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Düsseldorf: Neue Karte zeigt, wo bei Starkregen Überflutungen drohen

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Von: Benjamin Stroka

Ein PKW fährt durch eine nach Starkregen überflutete Bahnunterführung.
Auch in Düsseldorf kam es im Juli nach Unwettern mit Starkregen zu heftigen Überflutungen. © David Young/dpa

Je dunkler das Blau, desto größer die Überflutungsgefahr. Mit einer neuen Karte kennzeichnet die Stadt Düsseldorf bei Starkregen besonders gefährdete Bereiche.

Düsseldorf – Die Überflutungen nach schwerem Starkregen Mitte Juli haben auch in Düsseldorf Spuren hinterlassen. Damals musste eine ganze Wohnsiedlung evakuiert werden, nachdem die Düssel einen neuen Rekordpegelstand erreicht hatte. Um für ähnliche Hochwasser-Katastrophen besser gewappnet zu sein, hat die Stadt Düsseldorf nun eine sogenannte Starkregengefahrenkarte veröffentlicht.

Düsseldorf: Neue Karte zeigt, welche Gebiete bei Starkregen besonders gefährdet sind

Diese Karte soll abschätzen, wo in Düsseldorf bei Starkregen ein besonders hohes Risiko für Überflutungen besteht. „Die Starkregengefahrenkarte der Stadt Düsseldorf basiert auf einem digitalen Geländemodell. Tiefliegende Stellen und Senken des Geländes, in denen sich das Wasser im Falle eines Starkregens sammeln könnte, wurden anhand von topografischen Analysen erfasst“, erklärt ein Sprecher der Stadt am Mittwoch (8. September). So wurden maximale Wasserstände für diese tiefen Lagen ermittelt. Die mögliche Gefahr für Überflutungen wird auf der Starkregengefahrenkarte in vier Stufen abgebildet.

Starkregen in Düsseldorf: Gefahr für Überflutungen in unterschiedlichen Farbtönen dargestellt

Die Starkregengefahrenkarte in Düsseldorf.
Die dunkelblauen Bereiche sind laut der Gefahrenkarte in Düsseldorf bei Starkregen besonders gefährdet (Screenshot). © Landeshauptstadt Düsseldorf/Starkregengefahrenkarte

„Diese werden in helleren und dunklen Blautönen dargestellt. Je dunkler der blaue Farbton ist, desto höher ist die zu erwartende Wassertiefe im Falle eines Starkregenereignisses.“ Die Bereiche ohne Blaufärbung weisen demnach eine geringe Gefährdung auf, das heißt, die Wassertiefe würde dort laut Berechnungen bei unter zehn Zentimetern liegen. „Dennoch sollen diese Bereiche nicht als ungefährdet betrachtet werden, da es je nach baulichen Gegebenheiten des Gebäudes und Stärke des Regens auch dort zu einer Überflutung kommen kann“, betont der Stadtsprecher.

Düsseldorf: Neue Starkregengefahrenkarte soll helfen, schneller Maßnahmen zu ergreifen

Für die Erstellung der Karte wurde das Kanalnetz der Stadt Düsseldorf mit einer sogenannten 2D-gekoppelten Berechnung verknüpft. Das soll den Weg des Wassers bei Starkregen auf der Oberfläche zu den Schächten und Abläufen des Kanalnetzes „realitätsnah“ simulieren. So wurde im Modell sogar berücksichtigt, wie viel Wasser die städtische Kanalisation aufnehmen kann. „Der Rhein, die Düssel sowie alle Bäche im Stadtgebiet sind als Einschnitte im Geländemodell berücksichtigt und dienen ebenfalls als Grundlage für die Starkregengefahrenkarte“, erklärt der Sprecher der Stadt.

Gleichzeitig wird aber betont, dass die neue Gefahrenkarte sich nur auf Gefährdungen durch Starkregen beziehe. Sie ersetze nicht die schon vorhandenen Hochwassergefahrenkarten, auf denen Überschwemmungsgebiete beim Hochwasser von Flüssen eingezeichnet sind.

Mit der Starkregenkarte sollen aber sowohl Anwohner als auch Firmen und die Stadt selbst besser auf potenzielle Überflutungen reagieren und Maßnahmen ergreifen können. Die Stadt betont aber, dass ein in der Karte markierter Bereich nicht zwangsläufig bei Starkregen auch von einer konkreten Gefährdung für Gebäude betroffen sein muss. Erstellt wurde die neue Karte vom Stadtentwässerungsbetrieb in Kooperation mit dem Vermessungs- und Katasteramt. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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