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NRW-Landtagswahl 2022: Stolpert Wüst über den Mallorca-Skandal von Heinen-Esser?

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Von: Dennis Liedschulte

Ursula Heinen-Esser (CDU) tritt zurück. Ist das gut oder schlecht für Hendrik Wüst im Hinblick auf die Landtagswahl 2022 in NRW?

Düsseldorf – Ursula Heinen-Esser ist als CDU-Umweltministerin im Landtag von NRW* zurückgetreten. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat den Rücktritt am Donnerstag (7. April) angenommen, wie RUHR24* erfahren hat. Hat der Rücktritt jetzt Auswirkungen auf die im Mai 2022 stattfindende Landtagswahl?

PolitikerinUrsula Heinen-Esser (CDU)
BundeslandNRW
ThemaRücktritt im Zuge einer Mallorca-Reise während der Flut 2021

NRW-Landtagswahl 2022: Ursula Heinen-Esser (CDU) tritt zurück und hinterlässt für Hendrik Wüst Schaden

Menschen vergessen nicht. Das musste als Politiker zuletzt Armin Laschet (CDU) erfahren. Er verlor als Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl 2021 gegen Olaf Scholz (SPD). Keine Frage: Der NRW-Politiker aus Aachen hatte wenig Antworten auf die diversen Fragen der Politiklandschaft in Deutschland und Europa.

Allerdings sind viele der Meinung, dass nicht zuletzt Armin Laschets Lacher vor der Kamera im Zuge der Flutkatastrophe* ihm das Amt gekostet hat. Zur Erinnerung: Während einer ernsten Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Flutgebiet in NRW ließ sich Armin Laschet zu einem Lacher hinreißen. Das hat seine Reputation zerstört.

Hendrik Wüst ist Laschets Nachfolger als Ministerpräsident in NRW. Für ihn steht im Mai 2022 die Landtagswahl an. Jetzt könnte auch er, der als damaliger Verkehrsminister ohne Aufsehen und Skandale durch die Flutkatastrophe gegangen ist, stolpern. Der Grund ist Ursula Heinen-Esser (mehr News aus NRW* bei RUHR24).

NRW-Landtagswahl 2022: Ursula Heinen-Esser war während der Flutkatastrophe auf Mallorca

Die CDU-Politikerin ist am Donnerstag (7. April) von ihrem Amt als Ministerin* für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz zurückgetreten. Während der Flutkatastrophe ist sie auf Mallorca gewesen, kam kurz zurück nach NRW und reiste dann wieder auf die Urlaubsinsel.

Es wäre alles kein Problem gewesen. Ursula Heinen-Esser gab an, ihre Tochter zurückholen zu wollen. Eine mehr als verständnisvolle Aktion. Das Problem: Einerseits war ihr Mann ebenfalls auf der Insel. Andererseits feierte sie zusammen mit anderen CDU-Politikern und Politikerinnen – Serap Güler, Ina Scharrenbach und Stephan Holthoff-Pförtner – eine Geburtstagsparty. Zudem blieb sie wohl neun anstatt der angegebenen vier Tage.

Am Donnerstag (7. April) kämpfte sie noch um ihr Amt, trat dann aber im Laufe des Tages zurück. Jetzt stellt sich die Frage: Stolpert Hendrik Wüst im Hinblick auf die Landtagswahl 2022 über den Mallorca-Eklat seiner Ministerin? Die politischen Kommentatoren des Landes NRW sind sich einig, dass diese Aktion sich negativ auf den CDU-Wahlkampf auswirken wird.

NRW-Umweltministerin Heinen-Esser
Ursula Hein-Esser (CDU), Umweltministerin in Nordrhein-Westfalen © Roberto Pfeil/DPA

NRW-Landtagswahl 2022: Für Hendrik Wüst könnte der Mallorca-Eklat teuer werden

Der WDR schreibt, dass der Schaden für die CDU nicht mehr zu beheben sei. Auch sei es interessant zu wissen, was der damalige Verkehrsminister Hendrik Wüst über den Trip von Heinen-Esser und anderer CDU-Kollegen wusste. Das Vertrauen der Wähler habe einen Nackenschlag bekommen.

Die Rheinische Post schreibt, dass der Rücktritt wohl möglich nicht reichen werde und es für Wüst gefährlich werden könnte. Das Newsportal wa.de schreibt, dass der Rücktritt der Ministerin die Affäre* nicht einfach beendet.

Was sagt NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zum Rücktritt und zu den kommenden Landtagswahlen? Das höchste Gut in der Politik sei das Vertrauen. Es gebe keine Basis mehr für politische Arbeit bei fehlendem Vertrauen. Allerdings, so Wüst, dürfen sich Familie und Politik nicht ausschließen. Man müsse beiden gerecht werden.

Die jüngsten Umfragen (INSA, Stand: 5. April) zur Landtagswahl 2022* in NRW sehen die SPD mit 30 Prozent aktuell vor der CDU mit 28 Prozent, den Grünen mit 15. Prozent und der FDP mit 10 Prozent. Die Linke (4 Prozent) und die AfD (7 Prozent) folgen. *RUHR24 und wa.de sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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