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Düsseldorf: Urteil im „Loverboy“-Prozess gesprochen – Brüder müssen ins Gefängnis

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Von: Mick Oberbusch

Blick auf das Landgericht und Amtsgericht in Düsseldorf.
Am Mittwoch (9. März) wurde vor dem Düsseldorfer Landgericht das Urteil im „Loverboy“-Prozess gesprochen (Symbolbild). © Rolf Vennenbernd/dpa

Im sogenannten „Loverboy“-Prozess hat das Landgericht Düsseldorf am Mittwochabend (9. März 2022) die zwei Täter zu langen Haftstrafen verurteilt.

Düsseldorf – Im Oktober 2021 startete in Düsseldorf der sogenannte „Loverboy“-Prozess. Der Vorwurf: Zwei Brüder (25, 33 Jahre) sollen eine damals 18-jährige Berufsschülerin von Regensburg nach Düsseldorf gelockt und gewaltsam zur Prostitution und zum Gruppensex mit Freunden und Bekannten gezwungen haben. Dafür und für weitere Vergehen in den vergangenen Jahren wurden die beiden Brüder nun wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

„Loverboy“-Prozess in Düsseldorf – älterer Bruder zu fünf, jüngerer zu dreieinhalb Jahren verurteilt

Nach Überzeugung der Richter hatte der ältere Bruder im August 2019 zunächst dem neuen Partner der Ex-Freundin seines jüngeren Bruders in Duisburg mehrfach ein Messer in den Bauch gerammt und ihn schwer verletzt. Die Richter verhängten gegen den älteren Bruder (33) aus Langenfeld eine Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten. Der jüngere Bruder (25) aus Duisburg soll geholfen haben - er erhielt eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren. Der gegen ihn bestehende Haftbefehl wurde jedoch aufgehoben. Das Gericht rechnete die zwei Jahre an, die er in Untersuchungshaft gesessen hatte.

Düsseldorf: Urteil im „Loverboy“-Prozess da – zwei Brüder (33, 25) lockten 18-Jährige mit Masche

Zum Auftakt waren dem 33-Jährigen neben Nötigung, Erpressung, Drogen- und unerlaubten Waffenbesitzes sowie Verkehrsgefährdung auch noch Zwangsprostitution und Vergewaltigung vorgeworfen worden. Laut Anklage soll er vor vier Jahren eine damals 18-jährige Instagram-Bekanntschaft mit der Loverboy-Masche nach Düsseldorf gelockt haben. In der Folge soll er die Berufsschülerin aus Regensburg mit teils massiver Gewalt in Deutschland zur Prostitution und im Libanon zum Gruppensex mit Freunden und Bekannten gezwungen haben.

„Loverboy“-Masche – was ist das?

Als „Loverboy“-Methode bezeichnen es Ermittler, wenn Frauen von Männern die große Liebe vorgespielt wird – um sie so in ein Abhängigkeitsverhältnis zu bringen. In dieser Situation werden die Frauen von ihren vermeintlichen Liebhabern dann auf den Strich geschickt. „Solange die emotionale Abhängigkeit andauert, ist den Opfern meist nicht bewusst, dass eine Straftat der Zwangsprostitution vorliegt“, so das Landeskriminalamt NRW.

Die Staatsanwältin hatte für den älteren Bruder sechs Jahre und neun Monate Haft sowie Sicherungsverwahrung beantragt, für den jüngeren Bruder vier Jahre und drei Monate. Verteidiger Wolf Bonn hatte Freispruch für den 33-Jährigen gefordert. „Mein Mandant hat sich damals in Notwehr nur verteidigt“, sagte er. Das Messer habe das verletzte Opfer zu dem Gespräch mitgebracht. Das aktuelle Verfahren war bereits der zweite Prozessanlauf. Der erste wurde nach mehreren krankheitsbedingten Unterbrechungen, darunter waren auch einige Corona-Fälle, nach knapp 80 Verhandlungstagen im September vergangenen Jahres abgebrochen und Mitte Oktober mit umbesetzter Strafkammer erneut gestartet. (dpa/mo) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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