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„Jahrtausendhochwasser“: Düsseldorf räumt auf – Wasser muss nicht abgekocht werden

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Von: Benjamin Stroka

Ein Feuerwehrfahrzeug fährt durch eine überflutete Bahnunterführung.
Ein Feuerwehrfahrzeug fährt in Düsseldorf durch eine überflutete Bahnunterführung. © David Young/dpa

Auch Düsseldorf wurde von den schweren Unwettern und dem heftigen Dauerregen schwer getroffen. Alle Infos im News-Ticker.

Update vom 16. Juli, 16:20 Uhr: Die Aufräumarbeiten in Düsseldorf schreiten voran. Die AWISTA bietet nun für die durch den Starkregen betroffenen Haushalte eine extra Sperrmülltour an. Menschen, deren Haushalte stark beschädigt wurden, können sich über die Servicehotline 83099099 melden, um Sperrmüll anzumelden. „In einer ersten Aktion erfolgt die Abfuhr am Samstag, 17. Juli, ab 8 Uhr. Mitgenommen wird nur Sperrmüll und Elektrogeräte. Nicht mitgenommen werden Farbeimer, andere Schadstoffe und Bauabfälle“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Weitere Touren sollen in den kommenden Tagen angeboten werden.

Zudem gab die Stadt bekannt, dass das Trinkwasser weiterhin genutzt werden kann und nicht abgekocht werden muss. „Wenn ein Keller oder ein anderer Raum aufgrund des Hochwassers überflutet ist und dementsprechend auch die Armaturen in diesem Raum, dann wird jedoch empfohlen, diese Armaturen zu säubern und das Wasser aus dem Hahn so lange ablaufen zu lassen, bis es wieder kühl aus der Leitung kommt“, teilte die Stadt mit.

Düsseldorf: Mann in Vennhausen in überfluteter Wohnung tot aufgefunden

Update vom 16. Juli, 13:06 Uhr: Wie ein Sprecher der Feuerwehr Düsseldorf gegenüber 24RHEIN mitteilt, wurde am Donnerstagabend ein 57-jähriger Mann in Düsseldorf-Vennhausen tot aufgefunden. Als Einsatzkräfte in seiner Souterrainwohnung ankamen, war diese bereits fast vollgelaufen.

Zwar werde die genaue Todesursache noch von der Kriminalpolizei untersucht, es deute jedoch auf einen Unglücksfall hin, so ein Feuerwehrsprecher. Nach Angaben des Sprechers war die dortige Straße komplett überflutet, in den Wohnhäusern waren circa 40 Keller bis zur Decke vollgelaufen. Die Einsatzkräfte waren dort etwa fünf Stunden damit beschäftigt, die Keller vom Wasser zu befreien.

Derzeit seien nun noch etwa 300 Einsätze in Düsseldorf offen. Auch in der Ostparksiedlung sind aktuell noch Einsatzkräfte vor Ort.

Düsseldorf: Düssel-Hochwasser steigt auf über 3 Meter – Strom ist in vielen Orten abgestellt

Update, 18 Uhr: Das historische Düssel-Hochwasser ist zwischenzeitlich auf über 3 Meter angestiegen. Aktuell sind mehr als 1.030 Einsätze stadtweit abgearbeitet worden. Unzählige Bürgerinnen und Bürger wurden vom Krisenstab aufgefordert ihre Wohnung zu verlassen. Besonders stark betroffen war die Ostparksiedlung.

„Der Krisenstab der Landeshauptstadt Düsseldorf hat ein Bündel an Sofortmaßnahmen zur Hilfe der Menschen in den Hochwasser-Gebieten umgehend auf den Weg gebracht. Wir werden alles daran setzen, dass die Anwohnerinnen und Anwohnern, die von Hochwasserschäden betroffen sind wie beispielsweise in der Ostpark-Siedlung, die nötige Unterstützung zur Rückkehr ins normale Alltagsleben erhalten“, so Oberbürgermeister Keller.

Auch weiterhin laufen die Einsätze auf Hochtouren. „Die Rettungskräfte befinden sich weiter im Großeinsatz, parallel dazu ist das Rückkehr-Management aktiviert“, so Krisenstabsleiter Beigeordneter Christian Zaum. Der Strom ist aus Sicherheitsgründen auch weiterhin in vielen Orten abgestellt. Dazu zählt auch die Abschaltungen in Vennhausen.

