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Nach Waffenfund im Auto: Gericht spricht Kollegah frei – wurde er Opfer eines miesen Streichs?

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Der Düsseldorfer Rapper Kollegah, bürgerlich Felix Blume, musste sich vor das Amtsgericht Viersen treten.
Der Düsseldorfer Rapper Kollegah musste vor Gericht erscheinen. © Jonas Güttler/dpa

Der Düsseldorfer Gangster-Rapper Kollegah musste wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz vor Gericht vorstellig werden, wurde aber nun für unschuldig befunden.

Update vom 8. Dezember, 14:55 Uhr: Das war wirklich ein kurzes Verfahren. Der Düsseldorfer Rapper Kollegah, bürgerlich Felix Blume, ist am Dienstag Mittag vom Vorwurf des unerlaubten Waffenbesitzes freigesprochen worden. Vor dem Amtsgericht Viersen erklärte Kollegah, dass er nicht wisse, wie die Waffe in seinen Wagen gekommen sei. Die Schreckschusspistole wurde von der Polizei in seinem Auto gefunden, nachdem diese einen anonymen Tipp erhalten hatten. Der 36-Jährige kommentierte die Tat etwas scherzhaft: „Da hat wohl jemand dem Boss eins auswischen wollen“.

Der Wagen des Düsseldorfers stand scheinbar eine Woche lange defekt auf einem öffentlichen Parkplatz. Da er repariert werden sollte, lag der Autoschlüssel auf einem der Reifen. Später sei aber der Schlüssel, genau wie die Pistole, verschwunden gewesen. Scheinbar hat zwischendurch ein Unbekannter die Waffe im Wagen hinterlegt, fotografiert und das Bild online hochgeladen. Danach erhielt die Polizei dann einen anonymen Anruf mit dem entsprechenden Hinweis. Da Kollegahs Version nicht widerlegt werden konnte, hatte auch die Staatsanwältin letztlich Freispruch beantragt. (os/dpa)

Kollegah: Düsseldorfer Rapper wegen unerlaubtem Waffenbesitz vor Gericht in Viersen

Erstmeldung vom 7. Dezember 2020:

Viersen – Der Fund einer Schreckschusspistole im Auto des Gangster-Rappers Kollegah (36) endet nun vor Gericht. Dem skandalumwitterten Musiker aus Düsseldorf wird ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Das Verfahren beginnt morgen in Viersen.

Polizei fand im Sommer eine Schreckschusspistole im Auto des Rappers Kollegah

Am 27. August soll Kollegah seine 160.000 Euro teure und 600 PS-starke Luxus-Limousine auf einem Parkplatz in Viersen abgestellt haben. Zwei Polizeibeamte hatten daraufhin den auffälligen Wagen überprüft und im Innern eine täuschend echt aussehende Pistole erblickt, die in der Mittelkonsole lag.

Laut Polizei soll es sich dabei um eine Schreckschusspistole gehandelt haben, die unter das Waffenrecht falle. Allerdings soll Kollegah den dafür nötigen kleinen Waffenschein nicht besessen haben. Daraufhin erhob das Amtsgericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl in Höhe von 12.000 Euro gegen den Rapper, wie ein Justizsprecher angab. Kollegah weigert sich allerdings die Strafe zu zahlen und legte Einspruch ein. Nun muss der Fall vor Gericht verhandelt werden. Ob der Rapper selbst beim Prozess vor Ort sein werde, ist aktuell nicht bekannt.

Umstritten aber erfolgreich: Kollegah hat alleine in Deutschland Millionen Fans

Im Januar informierte der Rapper auf seinem Instagram-Kanal seine Follower, dass er einen speziellen Hausbesuch der Polizei erhalten habe. Kollegah postete ein Video, in dem er diskutierend mit mehreren Beamten auf seinem Grundstück zu sehen war und ein Foto des Durchsuchungsbefehls. Wie darauf zu lesen war, ging es bei der Aktion um die Suche und Beschlagnahmung der Waffe.

Kollegah heißt mit bürgerlichem Namen Felix Blume. Mit seinen letzten fünf Alben erreichte er jeweils Platz eins in den deutschen Charts. Auf Instagram folgen ihm mehr als 1,8 Millionen Fans, auf Facebook rund 1,6 Millionen. Allerdings fällt er auch immer wieder mit Skandalen und Kontroversen auf. So endete ein Videodreh von ihm im November mit einem Polizeieinsatz*.

Mit dem Song „0815“ und der Zeile „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“ hatte er 2018 für einen Riesen-Skandal gesorgt, der danach sogar das Ende für den renommierten Musikpreis „Echo“ bedeutete. Kollegah hatte danach die KZ-Gedenkstätte in Auschwitz besucht und sich beim Thema Holocaust Zurückhaltung auferlegt. (bs/dpa) *hamburg24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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