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Wölfin „Gloria“ darf weiterleben – Verwaltungsgericht erteilt Antrag von Schäfer eine Absage

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Ein Wolf schaut hinter einem Baum in einem Wildpark hervor.
Wölfin „Gloria“ soll zwischen 92 und 140 Weidetiere gerissen haben (Symbolbild) © Lino Mirgeler/dpa

Die Weidetierhalter am Niederrhein wollen Wölfin „Gloria“ loswerden. Am Düsseldorfer Verwaltungsgericht wurde nun dem Abschuss der Wölfin eine Absage erteilt.

Update vom 6. Mai, 13:59 Uhr: Wölfin Gloria am Niederrhein darf weiterleben. Das hat das Düsseldorfer Verwaltungsgericht am Donnerstag entschieden. Schäfer Kurt Opriel hatte beantragt, dass das am Niederrhein lebende Tier als Problemwolf entnommen wird. Dies hätte die Tötung der Wölfin bedeutet. Die Wölfin hatte wiederholt Schafe des Schäfers gerissen, seinen Angaben zufolge bislang 26 Tiere.

Das Gericht sei nicht überzeugt, dass dem Schäfer auch in Zukunft ernsthafter Schaden droht. 2020 habe es nur noch einen Vorfall gegeben. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Wölfin auf das Reißen von Schafen spezialisiert habe. Der Schäfer wollte den Kreis Wesel verpflichten, eine Ausnahmegenehmigung nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu erteilen, damit die Wölfin getötet werden darf (Az.: 28 L 2558/20).

Der Wolf gehört zu den streng geschützten Tierarten. Grundsätzlich ist seine Tötung verboten. Das nationale und europäische Artenschutzrecht lässt eine Tötung nur in Ausnahmefällen zu. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (dpa)

Düsseldorfer Verwaltungsgericht verhandelt über Wölfin „Gloria“ – zum Abschuss freigegeben?

Düsseldorf/Wesel – Im Behördendeutsch geht es um Wolfstier „GW965f“, im Volksmund um Wölfin „Gloria“. Je nachdem, wer zählt, soll „Gloria“ bereits zwischen 92 und 140 Weidetiere am Niederrhein gerissen haben: „Shetland-Ponys, Schafe, Ziegen und Damwild im Gehege“, listet Rechtsanwalt Stefan Steinkühler auf. Allein Schäfer Kurt Opriel beklagt 26 getötete Tiere. Elfmal sei seine Herde in der Region Schermbeck von Wölfin „Gloria“ heimgesucht worden.

Verwaltungsgericht in Düsseldorf: Darf Wölfin „Gloria“ abgeschossen werden?

Nun hat Opriel den Abschuss des Raubtieres beantragt. An diesem Donnerstag findet am Düsseldorfer Verwaltungsgericht die Hauptverhandlung statt. Der Schäfer will den Kreis Wesel verpflichten, eine Ausnahmegenehmigung nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu erteilen, damit die Wölfin getötet werden darf (Az.: 28 L 2558/20). Im Eilverfahren war er im Januar allerdings bereits gescheitert, entsprechend dürften seine Chancen nicht besonders gut stehen.

Wölfin „Gloria“ im Kreis Wesel soll mehrmals Stromzäune von 1,20 Meter überwunden haben

Wölfin „Gloria“ habe mehrmals Stromzäune von 1,20 Meter überwunden und sei damit eigentlich verhaltensauffällig, sagt sein Anwalt. Doch die Kriterien, kritisiert er, würden ständig nach hinten verschoben. Erst hieß es, ein Problemwolf sei einer, der einen 1,20 Meter hohen Elektrozaun überwunden habe. Dann heiße es, er müsse das zweimal tun, dann müsse er es zweimal binnen vier Wochen tun.

Auch was den „zumutbaren Herdenschutz“ angehe, strebe sein Mandant vor allem an, Klarheit zu schaffen. Er solle seine Tiere jede Nacht in einen Stall sperren, hätten die Behörden ihm empfohlen. Doch dies habe erhebliche wirtschaftliche Folgen: „Dann kann er die weiter entfernt liegenden Weiden nicht mehr bewirtschaften, weil er die Tiere nicht für nur einen Tag dort hin und zurück schaffen kann“, sagt Steinkühler.

„Außerdem ist das Einstallen der Schafe besonders im Sommer nicht artgerecht.“ Das Fell der Tiere werde dadurch viel stärker von Parasiten befallen. Die Weidetierhalter fühlten sich hilflos, würden vor immer neue Hürden gestellt, so der Anwalt.

Bei nur 90 Zentimeter hohen Schutzzäunen brauche man zusätzlich Herdenschutzhunde, heiße es. „Mein Mandant hat aber 1,20 hohe Zäune“, sagt Steinkühler. Inzwischen besteht der Verdacht, dass ein Wolf in der Region sogar einen 1,70 Meter hohen Zaun überwunden hat.

Düsseldorfer Verwaltungsgericht verhandelt über Wölfin „Gloria“: Abschuss nur in Ausnahmefällen

Der Wolf gehört zu den streng geschützten Tierarten. Grundsätzlich ist seine Tötung verboten. Das nationale und europäische Artenschutzrecht lässt eine Tötung nur in Ausnahmefällen zu. Vom Gericht in Düsseldorf ist nun zu klären, ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt.

Weidetierhalter und Bauern am Niederrhein haben sich im Gahlener Bürgerforum zusammengeschlossen und fordern den Abschuss. Sie befürchten, dass der Wolf seine Attacken auf Weidetiere auch an Wolfsnachwuchs weitergeben könnte.

Dem Landesumweltamt werfen sie vor, die tatsächliche Situation zu beschönigen. Umweltschutzorganisationen wie der BUND kritisieren Abschussforderungen dagegen als „blanken Populismus“. (jw mit dpa/lnw)

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