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Beamter: „Du Arschloch stehst im Weg“  - und dann wurde es übel

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Schild vor dem Landgericht und Amtsgericht in Düsseldorf
Ein 40-jähriger Polizist musste sich wegen Körperverletzung im Amt vor dem Amtsgericht in Düsseldorf verantworten. © dpa/Marcel Kusch

Weil er einen Passanten in der Düsseldorfer Altstadt ziemlich unsanft aus dem Weg räumte, musste sich ein Beamter vor Gericht verantworten. Der 40-Jährige gab zu, wohl überreagiert zu haben.

Düsseldorf - Ein Computerfachmann war mit seinen Kumpels in der Altstadt in Düsseldorf unterwegs, als er plötzlich einfach umgeschubst wurde. Der Übeltäter: ein Streifenpolizist! Der Beamte stieg zurück in seinen Streifenwagen und brauste davon. Doch für ihn hatte das rüde Vorgehen ein Nachspiel - der 40-Jährige musste sich jetzt vor Gericht verantworten.

Düsseldorfer Altstadt: Polizist stieß Mann mit Hamburger um

Für den Passanten kam die rüde Polizei-Attacke wie aus dem nichts: Mit den Worten „Du Arschloch stehst im Weg!“ hatte ihn der Streifenbeamte umgestoßen. Folge der Polizeigewalt: Der 52-Jährige zog sich Prellungen an Hüfte und Ellenbogen zu. Doch wie konnte es vor zwei Jahren zu dem Vorfall kommen?

Polizei-Gewalt in Düsseldorf: Beamte auf dem Weg zu Schlägerei in der Altstadt

Der beschuldigte Beamte war mit einem Kollegen in einem Streifenwagen zu einer Kneipen-Schlägerei in der Altstadt gerufen worden. Das spätere Opfer stand derweil in der Fußgängerzone und vertilgte gerade einen Hamburger - und erkannte nicht, dass er den Polizisten im Weg stand. Kein Wunder: Der Polizeiwagen hatte weder Blaulicht noch Sirene eingeschaltet.

Polizist vor Düsseldorfer Amtsgericht wegen Körperverletzung im Amt

Beim Prozess vor dem Amtsgericht in Düsseldorf fand der Richter Alexander Stumpe klare Worte: „Das ist für einen Polizisten nicht angemessen.“ Bei einem Passanten, der gerade einen Hamburger isst, „sollte man ruhiger bleiben“. Der beschuldigte Beamte zeigte sich reuig: Er habe bei der Anfahrt wohl überreagiert.

Amtsgericht Düsseldorf: Rüpel-Polizist muss 2500 Euro Kinderhospiz zahlen

Nun muss der 40-jährige Polizist eine Geldauflage zahlen: 2500 Euro, die an ein Kinderhospiz gehen sollen. Im Gegenzug stellte das Amtsgericht Düsseldorf das Verfahren gegen den Beamten ein. (dpa/kem)

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