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„Deutscher Liederabend“ von Heino: Tonhalle Düsseldorf will Plakate nicht aufhängen – OB schaltet sich ein

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Von: Lydia Mayer

der Sänger Heino auf einer Pressekonferenz zu seiner Tournee 2020 «Heino goes Klassik».
Sänger Heino auf einer Pressekonferenz zu seiner Tournee „Heino goes Klassik“. Die Zusatz-Bezeichnung „ein deutscher Liederabend“ war der Tonhalle in Düsseldorf aufgestoßen. © Jens Kalaene/dpa

Die Düsseldorfer Tonhalle will Plakate von Heinos „deutschem Liederabend“ nicht aufhängen. Grund: Deutschtümelei. Nun hat sich Oberbürgermeister Stephan Keller eingeschaltet.

Düsseldorf –  Der Streit um einen „deutschen Liederabend“ von Sänger Heino in der Düsseldorfer Tonhalle ist beigelegt. Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) habe Heino (82) in einem Telefonat zugesichert, dass dieser sein Konzert wie geplant bewerben dürfe, teilte eine Stadtsprecherin am Dienstag auf Anfrage mit. „Ich sehe in dem Plakat von Heino keinerlei nationalistische oder ähnliche Tendenzen und teile die Kritik daran nicht“, hatte Keller zuvor bereits verlauten lassen.

Tonhalle wirft Heino wegen deutschem Liederabend „Tümelei“ vor: Düsseldorfs OB beendet Streit

Deshalb habe er mit dem Tonhallen-Intendanten besprochen, dass Heinos Tournee-Plakate, die Heino vor dem Hintergrund einer Deutschlandflagge zeigen, in der Tonhalle doch aufgehängt werden. Dies betreffe auch die Werbung auf der Homepage der Tonhalle und in den Programmheften, ergänzte eine Sprecherin der Stadt Düsseldorf am Dienstag.

„Wir sind sehr froh darüber und nicht nachtragend“, sagte Heinos Manager Helmut Werner der Deutschen Presse-Agentur. „Die Diskussion war sehr wichtig. Wir dürfen das Wort ‚deutsch‘ nicht den Rechtspopulisten überlassen und nicht in die Nähe von Hetze rücken. Heino hat deswegen enorm viel Zuspruch erhalten und freut sich auf das Konzert in seiner Heimatstadt.“

Streit um Plakat für Heinos „deutschen Liederabend“ beigelegt
Dieses Plakat und die Bezeichnung „deutscher Liederabend“ war für die Tonhalle Düsseldorf Stein des Anstoßes. Die nannte es „tümelnd“. © picture alliance/dpa/HELMUT WERNER MANAGEMENT

„Deutscher Liederabend“: Düsseldorfer Tonhalle wirft Heino Deutschtümelei vor

Das Tonhallen-Management hatte sich am Begriff „deutscher Liederabend“ gestört und diesen als „tümelnd“ bezeichnet. Heino stelle sich damit – vermutlich ungewollt – in eine gewisse Ecke. Deswegen wollte die Tonhalle den für 8. Oktober geplanten Auftritt zunächst nicht selbst bewerben.

Tonhallen-Intendant Michael Becker hatte zudem argumentiert, dass der Begriff deutscher Liederabend fachlich falsch sei. Es würden ja auch keine deutschen Symphoniekonzerte angekündigt, nur weil der Komponist Deutscher sei, hatte er gesagt.

Heino hatte verärgert reagiert und überlegt, die Location zu wechseln. „Welches absurde Gedankengut muss man haben, um sich am Wort ‚deutsch‘ zu stören?“, hatte sein Manager gesagt. Die Tonhalle hatte aber auf eine angebliche städtische Richtlinie hingewiesen, an die man gebunden sei: „Städtische Räume sind kein Ort für Hetze“.

Dass Hetzte ein absolutes No-go ist, hat auch der Entertainer und Sänger Willi Herren aus Köln in der am Montag ausgestrahlten Folge von „Promis unter Palmen“ klargemacht. Er hatte seinen Mit-Teilnehmer Prinz Marcus zurechtgewiesen, nachdem der schwulenfeindliche Äußerungen von sich gegeben hatte.

Tonhalle Düsseldorf stört sich an „Deutschem Liederabend“: „absurde Dimension politischer Korrektheit“

Heino-Manager Werner stieß das besonders auf: „Alleine eine Verbindung mit dem Wort ‚deutsch‘, Heino und Hetze herzustellen, entbehrt jeglichem klaren Verstand. Es ist absurd, welche Dimension diese politische Korrektheit angenommen hat“, hatte er kritisiert. Keine der übrigen 17 Konzerthallen habe daran Anstoß genommen.

Die Stadt Düsseldorf hatte später klargestellt, dass die besagte Richtlinie noch gar nicht abschließend geregelt und in Kraft sei. Nach seinem Ausflug in Rock-Gefilde will Heino sich im Herbst an der klassischen Musik und Komponisten wie Brahms und Schubert versuchen. „Heino goes Klassik – ein deutscher Liederabend“ soll die Tournee mit 18 Konzerten heißen. „Wir hoffen natürlich, dass Corona es nun auch zulässt“, sagt Heino-Manager Werner.

Heino nicht zum ersten Mal politisch in rechter Ecke vermutet

Es ist nicht das erste Mal, dass der aus einem Düsseldorfer Arbeiterstadtteil stammende Heino sich dagegen wehrt, politisch in einer rechten Ecke verortet zu werden: Auf Bitte des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger (CDU) hatte er 1977 alle drei Strophen des Deutschlandliedes aufgenommen, was ihm viel Kritik eingetragen hatte.

Die Aufnahme sei aber nur für den Schulunterricht bestimmt gewesen und er habe zuvor den damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel (FDP) gefragt, ob dies aus seiner Sicht in Ordnung sei, hatte Heino argumentiert. Erst mit Zustimmung des Staatsoberhaupts habe er auch die als nationalistisch verpönte erste Strophe „Deutschland, Deutschland über alles ...“ eingesungen.

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