Update, 15:38 Uhr: Wie hoch die Schadenssumme in Düsseldorf ist, sei aktuell noch nicht abzuschätzen. „Es ist ein sehr großes Ausmaß, aber genaues können wir noch nicht sagen. Wir nehmen noch immer Schäden auf. Ein solches Hochwasser ist für den Sommer sehr ungewöhnlich.“

Update, 15:36 Uhr: In Düsseldorf soll es nach aktuellen Erkenntnissen bislang bei Sachschäden geblieben sein. Es gebe bislang wohl keine Verletzten.

Update, 15:33 Uhr: Gerhard Hansmann von den Stadtwerken: „Strom und Wasser vertragen sich nicht. Als wir die Meldungen zu den Überflutungen bekommen haben, mussten wir in den entsprechenden Gebieten die Stromversorgung einstellen.“ Der Strom in den betroffenen Gebieten kann erst wieder zugeschaltet werden, wenn die entsprechenden Bereiche wieder trocken sind.

Update, 15:28 Uhr: Krisenstabsleiter Zaum: „Wir mussten Straßen sperren, weil es Gaffer gab. In der Nacht wurde ein Rheinbahnbus, der steckengeblieben ist, komplett demoliert und auseinandergenommen. Das finde ich unfassbar.“

Update, 15:25 Uhr: Der Betriebshof der Rheinbahn ist seit 11:30 Uhr wieder am Strom- und Wassernetz. Die Busse werden wieder zurückgebracht. Sollte sich die Situation nicht verschärfen, soll der Betrieb dort morgen wieder relativ normal laufen.

Update, 15:17 Uhr: Ingo Noppen von den Stadtentwässerungsbetrieben: „Am Rhein gibt es aktuell einen Pegel von 6,30 Meter. Morgen werden wir wohl die 8 Meter überschreiten. Dann wird das untere Rheinufer überflutet.“ Man versuche, die Hochwasserlage zwischen Düssel und Rhein dementsprechend zu koordinieren. „An der Düssel haben wir ein Hochwasser gesehen, wie noch nie zuvor. Insgesamt ist dort die Wasserlage aber jetzt leicht rückläufig.“

Update, 15:15 Uhr: Zaum: „Im Marienhospital ist der Keller in der vergangenen Nacht vollgelaufen. Das Krankenhaus war in der Nacht nicht mehr im Notfallnetz, aber das war für die Gesamtversorgung der Stadt unproblematisch.

Update, 15:13 Uhr: Krisenstabsleiter Christian Zaum: „Wir haben insgesamt 1033 erledigte Feuerwehreinsätze (Stand: 13 Uhr) und haben noch 470 offene Einsätze. Wir priorisieren hier stark. Wir bitten die Menschen um Geduld, es ist eine massive Herausforderung. Wir werden auch außerhalb von NRW unterstützt. Die Flüsse abseits der Düssel, also Itter und Anger, haben sich sehr positiv entwickelt. Die Pegel sind extrem angestiegen, aber im Laufe des heutigen Tages auch extrem gefallen. Dort gibt es nur einzelne Einsätze.

Update, 15:10 Uhr: OB Keller: „Wir beobachten auch den Rhein. Aktuell ist es eine besondere Situation, weil die Abflüsse aus der Stadt in den ebenfalls steigenden Rhein fließen. Aber wir sind zuversichtlich, den steigenden Rheinpegel in Schach zu halten und treffen bereits entsprechende Maßnahmen.“

Update, 15:08 Uhr: OB Keller: „Wir sind sehr dankbar für die vielen Hilfsangebote von privater Seite. Düsseldorferinnen und Düsseldorfer sind bereit zu helfen und wir bündeln diese Hilfsangebote.“ Die Lage sei immer noch angespannt, Keller hofft aber, dass es keine weitere Verschärfung geben wird. Das Abfließen des Wassers dauere länger, als erwartet.

Update, 15:04 Uhr: OB Keller spricht in einer Pressekonferenz über die Hochwasserlage in Düsseldorf: „Es ist an der Düssel statistisch gesehen ein Jahrtausendhochwasser.“ Es sei an Pegel in nie dagewesener Höhe.

Update, 13:20 Uhr: Die Feuerwehr geht davon aus, dass die Einsätze in Düsseldorf auch am morgigen Freitag andauern werden. „Neben Kräften der Berufsfeuerwehr sind alle Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr eingesetzt. Zusätzlich wurden dienstfreie Kräfte der Berufsfeuerwehr alarmiert“, teilt die Feuerwehr auf Facebook mit. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute seien teils seit über 18 Stunden im Einsatz. „Sie wurden in Teilen mehrfach ausgetauscht und entsprechend versorgt.“

Hochwasser Düsseldorf: Buslinien werden umgeleitet

Update, 13:12 Uhr: Die Feuerwehr Düsseldorf hat inzwischen bekannt gegeben, dass die Rheinbahn wieder nach Benrath fährt. Die Sperrungen der U71 und der U83 wurden aufgehoben. „Die Buslinien 738, 721, 741, 781, 736, 734/43, O5/O6, 737 und M1 werden zum Teil großflächig umgeleitet“, so die Feuerwehr auf ihrer Facebook-Seite.

