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Flughafen Düsseldorf wegen Coronavirus in finanzieller Notlage: Stellenabbau geplant

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Von: Nina Büchs

Flugzeuge der Lufthansa, Germanwings und Eurowings sind auf dem Vorfeld des Flughafens in Düsseldorf abgestellt.
Durch den Coronavirus befindet sich der Flughafen Düsseldorf in finanzieller Notlage. ©  Federico Gambarini/dpa

Der Coronavirus setzt dem Flughafen Düsseldorf stark zu. Um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen, sollen daher Stellen abgebaut werden.

Düsseldorf – Pilot werden, für viele war das immer ein Traumberuf. Durch die Lüfte fliegen, schwere Maschinen steuern und das mit einem spitzenmäßigen Jahresgehalt. Doch durch den Coronavirus müssen viele Piloten und andere Flughafenmitarbeiter nun zittern. Wie schlecht es um die Luftfahrtbranche bestellt ist, zeigt nun auch der Flughafen Düsseldorf. Um die finanzielle Krise zu überwinden, werden dort nun auch Stellen abgebaut.

Flughafen Düsseldorf: kräftiger Stellenabbau wegen Coronavirus geplant

Den Flughäfen stehen düstere Zeiten bevor, denn durch den Coronavirus ist das Passagieraufkommen drastisch gesunken. Von der finanziellen Krise betroffen ist auch der größte Flughafen in Nordrhein-Westfalen: der Flughafen Düsseldorf. 2.200 Mitarbeiter arbeiten derzeit dort. Wie viele dieser Mitarbeiter ihre Jobs verlieren werden, ist bislang noch nicht klar. Die Rheinische Post berichtete jedoch zuvor von hunderten Stellen, die von der Stellenkürzung betroffen seien. Vom 1. April bis zum 31. Dezember hatte der Konzern außerdem Kurzarbeit für alle Mitarbeiter beantragt. Über eine Verlängerung der Kurzarbeit wird derzeit mit den zuständigen Betriebsratsgremien verhandelt.

Der Flughafen kündigte den Stellenabbau am Dienstag in einer Pressemitteilung an, nachdem eine außerordentliche Gesellschafterversammlung dem Sanierungskonzept der Geschäftsführung zugestimmt hatte. Daraus geht hervor, dass das Management Maßnahmen ergreifen wird, durch die ab dem Jahr 2021 jährlich 50 Millionen Euro eingespart werden sollen. Die Hälfte dieser Summe soll durch die reduzierten Personalkosten erreicht werden.

Laut dem Vorsitzenden der Flughafen-Geschäftsführung, Thomas Schnalke, soll der Stellenabbau möglichst sozialverträglich erfolgen. „Allerdings können wir betriebsbedingte Kündigungen als Mittel der letzten Wahl nicht ausschließen“, so Schnalke.

Zuvor hatten auch der Flughafen Müncheneinen Personalabbau angekündigt, am Flughafen Frankfurt sind bis zu 4.000 Arbeitsplätze bedroht.

Coronavirus: Flughafen Düsseldorf in der Krise – 30 Prozent weniger Passagieraufkommen im Jahr 2020

Wie der Flughafen weiter mitteilte, wird im Jahr 2020 mit 30 Prozent weniger Passagieren im Vergleich zu dem Niveau vor der Corona-Pandemie gerechnet. Im kommenden Jahr wird sogar ein Rückgang von rund 50 Prozent erwartet. Bis zum Jahr 2025 wird es offenbar dauern, bis die Zahlen wieder auf dem Stand des Jahres 2019 angekommen sind.

Flughafen in Düsseldorf in der Krise: Diese finanzielle Hilfen stehen dem Konzern zur Verfügung

Um dem drittgrößten Flughafen in Deutschland in seiner finanziellen Notlage zu helfen, haben die Eigentümer (die Landeshauptstadt Düsseldorf und die Airport Partners GmbH) ein Darlehen in Höhe von 100 Millionen Euro zugesagt. Auch der Jahresüberschuss, der im Jahr 2019 bei 63 Millionen Euro lag, wurde dem Unternehmen zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wurden dem Flughafen 250 Millionen Euro mit einem Darlehen einer Landesbürgschaft zugesichert. (nb mit dpa)

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