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Stadt Düsseldorf erntet Lob nach Rückgabe von wertvollem Gemälde als Raubkunst

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Eine Frau betrachtet das Gemälde «Füchse» von Franz Marc.
Das Gemälde „Füchse“ von Franz Marc entstand 1913 und wird auf mindestens 14 Millionen Euro geschätzt. © Marcel Kusch/dpa

Die Stadt Düsseldorf hat entschieden, das rund 14 Millionen Euro teure Gemälde „Die Füchse“ von Franz Marc als Raubkunst zurückzugeben. Dafür erntet sie nun Lob von Nachkommen des ursprünglichen Besitzers.

Update vom 30. April, 19:12 Uhr: Die Entscheidung des Düsseldorfer Stadtrats, nach einem jahrelangen Raubkunststreit ein bedeutendes Gemälde von Franz Marc zurückzugeben, hat der Stadt viel Lob eingebracht. Erleichtert und dankbar reagierten die Nachkommen des von den Nationalsozialisten verfolgten einstigen Besitzers Kurt Grawi (1887-1944): „Unsere Familie ist sehr dankbar, dass wir in einem Land leben, in dem Gerechtigkeit weiterhin das Leitprinzip ist und welches fair und offen mit seiner Vergangenheit umgeht“, teilten die heute in Deutschland und Chile ansässigen Nachkommen am Freitag mit.

Der Düsseldorfer Stadtrat hatte am Donnerstag beschlossen, das expressionistische Werk „Die Füchse“ von Franz Marc an die Erben des einstigen Besitzers Grawi zurückzugeben. Damit folgte der Rat einer in Fachkreisen umstrittenen Empfehlung der Beratenden Kommission für Raubkunstfälle. Der Rückerstattungsprozess habe sich nach ihrer Erfahrung als „fair und unparteiisch“ erwiesen, erklärte die Grawi-Familie. Die Nachkommen dankten dem Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe dafür, dass sie ihr Wort gehalten hätten.

Auch die Claims Conference, die sich für die Durchsetzung von Ansprüchen von Holocaust-Überlebenden einsetzt, begrüßte die Rückgabe. „Die spezifischen Gegebenheiten des Falles finden in dieser Entscheidung ebenso Berücksichtigung wie die moralische Komponente“, erklärte Rüdiger Mahlo, Repräsentant der Claims Conference in Deutschland. „Für die Grawi-Erben, unter ihnen die Ehefrau eines der beiden gleichfalls verfolgten Stiefsöhne, stellt die Rückgabe des Kunstwerks eine späte Korrektur nationalsozialistischen Unrechts dar“, sagte er. (bs/dpa)

Düsseldorf: Stadt gibt 14 Millionen Euro teures Gemälde von Franz Marc als Raubkunst zurück

Erstmeldung vom 30. April, 13:33 Uhr:

Düsseldorf – Nach einem jahrelangen Raubkunst-Streit gibt die Stadt Düsseldorf das bedeutende Gemälde „Die Füchse“ von Franz Marc an die Erben des einstigen jüdischen Besitzers zurück. Der Rat stimmte am Donnerstag (29. April) einstimmig in einer nicht öffentlichen Sitzung für die Restitution des expressionistischen Bildes aus dem Jahr 1913. Das teilte die Stadt am Abend mit. Das Kommunalparlament folgte damit der Empfehlung der Beratenden Kommission für Raubkunstfälle. Nach der nun erfolgten finalen Entscheidung des Rates werde die Stadtverwaltung die Rückgabe des Gemäldes vorbereiten und das weitere Vorgehen mit der Erbengemeinschaft besprechen und abstimmen, hieß es.

Die Beratende Kommission hatte sich mit einer Zweidrittel-Mehrheit für die Rückgabe des Bildes an die Nachkommen des jüdischen Unternehmers Kurt Grawi (1887-1944) ausgesprochen. Das auf mindestens 14 Millionen Euro geschätzte kubistische Gemälde gehört zu den Spitzenwerken des Museums Kunstpalast in Düsseldorf.

Wertvolles Franz-Marc-Gemälde kam 1962 als Schenkung nach Düsseldorf

Grawi war nach 1933 in Deutschland erheblichen Repressionen ausgesetzt. 1938 wurde er mehrere Wochen im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. 1939 konnte er nach Chile auswandern. 1940 verkaufte er das Bild in New York. 1962 kam es als Schenkung in den Bestand des Städtischen Kunstmuseums Düsseldorf.

Über die Rückgabe des Werks hatte es eine kontroverse Debatte gegeben, da das Bild erst nach der Emigration Grawis im Ausland verkauft worden war. Der Jüdische Weltkongress hatte die Stadt noch kurz vor der Abstimmung gewarnt, der Empfehlung der Kommission nicht zu folgen.

Nach Auffassung der Beratenden Kommission müssen „Die Füchse“ restituiert werden, auch wenn der Verkauf außerhalb des NS-Machtbereiches abgeschlossen worden sei. Die Veräußerung 1940 in New York sei die unmittelbare Folge der Inhaftierung im Konzentrationslager und der anschließenden Flucht Grawis gewesen.

14 Millionen Euro teures Gemälde von Franz Marc sorgte jahrelang für Streit um Raubkunst

Der Verkauf habe mit der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in einem derart engen Zusammenhang gestanden, dass der Ort des Handels demgegenüber zurücktrete. Grawi hätte das Bild nicht verkauft, wenn er nicht von den Nazis verfolgt worden wäre. Er habe betont, für ihn und seine Familie bedeute das Ergebnis des Verkaufs „die Grundlage für unsere Auswanderung“.

Die Stadt Düsseldorf hatte dagegen argumentiert, dass das Gemälde sich seit Mai 1939 außerhalb des NS-Machtbereichs befunden habe. Die Familie sei zum Zeitpunkt des Verkaufs 1940 in Südamerika gewesen. Grawis Ehefrau habe nach dem Krieg zwar die Rückerstattung der erlittenen Verluste gefordert, nicht aber das Werk von Franz Marc angeführt.

Raubkunst: Franz-Marc-Gemälde aus Düsseldorf könnte für Präzedenzfall sorgen

Nach den auch von Deutschland unterschriebenen Washingtoner Prinzipien sollen für NS-verfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter „gerechte und faire“ Lösungen gefunden werden.

Raubkunst-Experten befürchten, dass sich mit der jüngsten Empfehlung der Kommission im Fall Grawi die bisherigen Restitutions-Maßstäbe verschieben könnten. „Die Füchse“ könnten zum Präzedenzfall werden, sodass künftig auch im Ausland verkaufte Kulturgüter restitutionsfähig würden. Mit der Arbeit der Beratenden Kommission befasst sich im Mai auch die Kultusministerkonferenz. (bs/dpa)

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