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NRW bereitet sich auf den Corona-Herbst mit Großbestellung vor

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Von: Tobias Schneider

Experten befürchten eine neue Corona-Welle. Das Land NRW reagiert und setzt Kreise und Städte in Alarmbereitschaft.

NRW – Das Coronavirus beschäftigt die Menschen in Deutschland mittlerweile seit mehr als zwei Jahren. Diverse Pandemiewellen sorgen für ein Auf und Ab. Nun steht nach Meinung einiger Experten die nächste Corona-Welle unmittelbar bevor. Im Herbst sollen die Infektionszahlen wieder ansteigen. Das Land NRW bereitet sich vor und hat jetzt eine Großbestellung aufgegeben, weiß RUHR24.

BundeslandNRW
LandeshauptstadtDüsseldorf
ThemaCoronavirus

NRW erhält knapp 2,8 Millionen Impfdosen gegen die Omikron-Variante des Coronavirus

Ein Großteil der Bürgerinnen und Bürger in NRW haben mittlerweile mindestens eine Coronaschutz-Impfung bekommen. Auch der zweite und dritte Piks wanderte bei dem einen oder anderen in den Oberarm. Das Problem: Ein Virus verändert sich ständig. Die Coronaschutz-Impfung ist nach den damaligen Virus-Eigenschaften hergestellt worden. Seitdem ist das Coronavirus mehrfach mutiert.

Impfstoff-Hersteller wissen das und haben den bisherigen Wirkstoff optimiert. Obwohl Dortmunds Gesundheitschef Dr. Frank Renken nicht davon ausgeht, dass eine große Corona-Herbstwelle auf NRW zurollt, hat das Land NRW eine Großbestellung vom optimierten Impfstoff als zweite Booster-Impfung in Auftrag gegeben.

Ab dem 5. September erreichen rund 10 Millionen Impfdosen des Herstellers Biontech und knapp 5 Millionen Dosen von Moderna Deutschland. Davon sind zirka 2 Millionen Biontech- und knapp 800.000 Moderna-Impfdosen für Nordrhein-Westfalen vorgesehen.

NRW will bis zu 90.000 Menschen pro Stadt wöchentlich gegen Corona boostern

Das NRW-Gesundheitsministerium habe bereits Kreise und Städte darüber informiert, dass Impfdosen für eine „breitangelegte Impfkampagne“ vorhanden seien.

„Richtig ist aber auch, dass wir noch etwas Geduld brauchen, bis die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Impfempfehlung für die neuen Impfstoffe ausgesprochen hat. Klar ist: Wenn diese Empfehlung kommt, sind Land, Kommunen, Ärzteschaft und Betriebe gemeinsam gut vorbereitet“, sagt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Kreise und Städte sollen nach Angaben des Landes ihre Impfinfrastruktur vorhalten und bei Bedarf hochfahren – bis zu 90.000 Impfungen pro Kommune seien demnach wöchentlich wieder möglich.

In Dortmund hat am Donnerstag (18. November) ein Pop-Up-Impfzentrum eröffnet.
Die Städte in NRW sollen Impfzentren auf Bereitschaft setzen. © Ina Fassbender/AFP, Daniele Giustolisi/RUHR24, Collage: RUHR24

NRW bereitet Impfkampagne vor: Wer kann die zweite Booster-Impfung erhalten?

Die vierte Coronaimpfung ist zunächst nur für einen bestimmten Teil der Bevölkerung gedacht. Entsprechend der aktuellen Empfehlung der Stiko sollen unter anderem Bewohner und Beschäftigte in Einrichtungen der Pflege sowie Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen geimpft werden. Auch Menschen ab 60 Jahren könnten eine weitere Booster-Impfung erhalten.

Bedenken gibt es von einem NRW-Virologen. „Der Booster sorgt noch einmal für etwas gesteigerte Antikörperspiegel im Blut von Geimpften. Wie gut er vor einer Infektion schützt, wurde nicht getestet“, sagt Hendrik Streeck aus Bonn. Trotz allem sei auch hier ein guter Schutz vor einer schweren Erkrankung wie bei den vorherigen Impfstoffen gegeben.

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