Schritt“, betonte Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller am Montag in Düsseldorf. „Bereits in den letzten Jahren gab es immer wieder Diskussionen darüber, ob in Zeiten von Krediten zur Liquiditätssicherung eine Uhr, die eine völlige Schuldenfreiheit darstellt, noch den Tatsachen entspricht.“

Düsseldorfs OB Keller: „Ehrlichkeit und Transparenz gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern“

Laut Keller stehe die Stadt in Zeiten der Corona-Pandemie, in der man trotz sinkender Einnahmen weiter investieren wolle, vor noch größeren Herausforderungen. „Im Sinne einer vollkommen Ehrlichkeit und Transparenz gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern haben wir die Schuldenuhr daher abgeschaltet“ so der OB.

2007 hatte Düsseldorf gefeiert, als zweite deutsche Großstadt, neben Dresden, schuldenfrei zu sein. Der damalige OB Joachim Erwin (CDU) weihte die Uhr im September des Jahres mit Altbier und Würstchen ein. Um alle Schulden zu tilgen hatte Düsseldorf damals unter anderem etliche RWE-Aktien verkauft.

Eines der anstehenden Großprojekte von OB Keller ist die Abschaffung der Umweltspuren in ganz Düsseldorf. Dafür will der Oberbürgermeister auf sogenannte „intelligente Ampeln“ setzen, die den Verkehr entsprechend regeln sollen. Das Vorhaben soll ersten Plänen zufolge rund 4,7 Millionen Euro kosten. 60 Prozent der Kosten soll das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zur Verfügung stellen. (bs/dpa)

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