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Für die „Airport City II“ müssen Bäume weichen – Flughafen Düsseldorf schlägt Ausweichfläche in Wittlaer vor

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Von: Stefanie Knupp

Airport City Düsseldorf
Die „Airport City“ am Flughafen Düsseldorf soll erweitert werden. © Andreas Wiese/Flughafen Düsseldorf

Der Flughafen Düsseldorf will seine „Airport City“ erweitern. Das Planungsverfahren wird erneut zum Thema in der Politik. Ein Ausgleichswaldstück soll in Wittlaer entstehen.

Düsseldorf – Der Businesspark „Airport City“ am Flughafen Düsseldorf soll noch größer werden. Schon seit 2014 plant der größte Airport in NRW die Erweiterung „Airport City II“. Gegenwind aus der Politik gab es vor allem, weil für die Bebauung des Areals ein Waldstück zum Teil gerodet werden muss. Außerdem gab es wohl Bedenken, ob es angesichts der Corona-Krise überhaupt Bedarf für neue Bürogebäude gebe.

Da das Bebauungsplanverfahren dieser Tage in den städtischen Gremien zum Thema wird, hat der Flughafen Düsseldorf zu beiden Angelegenheiten in einer Pressemitteilung Stellung bezogen.

Flughafen Düsseldorf: Für die „Airport City II“ müssen Bäume weichen – Ersatz geplant

Auf dem Areal, auf dem derzeit auch noch die Bundespolizei ihren Standort hat, muss ein Teil eines Mischwaldes gerodet werden. Das betrifft etwa 100 bis 120 Bäume. Nachdem zunächst ein Ausgleichsareal in Langenfeld gefunden schien, haben der Flughafen und die Verwaltung nach Alternativen gesucht.

Der neue Vorschlag ist jetzt eine Fläche in Wittlaer. 6800 neue Bäume will der Flughafen hier anpflanzen. „Das so entstehende Waldgebiet von 16.400 Quadratmetern ist damit doppelt so groß wie die auszugleichende Fläche.“ Als weitere Kompensation hat der Flughafen außerdem beschlossen, auf dem Areal der „Airport City II“ zusätzlich 100 Bäume zu pflanzen.

Screenshot Google Maps Düsseldorf Airport City
Für die „Airport City II“ auf dem Gelände der Bundespolizei sollen Bäume gefällt werden. © Screenshot Google Maps

Flughafen Düsseldorf: Gibt es trotz Corona Bedarf für neue Büroflächen?

Ob es auch während der Pandemie in Düsseldorf neuer Büroflächen bedarf, darauf gibt der Flughafen eine eindeutige Antwort: „Der Bedarf an attraktiven Büroflächen ist standortbezogen und die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien, die neuesten ökologischen Standards entsprechen, hält trotz Corona-Krise an.“ Die Flughafen Düsseldorf Immobilien GmbH sei schon mit Interessenten im Gespräch und das erste Baufeld konnte sogar schon vermarktet werden.

„Die damit verbundenen passagierunabhängigen Grundstückserlöse helfen dem Flughafen Düsseldorf zusätzlich bei der finanziellen Bewältigung der Pandemie-Herausforderungen und tragen somit zu einer Entlastung des städtischen Haushalts bei“, heißt es weiter. Die Flughäfen in NRW kämpfen wegen der Corona-Pandemie um ihr Überleben. Der Flughafen Köln-Bonn, der Flughafen Düsseldorf, der Flughafen Niederrhein und der Flughafen Münster/Osnabrück mussten 2020 als Folge der Corona-Pandemie auf rund drei Viertel ihrer Gäste, verglichen mit 2019, verzichten. Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich an Corona-Hilfen für drei NRW-Flughäfen.

Flughafen Düsseldorf: Gastronomie und Kultur – das soll die „Airport City II“ bieten

Die Erweiterung der „Airport City“ soll weitere Büro- und Verwaltungsgebäude bringen. Daneben sind nach Angaben des Flughafens „auch gastronomische Angebote, Einzelhandel, Hotels und Anlagen für kulturelle Zwecke möglich“. Bei den Plänen wird offenbar auch auf die Aufenthaltsqualität im Freien viel Wert gelegt. Einzelne Bäume und Baumgruppen sollen zum Beispiel mit Wiesen oder Wasserflächen kombiniert werden und auch der Nachbarschaft zugänglich sein. „Zugunsten von Grünflächen wird auf oberirdische Parkplätze grundsätzlich verzichtet.“

Wann es losgeht mit der „Airport City II“ hängt jetzt von den Entscheidungen der Düsseldorfer Politik ab. Das Baurecht für die erste „Airport City“ wurde von der Stadt Düsseldorf im Jahr 2004 geschaffen. Heute arbeiten in dem Businesspark mehr als 4000 Menschen in etwa 70 Unternehmen. (sk)

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