Ende Februar entdeckt

Düsseldorf: Welpen aus Tiertransporter müssen zurückgegeben werden – „Hälfte der Hunde schon abgeholt“

+
Die in Düsseldorf beschlagnahmten Hundewelpen waren auf engstem Raum in Boxen gestapelt.

Ende Februar stoppt die Polizei Düsseldorf einen illegalen Tiertransport mit 34 geschwächten Hunden. Nun müssen die Tiere an die Besitzer zurückgegeben werden. Einige wurden bereits abgeholt.

Update vom 07. April, 10:08 Uhr: Die 34 Hunde, darunter 33 Welpen, die am 24. Februar zusammengepfercht und geschwächt in einem Transporter in Düsseldorf entdeckt wurden, müssen an die Besitzer der Tiere zurückgegeben werden. Darüber hat das Tierheim auf seiner Webseite und über Facebook informiert. Demnach müssten die Tiere „nach Ablauf von festgesetzten Fristen“ wieder zurückgegeben werden.

„Unfassbar! Dennoch danke, dass ihr euch so aufopferungsvoll um die kleinen Fellnasen gekümmert habt“, schreibt eine Facebook-Nutzerin. Auch andere User sind entsetzt darüber: „Ich habe keine Worte mehr für diese Entscheidung, nur noch Wut und Tränen“, schreibt eine andere Userin.

Wie Tierheimleiter Timo Franzen auf 24RHEIN-Nachfrage informiert, sei etwa rund die Hälfte der Tiere bereits abgeholt worden. Um die Tiere zurückzubekommen, mussten die Besitzer eine Sicherheitsleistung ans Tierheim zahlen. Wie Timo Franzen weiter informiert, hätte das Veterinäramt der Stadt alles getan, was möglich sei, damit die Hunde im Tierheim verbleiben können – wenn auch ohne Erfolg.

Dass die Besitzer aber bereit waren, die Sicherheitsleitung zu zahlen und die Tiere abzuholen statt einfach neue Welpen zu züchten, sei aber durchaus positiv. Wie der Tierheimleiter weiter erläutert, hätten die Züchter wohl für einen anständigen Transport ihrer Tiere gezahlt, seien aber betrogen worden.

Beschlagnahmte Welpen aus Tiertransport: Zukunft der Tiere weiter offen

Update vom 15. März, 13:12 Uhr: Es ist weiter unklar, wie es mit den 34 Hunden, die in einem Transporter zusammengepfercht und geschwächt entdeckt worden, weiter geht.

Ende Februar hatte die Polizei Düsseldorf die Tiere beschlagnahmt. Ein Passant hatte die Polizei zuvor auf den Transporter aufmerksam gemacht. Es sei bisher nach wie vor nicht entschieden, ob die 33 Welpen und ein ausgewachsener Rüde im Tierheim Düsseldorf bleiben dürfen und vermittelt werden können, oder ob sie zu den Züchtern zurückmüssen.

Diese hatten laut Tierheim Düsseldorf Rechtsanwälte eingeschaltet, fordern die Tiere von der Stadt Düsseldorf zurück. Die Stadt prüft den Fall. „Es gibt Verstöße gegen Tierseuchen- und Tierschutzrecht. Das wird noch ermittelt, daher können keine weiteren Auskünfte in dieser Hinsicht gegeben werden“, heißt es dazu von einem Stadt-Sprecher. Die Beschlagnahmung der 34 Tiere sei in diesem Fall zur Sicherstellung tierseuchenrechtlicher Anforderungen erfolgt. Dabei gehe es um vorübergehende Quarantänemaßnahmen, insbesondere bei Tollwutgefahr.

Eine Einziehung von Tieren – das heißt die Besitzer verlieren das Eigentum an den Tieren – erlaube das Tierschutzgesetz etwa bei gesetzwidrigen Handlungen wie dem unerlaubtem gewerblichem Handel mit Tieren. Eine Einziehung ist laut des Sprechers der Stadt Düsseldorf auch als Nebenfolge in einem Straf- oder Ordnungswidrigkeitenverfahren möglich. Ob etwas davon im Fall der geretteten Welpen greift, bleibt abzuwarten.

Düsseldorf: Beschlagnahte Welpen aus Tiertransport müssen eventuell zu Züchtern zurück

Update vom 9. März, 17:01 Uhr: Die 34 Hunde, darunter 33 Welpen, die von der Düsseldorfer Polizei von einem Tiertransport sichergestellt wurden, werden nach wie vor im Tierheim Düsseldorf versorgt. Wie Tierheimleiter Timo Franzen auf 24RHEIN-Nachfrage informiert, geht es den Hunden weitestgehend gut. Allerdings kämpfe das Tierheim-Team nach wie vor mit dem Parasitenbefall der Hunde.

Und: „Es gibt einen kleinen Schäferhund, der immer Probleme haben wird“, so Timo Franzen. Der Hund sei so schlecht gezüchtet, dass er wohl den Rest seines Lebens in besonderem Maße mit rassespezifischen Erkrankungen von Hüfte und Ellenbogen kämpfen muss.

Doch das ist nicht das einzige Problem. So sind nach Aussagen des Tierheimleiters die Besitzverhältnisse nach wie vor ungeklärt. Im Hintergrund bahnt sich ein Rechtsstreit an. Mittlerweile hätten mehrere Züchter, von denen die Welpen kommen, Rechtsanwälte eingeschaltet und verlangten ihre Tiere von der Stadt Düsseldorf zurück. „Es kann auch sein, dass die Hunde zurückgegeben werden müssen“, sagt Timo Franzen, Leiter vom Tierheim Düsseldorf.