Nach Unwettern: Ampeln in Düsseldorf ausgefallen

Update, 12:01 Uhr: Der heftige Starkregen hat in Düsseldorf auch für zahlreiche Ampelausfälle gesorgt. Wie die Stadt mitteilt, sind am Mittwoch im ganzen Stadtgebiet Ampelanlagen ausgefallen. „Das Amt für Verkehrsmanagement bittet alle Verkehrsteilnehmer an den ausgefallenen Ampelanlagen um erhöhte Aufmerksamkeit. Autofahrer sollten dort besondere Rücksicht auf Fußgänger und Radfahrer nehmen“, betont ein Sprecher der Stadt.

An der Kreuzung ltenbrückstraße/Further Straße/Henkelstraße/Spangerstraße ist die Ampelanlage durch die Wassermassen irreparabel beschädigt worden und muss ausgetauscht werden. Es werde voraussichtlich eine Woche dauern, bis sie wieder funktioniert. Aktuell laufen noch an folgenden Ampeln Entstörungsarbeiten:

Es gibt aber auch schon gute Nachrichten. „Einige Ampelanlagen, die im Laufe des gestrigen Abends ausgefallen sind, wie an der Kreuzung Am Wehrhahn/Worringerstraße/Adlerstraße, Kölnerstraße/Ackerstraße oder Münchener Straße/Forststraße/Cäcilienstraße sind zwischenzeitlich bereits wieder in Betrieb“, berichtet der Stadtsprecher.

Unwetter in Düsseldorf: Rheinbahn räumt über 100 Busse wegen Überflutungsgefahr

Düsseldorf – Der Pegel des Rheins steigt, bei der Düssel spricht die Stadt von einem historischen Hochwasser und es gibt zahlreiche Überflutungen und vollgelaufene Keller im ganzen Stadtgebiet. Düsseldorf wurde von den Unwettern, die vor allem am Dienstag und Mittwoch durch NRW tobten, hart getroffen.

Auch ein Betriebshof der Rheinbahn musste am Mittwochabend noch geräumt werden. Im Stadtteil Benrath drohte die Itter über die Ufer zu treten und den angrenzenden Betriebshof Benrath zu überfluten, wie die Rheinbahn in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. 110 Busse und sechs Bahnen wurden vorsorglich auf einen Parkplatz am Südpark und auf dem Betriebshof in Lierenfeld abgestellt.

Inzwischen gibt die Rheinbahn aber Entwarnung. „Die noch am Mittwochabend befürchtete Überflutung des Betriebshofs Benrath durch die angrenzende Itter ist bis auf kleinere Wassereinbrüche ausgeblieben“, so eine Sprecherin des Unternehmens. Man beobachte gemeinsam mit der Feuerwehr die Pegelstände. Es gebe auch nur noch einzelne Verspätungen und Ausfälle im Nahverkehr.

Düsseldorf: Siedlung in Grafenberg wegen Hochwasser evakuiert

Deutlich dramatischer ist die Lage weiterhin in der überfluteten Ostpark-Siedlung in Grafenberg und in Gerresheim. Dort mussten am Mittwoch die Anwohner evakuiert werden. Die Düssel war über die Ufer getreten und hatte mit 2,65 Meter einen historischen Höchststand erreicht. Die Stadt ging davon aus, dass die Keller von über 300 Häusern mit Wassermassen in Höhe von bis zu 1,50 bis 2 Meter geflutet wurden. Zuvor war bereits eine Tiefgarage nach heftigem Starkregen mit 1,6 Millionen Litern Wasser vollgelaufen.

Auch der Rhein in der Landeshauptstadt wird ganz genau beobachtet. Der Rheinpegel stieg am Donnerstagmorgen auf über 6 Meter. Die ersten Maßnahmen zum Hochwasserschutz wurden bereits eingeleitet. „Hierzu zählen die Sperrung der Durchgangsöffnung durch die Hochwasserschutzwand ‚Auf den Steinen‘ in Hamm sowie die Sperrung von Wegen in Benrath/Urdenbach, Wittlaer sowie am Brückerbach“, so eine Sprecherin der Stadt auf 24RHEIN-Anfrage. (bs)

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