Aktuell beschäftigt das Tierheim Düsseldorf auch der Fund mehrerer Hamster, die in einer U-Bahn in einem Karton ausgesetzt wurden.

Tiertransport in Düsseldorf gestoppt: alle 34 Hunden mit Parasiten befallen

Update vom 25. Februar, 15:05 Uhr: Alle 34 Hunde, die am Mittwoch in einem weißen Transporter in Düsseldorf entdeckt und beschlagnahmt worden, sind mit Parasiten befallen, wie Timo Franzen, Leiter vom Tierheim Düsseldorf, mitteilt. Ob weitere Erkrankungen bei den Tieren, die bis auf einen Rüden von fünf Jahren alle etwa acht Wochen alt seien, vorliegen, werden Untersuchungen erst nach und zeigen.

Auf jeden Fall wird es mit dem Zuwachs ordentlich eng im Tierheim Düsseldorf. Die Hunde sind jetzt in Quarantäne, werden aufgepäppelt und gesund gepflegt und könnten ehestens in vier bis sechs Wochen vermittelt werden, sagt Franzen. Bereits kurz nach dem bekannt wurde, dass die Hunde im Düsseldorf untergebracht sind, gab es erste Adoptionsanfragen, wie das Tierheim Düsseldorf auf Facebook und auf seiner Webseite berichtet. „Wir führen grundsätzlich keine Warte- oder Vormerklisten. Wer wirkliches Interesse an einem Tier hat, wird sich zwischendurch erkundigen“, heißt es dazu in einem Statement des Tierheims. Erst vor kurzem bewahrte ein Polizeihund in Köln eine Polizistin vor einem Angriff.

Düsseldorf: Beschlagnahmte Welpen sind in „nicht erfreulichem Zustand“

Update vom 25. Februar, 8:18 Uhr: „Alle Hunde sind heute tierärztlich untersucht worden, die Ergebnisse waren überwiegend nicht so erfreulich“, schreibt das Tierheim Düsseldorf, das die beschlagnahmten Welpen übernommen hat, noch am Mittwochabend auf seiner Facebookseite. „Die Aufzucht erfolgte vermutlich im Schnellverfahren und ohne Rücksicht auf Verluste“, schreibt das Tierheim weiter und bittet alle vorerst von Anfragen zur Adoption der Tiere abzusehen.

Das Tierheim weist nachdrücklich darauf hin, dass es sich gegen eine spontane Anschaffung von Tieren ausspricht. Wer sich für einen solchen Hund entscheide, übernehme Verantwortung für einen Hund, der nicht auf der Sonnenscheinseite des Lebens geboren wurde, mahnt das Tierheim. Bei den Welpen handelt es sich um kleine französische Bulldoggen, Carne Corso und West Highland Terrier.

Außerdem müssten von den Amtstierärzten noch die mitgeführten Papiere geprüft werden. Und bevor eine Vermittlung überhaupt zur Debatte stehen kann, müssen auch die Eigentumsverhältnisse geklärt werden.

Die Polizei hat zwei Ungarn (24 und 29), die mit dem Tiertransport unterwegs waren, festgenommen und ermittelt wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und wegen Betrugsverdachts, Urkundenfälschung und möglicher Steuerdelikte.

Ein aufmerksamer Zeuge hatte am Mittwoch das Leid der Tiere beendet. Weil ihm der Kleintransporter an der Burghofstraße Ecke Aachener Straße in Düsseldorf verdächtig vorkam, verständigte er die Polizei. Ende des vergangenen Jahres machte die Polizei auch in Köln einen unfassbaren Fund: Mehrere Hunde ware in einem Kühlschrank eingesperrt. (lys)

Insgesamt befanden sich in dem illegalen Tiertransport 34 Hundewelpen.

Polizei Düsseldorf stoppt Tiertransport: Welpen bekamen längere Zeit kein Futter und Wasser

Erstmeldung vom 24. Februar, 14:36 Uhr:

Düsseldorf – Die Polizei in Düsseldorf hat 34 geschwächte Welpen aus einem Kleintransporter befreit und zwei mutmaßliche illegale Hundehändler vorläufig festgenommen. Sie hatten neben den Tieren 19.000 Euro Bargeld an Bord.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, war der Kleintransporter mit ungarischem Kennzeichen am Vorabend in der Innenstadt einem Zeugen aufgefallen. Bei der Kontrolle „trauten die Streifenteams ihren Augen nicht“, so die Polizei: „Auf der Ladefläche stapelten sich in jeweils drei Transportboxen übereinander fast drei Dutzend Welpen und Junghunde.“

Die Tiere hätten auf die Beamten apathisch gewirkt. „Offenkundig waren die Hunde längere Zeit nicht gefüttert, geschweige denn mit Wasser versorgt worden. Die Boxen waren so dicht gestapelt, dass keine Frischluftzufuhr möglich war.“

Polizei in NRW: Zweiter illegaler Tiertransport in wenigen Tagen gestoppt

Fahrer (24) und Beifahrer (29) wurden vorläufig festgenommen, die Hunde kamen ins Tierheim. „Nach ihrer Befreiung wirkten die Tiere, die sich bereits seit über 24 Stunden in ihren Boxen quälten, geradezu glücklich über ihre Freiheit und etwas zu fressen“, so die Ermittler. Es handelte sich um kleine französische Bulldoggen, Cane Corso und junge West Highland Terrier. Die Kripo ermittelt und warnt erneut davor, Tiere aus dubiosen Quellen zu kaufen.

Erst am vergangenen Wochenende wurde in Köln ein illegaler Tiertransport gestoppt. Dort wurden Hunde und Katzen befreit, die über 30 Stunden aus Spanien unterwegs waren. (dpa/lnw)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion